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Aquaristen geben Zierfischfreunden gerne Tipps

Kiesboden „gammelt“ schnell

Füchtorf

Wuchernde Algen, kranke Fische oder gar ein gekipptes Aquarium? Gar keine Seltenheit, wenn sich Einsteiger nicht genug informieren. Die Zierfischfreunde helfen gern weiter.

Von Christopher Irmler

Andreas Kalbow, Thomas Scheffer und Dario Mai (v.l.) vom Aquarien- und Terrarienverein im Biologiezentrum Bustedt in Hiddenhausen präsentierten viele Komponenten rund um das Aquarium. Foto: Christopher Irmler

Fische halten? Das kann doch jeder. Man geht einfach ins nächste Zoogeschäft, sucht sich ein paar Tiere aus und los geht es – denken viele und verlieren schnell die Lust am neuen Hobby. Ein Umstand, der Cord Hildebrand traurig macht. Er organisierte jüngst als Vertreter der Zierfrischfreunde Warendorf in den Räumen von „Hannas kleinem Garten“ in Füchtorf eine Zierfisch-Börse.

Es wechseln am Veranstaltungstag kleine Fische in den Fischtransportbeuteln den Besitzer, auch Pflanzen sind fachmännisch in Tütchen verstaut. Ferner werden etwa Beregnungsanlagen aus dem 3D-Drucker angeboten.

Viele Gäste sind absolut im Thema. Keine Selbstverständlichkeit, wie Hildebrand berichtet. „Es gibt viele Leute, die Probleme mit ihrem Aquarium haben und es dann aufgeben. Danach kontaktieren sie uns und bieten uns ihre Aquarien an. Sie wissen dann auch nicht, wohin sie mit den Fischen sollen. Besser ist es, uns vorher zu fragen, um die Probleme zu lösen. Auch wenn die Algen wuchern – es gibt da Möglichkeiten.“ Andreas Kalbow ist aus dem ostwestfälischen Hiddenhausen angereist und im Aquarienverein Bustedt aktiv. Er weiß nur zu gut, was Hildebrand meint. Ein Klassiker sei das gekippte Aquarium. Die Ursache: der wie selbstverständlich verwendete Kies. „Das kommt wohl noch, weil das in alten Büchern so steht.“ Vielen seien die Zusammenhänge und bio-chemischen Prozesse nicht klar. Nach etwa einem Jahr beginne der Kiesboden zu „gammeln“, da sich unter anderem der Fischkot im Boden absetze. Besser sei weißer Sand, den Turmdeckelschnecken durchpflügen.

Nicht wahllos Pflanzen aussuchen

Viele wählten wahllos Pflanzen für ihr Becken. „Es gibt Pflanzenarten, die so schnell wachsen, dass man an jedem Wochenende quasi eine Salatschüssel voll entnehmen kann.“ Hilfreich seien Philodendren, die als natürliche Filteranlagen dienten. Vom bunten Schiffswrack oder einer Taucherfigur hält Kalbow nichts. „Die gibt es nur, weil es der Besitzer witzig findet.“ „Das ist auch nicht ungefährlich, schließlich sind oft Weichmacher im Material, die dann ins Wasser gelangen“, pflichtet ihm Dario Mai bei, der ebenfalls im Aquarienverein Bustedt aktiv ist.

Hildebrand betont, dass auch mit kleinen Startersets für 60 oder 70 Euro ein guter Anfang gelingen könne. Wichtig sei, sich vorab genau über die Fisch- und Pflanzenarten zu informieren. Die derzeit rund 20 Mitglieder der Zierfischfreunde Warendorf stehen Ratsuchenden laut Hildebrand gerne mit Rat und Tat zur Seite. „Niemand muss dafür gleich Mitglied werden, uns geht es um das Wohl der Tiere“, betont Cord Hildebrand.

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