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Aktion Stadtradeln

Kommunalpolitik radelt mit

Sassenberg

Für die Aktion Stadtradeln kann bislang eine positive Bilanz gezogen werden in Sassenberg: 32 Teams mit über 200 aktiven Radlern sind bei Sassenbergs Premierenteilnahme am Stadtradeln dabei. Das Format eines Teamwettbewerbs soll Spaß machen und die Erfahrung vermitteln, dass vieles auch ohne Auto läuft.

Von Ulrike von Brevernund

Die CDU-Stadtradler sind überwiegend elektrisch unterwegs. Die Pflege der Wirtschaftswege bedeutet für sie auch Pflege des Radwegenetzes. Foto: Ulrike von Brevern

Über 50 000 geradelte Kilometer und damit rund a

cht Tonnen CO2-Ersparnis – so lautet die Bilanz in Sassenberg zum Auftakt der letzten von drei Aktionswochen beim Stadtradeln. Die Gruppen der Radsportfreunde Sassenberg und des SC Füchtorf liegen mit Gesamtkilometerzahlen im jeweils fünfstelligen Bereich schier uneinholbar an der Spitze. Bei den Kilometern pro Kopf sieht es etwas anders aus. Da hatten am Freitag zwei „Radler vom Erlenweg“ mit je 574 Kilometern die Nase klar vor den Radsportlern.

32 Teams mit über 200 aktiven Radlern sind bei Sassenbergs Premierenteilnahme am Stadtradeln dabei. Das Format eines Teamwettbewerbs soll Spaß machen und die Erfahrung vermitteln: Vieles geht auch ohne Auto. Der Trägerverein Klima-Bündnis, ein kommunales Netzwerk zum Klimaschutz, verfolgt mit der seit 2008 ausgerichteten Veranstaltung aber auch noch ein weiteres Ziel: Ganz besonders sind Kommunalpolitiker gefragt, sich ein Bild vom Radwegnetz zu machen und ihre Erfahrung in Politik umzusetzen.

17 Ratsmitglieder sind dabei

In Sassenberg nehmen offiziell 17 von 30 Ratsmitgliedern teil. Grüne, CDU und als Nachzügler die FWG haben eigene Teams ins Rennen geschickt. Dass die Grünen in allen Kategorien – Teilnehmer, Kilometer und Pro-Kopf-Kilometer – an der Spitze liegen, verwundert wenig. Bei der FWG radelt zwar die ganze Fraktion, allerdings zum Teil in anderen Teams. Bei der CDU hingegen hat sich die Fraktion bewusst für das eigene Team entschieden, berichtet Fraktionsvorsitzender Helmut Peitz. „Wir können auch ein bisschen grün“, scherzt er augenzwinkernd

Politische Wege per Rad

Sein Teammate Guido Fischer gehört zu den wenigen, die tatsächlich das Stadtradeln zum Anlass genommen haben, auf dem Weg zur Arbeit an der Von-Tellen-Schule das Auto durch das Fahrrad zu ersetzen. „Das dauert höchstens neun Minuten länger“, kann er sich den Umstieg durch aus als dauerhaft vorstellen. Werner Berheide (CDU) will zumindest die politischen Wege zunächst per Fahrrad bewältigen. „Es ist gut das Thema nicht nur aus dem Autofenster heraus, sondern auch vom Sattel herunter zu beurteilen“, sagt er.

Die Kommunalpolitiker beschäftigen andere Probleme als das Fahrradfahren mehr. Im Münsterland allgemein und in Sassenberg speziell lasse es sich als Fahrradfahrer gut leben, so die einhellige Meinung., Als eigenständige Frage sei Fahrradpolitik bislang in seiner Fraktion noch kein Thema gewesen, gibt Michael Franke (SPD), selbst begeisterter Radfahrer, zu. Dennoch hat er Kritikpunkte: Ihn persönlich stören in Sassenberg vor allem die schmalen zum Teil gefährlichen Fahrradstreifen in der Stadt. Ein schneller Radweg nach Warendorf steht nicht nur bei ihm, sondern auch bei den Grünen auf der Wunschliste, die sich ihrerseits auch innerorts mehr Fahrradwege wünschen, sagt der stellvertretende Fraktionssprecher Norbert Westbrink. FWG-Fraktionsvorsitzender Peter Holz möchte sich die Kreisstraßen im Ort verstärkt vornehmen und durchgängig mit Radwegen versehen: „Fördermittel für Radwege sind ausreichend da!“ Die CDU rückt den Erhalt der Wirtschaftswege als Radwegenetz in den Blickpunkt. „Trecker können auch auf Kies fahren“, fasst Peitz zusammen. Für die FDP verweist Johannes Philipper auf die Bedeutung des Fahrradtourismus. Damit sei das Fahrrad gerade für Sassenberg auch Wirtschaftsfaktor.

Zur Freizeitgestaltung, aber zum Teil auch für den Weg zur Arbeit sind viele der Kommunalpolitiker - ähnlich wie viele andere Sassenberger - bereits auf das Rad umgestiegen. Doch für weitere Strecken das Auto stehen zu lassen, ist weitaus schwieriger. „Wir sind hier auf dem Land, da ist ein Verkehrsmix wichtig“, betont Freddy Holz (CDU), „und dazu ist eine Diskussion ganz losgelöst von politischen Brillen nötig.“

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