1. www.wn.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Sassenberg
  6. >
  7. Lastenräder begrenzt gefragt

  8. >

Förderprogramm der Stadt

Lastenräder begrenzt gefragt

Sassenberg

Die Familie Schabhüser ist begeistert von ihrem neuen Gefährt: Das von der Stadt Sassenberg geförderte Lastenfahrrad kommt für die Familie genau passend daher. Der gesamte Familieneinkauf passt obendrein auch hinein.

Von Ulrike von Brevern

Familie Schabhüser hat ihr Lastenrad, das sie ohne Förderung angeschafft hat, schon lange ins Herz geschlossen – selbst wenn Nesthäckchen Lotte inzwischen meist alleine fährt. Foto: Ulrike von Brevern

Lastenräder als Alternative für nachhaltige Mobilität – kann das auch auf dem Land funktionieren? Diese Frage stellten sich die heimischen Kommunalpolitiker durchaus. Doch einen Versuch sei es wert, beschloss der Rat und genehmigte eine auf dieses Jahr befristete Förderung bei der Anschaffung solcher Fahrzeuge. Acht Monate später sind rund 3500 der insgesamt 5000 Euro aus dem Fördertopf abgerufen Sieben Sassenberger haben die 30-prozentige Förderung beantragt und genehmigt bekommen. Ein Lastenanhänger, zwei muskelbetriebene und vier E-Lastenbikes wurden dafür gekauft, nennt Hauptamtsmitarbeiterin Olga Puttins die aktuellen Zahlen.

Ob noch Geld im Fördertopf liegt, weil kein weiterer Bedarf an Lastenrädern besteht oder ob Interessenten angesichts des leer gefegten Marktes einfach keine bekommen, kann Puttins nicht sagen. Sie kann den Antrag erst genehmigen, wenn die Kaufsumme bezahlt ist und eine Fahrzeugnummer vorliegt. Fakt ist allerdings auch, dass fasst alle Anträge aus dem März stammen. Es habe nur einen Nachzügler gegeben.

Für die Förderung muss das Rad im Fachhandel erworben werden. Ulrike Roß vom gleichnamigen Fahrradgeschäft kann allerdings nur mit einem einzigen, sehr kompakten Modell dienen. Lastenräder verkaufe sie eigentlich nicht, sagt sie, denn ihr fehle der Platz. „Wo ein Lastenrad steht, können auch fünf bis sechs Fahrräder stehen, und ich müsste wenigstens fünf haben, um vernünftig beraten zu können“, rechnet sie vor. Andererseits: Eine übermäßige Nachfrage registriere sie bislang auch nicht. Es gebe Interessierte, „aber nicht so viele, dass ich Bauchschmerzen bekomme“, ergänzt sie . „Vielleicht ist das doch mehr eine Sache für die Stadt.“

Einkauf ist unproblematisch

Das sieht Familie Schabhüser aus dem praktischen Blickwinkel anders. Sie hat ihr Herz für das Lastenrad schon vor der Förderung entdeckt. Der Einkauf für die fünfköpfige Familie? „Kein Problem!“, sagt Dirk Schabhüser, selbst bei ihrem mittelgroßen Modell. „In unseren Mini passt auch nicht mehr hinein.“

Ursprünglich hatte die Familie mit dem Rad den Fahrradanhänger für den Kindertransport ersetzt. Ihr habe gefallen, dass die Kinder im Transportkorb vorne sitzen, erinnert sich Sandra Schabhüser. Schon das Anschnallen sei leichter und die Kinder säßen nicht auf Höhe der Auspuffgase. Zudem sei die mögliche Zuladung größer. Das kann sich jetzt auch im weiteren Leben des Rades bezahlt machen. An das Fahrverhalten müsse man sich erst etwas gewöhnen, es sei bei ihrer Zweiradvariante aber gar nicht so anders als bei anderen Leetzen.

Fahrverhalten ist anders

„Es fährt toll und in Sassenberg kann man auch überall gut parken. Da bin ich mit dem Auto auch nicht schneller.“

Einzig zu der allerletzten Konsequenz nachhaltiger Mobilität konnten sich auch die Schabhüsers noch nicht durchringen: Zeitweise hätten sie tatsächlich überlegt, den kleinen Zweitwagen abzuschaffen, erzählen sie unisono. „Den Schritt haben wir uns am Ende allerdings doch nicht ganz getraut“, gibt Sandra Schabhüser zu. Für Fahrten zur Arbeit bei schlechtem Wetter wird er noch gebraucht.

Die Stadt unterstützt den Erwerb von Lastenanhängern mit bis zu 100 Euro, von muskelbetriebenen Lastenrädern bis zu 500 Euro und von E-Lastenräder bis zu 800 Euro. Die genauen Förderbedingungen stehen auf der Homepage der Stadt.

Startseite