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Bücherschrank in Sassenberg mit großer Bandbreite

Keine günstige Papierentsorgung

Sassenberg

Seit April 2016 ist der offene Bücherschrank auf dem Mühlenplatz in Sassenberg in Betrieb. Laut Grundidee können Leser hier unkompliziert neue Lektüren finden und ihrerseits der Allgemeinheit Bücher, die sie nicht mehr benötigen, zur Verfügung stellen. Ohne große Hürden gut erhaltene Bücher vorfinden – so der Ansatz.

wn

 Der Bücherschrank in Sassenberg wird gut angenommen. Auch , wenn manch einer ihn als Mülleimer missbraucht Foto: Christopher Irmler

Und tatsächlich ist die Bandbreite recht groß. Neben den „Dornenvögeln“ von Colleen McCullough stößt man auf ein „Großes Buch der Windjammer“, aber ebenso findet man fremdsprachige Literatur. Naztürlich gibt es auch leichte Kost wie ein Groschenroman über den „Bergpfarrer“. Doch wie ernst nehmen die Nutzer also das kostenlose Angebot?

Anfang des Jahres musste das schlicht verglaste Regal für zwei Wochen gesperrt werden. Denn immer wieder sind städtische Mitarbeiter damit beschäftigt, das gemeinsam mit dem Energieversorger Innogy und dem Sassenberger Kulturverein initiierte Projekt am laufen zu halten und möglichst attraktiv zu gestalten.

„Wir räumen fleißig aus – und das regelmäßig“, berichtet Olga Puttins, Mitarbeiterin im für kulturelle Belange zuständigen Amt 10 im Rathaus. Sie wechselt sich mit ihrer Kollegin Jana Becker ab, die paar Wochen den Bücherbestand überprüft und sichtet. Und da stoßen beide schon mal auf Dinge, die nicht hineiDer ngehören in den Bücherschrank. „Das Problem ist gar nicht einmal die Verschmutzung. Wir haben die Scheiben vielleicht zwei, drei Mal mit Glasreiniger sauber gemacht und Sticker entfernt. Ansonsten hielt sich das wirklich in Grenzen“, so Puttins. Es gehe vielmehr darum, was in den Regalen vorgefunden würde. „Da liegen dann viele Flyer, alte Schul- und Religionsbücher und Groschenromane.“ Ein öffentliches Bücherregal als günstige und anonyme Gelegenheit der Papierentsorgung also.

Ein Umstand, der Hauptamtsleiter Martin Kniesel ärgert. „Schön wäre es, wenn die Leute wirklich tauschen würden“, umreißt Kniesel seine Hoffnung. „ Es hat einfach etwas mit der Kultur der Menschen zu tun, etwas Ordentliches auch vernünftig auszuleihen. Das Projekt an sich ist super.“

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