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Hendrik Veith ist neuer Klima- und Fördermanager

Jonglieren zu Gunsten der Stadt

Sassenberg

Seit sechs Wochen ist Hendrik Veith der neue, lang ersehnte Klima- und Fördermanager der Stadt. Damit kümmert sich der junge Verwaltungsfachmann künftig um zwei große Querschnittsaufgaben, die potenziell fast alle Bereich der städtischen Verwaltung betreffen. Erfahrung mit dem Sassenberger Rathaus hat er, denn hier absolvierte er sein Duales Studium. Dennoch heißt es zunächst, klug zu sondieren.

Von Ulrike von Brevern

Es gibt sie, die geförderte Solaranlage, die das Rathaus mit regenerativer Energie versorgt, aber sie ist auf dem Dach gut versteckt. Newcomer Hendrik Veith verschafft sich derzeit einen Überblick über alle städtische Aktivitäten, um dann einen Fahrplan zu erarbeiten. Foto: Ulrike von Brevern

Hendrik Veith, 22 Jahre jung, frisch gebackener Bachelor of Laws der Verwaltungshochschule in Münster sitzt in seinem Büro in der Bauverwaltung an einem auffällig leer gefegten Schreibtisch. Seit sechs Wochen ist der gebürtige Sassenberger der neue, langersehnte Klima- und Fördermanager der Stadt. Virtuell liegen damit gleich zwei riesige Aktenberge auf seinem Tisch. Doch noch bleibt der junge Verwaltungsfachmann cool.

Schon in Sassenberg gelernt

Veith ist ein Eigengewächs der Stadtverwaltung. Während seines dualen Studiums lernte er alle wichtigen Ämter von Bauverwaltung bis zum Sozialamt kennen. Das kann ihm jetzt zugute kommen, schließlich bekleidet er eine Stelle mit klassischen Querschnittsaufgaben, die alle Bereiche der Stadtverwaltung berühren können. „Mein größtes Projekt ist zunächst, diese Stelle aufzubauen“, beantwortet er die Frage nach seinen konkreten Zukunftsplänen.

Hendrik Veith

Dazu fühlt er sich durch sein Studium befähigt: „Es ist darauf angelegt, sich in viele Bereiche schnell einzuarbeiten.“ Und genau das sei notwendig: „Die besondere Herausforderung besteht darin, dass man den Überblick hat, dass man mit den verschiedenen Themen und Programmen jonglieren kann“, sagt er besonders mit Blick auf seine Rolle als Fördermanager. Im Bereich Klima sieht er seine Aufgabe zunächst in einer Bestandsaufnahme: „Wenn wir wissen wo wir stehen, können wir zusammen mit der Politik ermitteln: Wohin soll es gehen?“.

Hendrik Veith zur Klimafrage

Es gehe dabei sowohl um Klimaschutz als auch darum, Klimafolgen abzufedern. „Bewusstsein und Umsetzungswille sind da“, schätzt er die Stimmung in Politik und Verwaltung ein. Und bei ihm? „Das ist das Thema der jungen Generation“, sagt er nachdrücklich. Natürlich habe er sich damit beschäftigt. Allerdings wolle er auch keine falschen Erwartungen wecken. Beispiel Klimaneutralität: „Das ist ein globales Ziel. Wir als Stadt müssen uns da einen realistischen Horizont setzten.“

Hendrik Veith

Die Aufgabe als Fördermanager ist nicht weniger anspruchsvoll. Schließlich wird gerade jetzt in vielen Bereichen eine Flut an Fördergeldern von Bund und Land auf den Weg gebracht. Da ist nicht nur ein Überblick über die Fördertöpfe, sondern auch über die städtischen Projekte gefragt. Je mehr Programme es gebe, desto besser müsse man filtern, ist sich Veith sicher. „Es wird viel gefördert, aber wir müssen immer schauen, ob der Fördertopf auch passt, ob wir das stemmen können.“ Schließlich stellt jede Förderung auch Forderungen. Sein nächstes Ziel lautet daher, einen konkreten Fahrplan zu entwickeln, in welche Richtung gesteuert werden soll. Zwar werde der frühestens im kommenden Jahr vorliegen, aber „dann kann man mit der Welle an Maßnahmen gut umgehen“, ist er überzeugt. In jedem Fall wünsche er sich eine konstruktive Zusammenarbeit mit der Politik betont er erneut, so, wie bereits bei seiner Vorstellung vor Rat und Ausschüssen.

Hendrik Veith

Eine neue Stelle wie seine, ohne eingefahrene Vorbilder frisch anzugehen, sei Chance und Herausforderung zu gleich, hält er fest: „Man kann viel gestalten, aber man muss es auch.“ In einem Jahr werden aus den virtuellen Aktenbergen dann vielleicht schon ganz reale geworden sein.

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