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Sassenbergs Paare trauen sich

Kein Run auf die markanten Daten

Sassenberg

Der 2.2.22 erweist sich überraschenderweise nicht als Magnet für Heiratswillige. Und auch für den 22.2.22 hat sich bislang nur ein Paar angemeldet.

Von Ulrike von Brevern

Standesbeamter André Depenwisch hatte 2021 viel zu tun. Zwischen der festlichen Deko auf seinem Tisch lugt eine Taschentücherbox, hervor, die das Glücklichsein empfiehlt (kl. Bild) . Foto: Ulrike von Brevern

Mittwochs ist nicht gerade ein bevorzugter Tag zum Heiraten und zumindest in Sassenberg macht es dann auch keinen Unterschied, wenn dieser Mittwoch ein markantes Datum wie den 2.2.22 trägt. Genau gar kein Paar hat für diesen Tag die Trauung bei ihm angemeldet, berichtet Sassenbergs Standesbeamter André Depenwisch. Der feierliche Anzug, den er sonst für die Zeremonie trägt, kann also einmal mehr im Schrank hängen bleiben.

67 Paare haben im vergangen Jahr in Sassenberg geheiratet, ein Rekord bezogen auf die vergangenen 20 Jahre, hat Depenwisch ermittelt. Das es größere Verschiebungen aus dem Jahr davor gab, kann er dabei nicht feststellen.

André Depenwisch

Inzwischen zählt das Team der Standesbeamten vier Köpfe: Neben Depenwisch haben auch Andreas König, Werner Schweck und seit jüngstem Dominik Scholz das Recht, Trauungen durchzuführen. Geheiratet werden kann ebenfalls an vier Orten: Neben dem festlich geschmückten Hochzeitsraum im Rathaus, der vom Ratsaal abgetrennt ist, gehören dazu die Historische Mühle in der Hesselstadt sowie das Heimathaus und Haus Harkotten in Füchtorf. Letzteres sei besonders bei auswärtigen Paaren beliebt - Städtern aus der Umgebung, die einen besonderen Ort für das Ja-Wort suchen. Neun Paare von außerhalb gab es 2021, nach 17 im Jahr davor.

25 Paare, vier mehr als im Jahr davor, beantragten die Unterlagen für die Hochzeit an einem anderen Ort. „Damit können sie deutschlandweit heiraten“, erläutert Depenwisch. Das sei gerade bei Ältern nachgefragt, die etwa an der Ostsee oder auch auf der Zugspitze heiraten wollten.

Bei zehn Prozent aller heiratswilligen Paare war mindestens ein Partner nicht-deutscher Herkunft. Die Zahl der Hochzeiten mit Einflüssen anderer Kulturen stiegen seit etwa fünf Jahren, schätzt Depenwisch, der sich darüber freut. „Für mich ist das immer sehr interessant mitzuerleben.“ Auch ein gleichgeschlechtliches Paar trat vor den Tisch des Standesbeamten, nach dreien 2020.

Depenwisch und sein Team bemühen sich nach eigenem Bekunden auch unter den Wirkungen der Corona-Pandemie, jedem Paar den „Tag seines Lebens“ so schön wie möglich mit zu gestalten. „Selbst in der schlimmsten Phase der Pandemie konnten bei uns immer zehn Personen an der Zeremonie teilnehmen“, erläutert Depenwisch. Weniger wäre für viele Paare schade: „Wir haben uns immer gefragt, wie wir selber es wohl gerne hätten.“ Auch auf die Plexiglasscheibe, die sonst städtische Bedienstete und Publikum trennen, verzichtet er während der Zeremonie. „Der Moment des Ja-Wortes soll so normal wie möglich sein, damit er positiv in Erinnerung bleibt.“

Am 22.2.22, dem zweiten markanten Datum in diesem Jahr, ist die Nachfrage übrigens etwas höher: Ein Paar will sich an diesem speziellen Dienstag trauen. Ganz anders war die Nachfrage zum Beispiel am 18.8.18. „Da waren wir ausgebucht!“, hat Depenwisch ermittelt. Allerdings waren da auch die Rahmenbedingungen besser: Ein Monat zwischen Mai und September - Sassenbergs Haupthochzeitszeit - und ein Samstag - ein Wochentag, an dem der Wunschtermin - ähnlich wie am Freitag - leichter mal ausgebucht sein kann.

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