Ferdinand Freiherr von Korff

Kahle Flächen bieten Rehen keinen Schutz

Füchtorf

Die Übergangszeit vom Winter auf den Frühling ist für Rehe nicht leicht, denn es gibt nur wenig Schutz. Darum freut sich Ferdinand Freiherr von Korff, dass einige Landwirte die Zwischenfrucht stehen lassen.

Ulrich Lieber

Ferdinand Freiherr von Korff vor seiner jüngsten Anpflanzung. Die Jungbäume sind hier in eigenen kleinen Gewächshäusern geschützt, damit die Tiere keinen Schaden anrichten können. Foto: Ulrich Lieber

Ferdinand Freiherr von Korff sorgt sich um das Wild und um den Baumbestand. „Die Zwischenfrüchte müssen möglichst lange stehen bleiben, denn sie bilden einen Schutz fürs Wild“, erklärt der Füchtorfer Hegeringsleiter. Viele Wintergetreideflächen sind derzeit sehr kahl und daher für das Rehwild nicht geeignet. Gerade die Umstellung vom Winter aufs Frühjahr sei für die Tiere eine schwierige Zeit, da sie wenig Deckung finden würden.

Ferdinand Freiherr von Korff freut sich über Zwischenfrüchte

Die Zwischenfrüchte sind somit derzeit ein beliebter Unterschlupf und bieten zudem auch anderen Kleinstlebewesen genügend Raum und Sicherheit. „Ich finde es gut, wenn Eigentümer oder Pächter das so machen“, lobt von Korff und nannte als ein postives Beispiel Ludger Möllenbeck. Denn auch der Wald sei derzeit zu offen. „Man kann durchsehen, es gibt viele kahle Stellen. Die Laubbäume wachsen nur in der Krone.“ Die Fichten böten in den ersten 20 bis 30 Jahren genügend Schutz, da sie einen geschlossenen Raum bildeten. „Derzeit sind viele Menschen im Wald, darum ist die Deckung für die Tiere wichtig.“

Zudem wünscht sich von Korff deutlich mehr Blühflächen und Blühstreifen. „Die Kreisjägerschaft liefert Saatgut, aber die Nachfrage könnte wesentlich besser sein“, klagt von Korff. Dabei gebe es in NRW im Vergleich zum Nachbarland Niedersachsen eine deutlich bessere Förderung.

Ferdinand Freiherr von Korff

Große Sorgen bereitet den Hegeringsleiter aber auch nach wie vor der Baumbestand. „Der Borkenkäfer hat viele Schäden angerichtet.“ Auch in diesem Jahr sei damit zu rechnen, dass er wieder zuschlägt. In der Bauerschaft Elve, Große Heide, hat er im Winter 18/19 eine Fläche mit Eichen (70 Prozent) und Douglasien angepflanzt, doch durch Trockenheit und Verbiss durch die Tiere sind 64 Prozent zerstört worden. „Im letzten Winter haben wir nachgepflanzt und die Jungpflanzen geschützt.“ Das war eine Menge Arbeit, denn jede kleine Pflanze wurde mit einem Verbissschutz versehen und alle Eichen mit Verbissmittel eingeschmiert.

„Ich möchte keinen Zaun um das Gebiet machen, denn das bietet viele Nachteile. Das Rehwild kann in den Zaun laufen und sich verletzen“, sagte von Korff. Und dann sei ein Loch im Zaun, durch das dann die Hasen schlüpften und die kämen dann nicht mehr raus. Darum haben viele Bäume ein eigenes kleines Gewächshaus erhalten, damit sie erstmal die ersten Jahre überstehen. „Es ist jetzt die Zeit der Rehe, um sich das Gehörn abzufegen. Das machen sie an den Bäumen.“

Um den Wald zu schützen, wurde nun die Jagdzeit auf Rehböcke und Schmalwild um einen Monat auf den 1. April vorgezogen. „Nur so kann der Wald wieder langfristig ein sicheres Zuhause für die Tiere sein.“

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