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Geförderte Glasfaseranbindung liegt im Plan

Im Außenbereich geht das Licht an

Sassenberg

Darauf hat Familien Merten wie wohl viele im Außenbereich sehnlich gewartet: Endlich brauchen die Planzeichnungen, die der Landschaftsgärtner verschickt, nicht mehr Stunden und auch das Homeschooling des Nachwuchses wird einfacher. Selbst der Landrat war gekommen, um die erste Aktivierung eines geförderten Glasfaseranschlusses im Fördergebiet Sassenberg zu feiern.

Von Ulrike von Brevern

Start zur finalen Phase des geförderten Breitbandausbaus im Außenbereich: Der einjährige Moritz Merten (links) durfte im Kreis der Ehrengäste aus Politik, von der Bezirksregierung, dem Fördergeber und der Deutschen Glasfaser als ausführendem Unternehmen den Buzzer zur Aktivierung drücken. Foto: Ulrike von Brevern

Über das Thema Kaffee muss Markus Merten seit Mittwoch neu nachdenken. „Bislang war das Absenden einer E-Mail immer ein guter Zeitpunkt, Kaffeetrinken zu gehen“, sagt er mit viel Galgenhumor. Im Außenbereich, wo Merten sowohl privat als auch mit seinem Landschafts- und Gartenbaubetrieb angesiedelt ist, dauerte es, bis sich ein großes oder gelegentlich sogar kleineres Dokument per Internet zum Kunden gequält hatte. Die Geschwindigkeit der Datenübertragung habe früher im ein- bis zweistelligen Bereich gelegen. Jetzt zeigt das Ergebnis einer Messung gut 900 MBit/s beim Download und gut 500 MBit/s beim Upload. Keine Zeit mehr zum Kaffeetrinken.

Markus Merten freut sich in seinem Büro über das in seinen Augen „traumhafte Tempo“, des neuen Internetanschlusses. Foto: Ulrike von Brevern

Seit Mittwoch können der Landschaftsgärtner und seine Familie endlich den langerwarteten Glasfaseranschluss nutzen – als erste im Kreis derjeniger, die in den Genuss des mit Bundes- und Landesmitteln geförderten Breitbandausbaus im Außenbereich von Sassenberg und Füchtorf kommen. Diese erste Aktivierung gab Landrat Dr. Olaf Gericke Anlass genug, im Rahmen einer kleinen Feierstunde auf dem Betrieb gemeinsam mit Vertretern der Bezirksregierung, der Fördergeber und der Deutschen Glasfaser als ausführendem Unternehmen eine Zwischenbilanz des Projekts zu ziehen. „Leitungen zu verlegen ist das eine“, sagte er mit Blick auf den weitgehend abgeschlossenen ersten Teil des Projekts. „Dass Licht auf die Leitungen kommt, ist das andere“, spielte er auf die Übertragungstechnik an, die auf Lichtleitern beruht. Bis Ende des Jahres sollen voraussichtlich alle Anschlüsse im Fördergebiet Licht auf die Leitung bekommen und damit aktiviert sein. „Wir liegen derzeit voll im Plan“, bestätigte Projektkoordinator Ralf Hübscher.

Glasfaser Junior Moritz Merten darf den Startknopf drücken. Foto: Ulrike von Brevern

Die Pandemie habe gezeigt, wie wichtig die digitale Kommunikation geworden sei. Nicht nur beim Homeschooling – für das Mertens Tochter Paula immer einen ganz bestimmten Platz im Flur aufsuchen musste, wie ihr Vater verrät – sondern eben gerade auch für Unternehmen und Betriebe im Außenbereich. „Es geht nicht um Netflix, sondern um Arbeitsplatzsicherheit.“ Dem konnte Bürgermeister Josef Uphoff nur zustimmen, der das „schöne Gemeinschaftsprojekt“ aller Beteiligten lobte, das jetzt auf der Zielgeraden sei. Er bat um die letzte notwendige Geduld, bis alle Adressen tatsächlich aktiviert seien.

20 Prozent der Berechtigten winkten ab

Gut 440 Kilometer Glasfaserkabel wurden im Rahmen des Förderprojekts in Sassenberg verlegt, 40 Gewerbebetriebe und 580 weitere Adressen versorgt. Rund 80 Prozent aller Berechtigten haben sich entschieden, einen aktiven oder passiven Anschluss zu beantragen. Sie bekamen kostenlos ein Kabel samt Ausbaureserve vor die Haustür gelegt. Für alle übrigen werden Zugänge auf öffentlichem Grund für einen späteren Zeitpunkt vorgehalten. .

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