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Haltbare Lebensmittel dringend benötigt

Leere Regale – und das vorm Fest

Sassenberg

Die Ehrenamtlichen des Lebens-Mittel-Punktes konnten bisher immer auf die große Spendenbereitschaft bei „Kauf ein Teil mehr“ zählen. Nur in diesem Jahr nicht. „Jetzt haben wir nichts mehr im Regal“, schildert Hildegard Nährig die Situation.

Von Christopher Irmler

Edeltraud Zelleröhr, Hildegard Nährig, Antonia Kerßenfischer, Maria Grothues und Christa Bornhagen (v.l.) bereiten die Warenausgabe vor. Foto: Christopher Irmler

Normalerweise können sich die 45 Aktiven des Lebens-Mittel-Punkts (LMP) auf die große Unterstützung durch die Bevölkerung verlassen. Im Zuge der Aktion „Kauf ein Teil mehr“ werden haltbare Lebensmittel wie Nudeln, Reis, Mehl, Zucker oder Öl im örtlichen Discounter oder Supermarkt erworben und im Anschluss an Helfer des LMP übergeben.

Traditionell bittet der LMP zu Weihnachten und kurz vor Ostern um diesen Beitrag. In diesem Winter fiel das Spendenaufkommen deutlich geringer aus, da das etablierte Format vor Ort coronabedingt nicht durchgeführt werden konnte. Stattdessen hatte der LMP um eine Spendenabgabe im Ladenlokal an der Langefort 17 gebeten. Diese zusätzliche Fahrt – neben dem regulären Einkauf – nahmen dem Vernehmen nach jedoch deutlich weniger Menschen in Kauf. Nun steht das LMP-Team vor einer gewissen Herausforderung. „Wir haben extra mehr ausgegeben. Denn sonst konnten wir immer auf die große Spendenbereitschaft bei ‚Kauf ein Teil mehr‘ zählen. Jetzt haben wir nichts mehr im Regal“, schildert Hildegard Nährig die aktuelle Situation. „Wir sind unheimlich auf Spenden angewiesen“, macht auch Christa Bornhagen deutlich. Umso größer ist nun die Hoffnung, doch noch spontane Lebensmittelspenden zu erhalten. Am kommenden Mittwoch öffnen die Helferinnen zwischen 15 und 17 Uhr außer der Reihe das Ladenlokal, um diese Spenden vor der letzten Ausgabe des Jahres am Donnerstag annehmen zu können.

Dank an die Spender

Die Aktiven des LMP danken jenen Discountern und Supermärkten, die das Angebot für Bedürftige seit Jahren mit ihren Lebensmittelspenden unterstützen. In diesem Kontext hebt Bornhagen besonders die Füchtorfer Höfe Schwienheer und Querdel hervor, die im zweiten Jahr infolge ein Dreiviertel Jahr lang wöchentlich Gemüse in relativ großen Mengen gespendet hatten.

Burkhard Schöne, ehrenamtlicher Helfer beim LMP, präsentiert den aktuellen Lagerbestand. Foto: Christopher Irmler

Neben der Versorgung mit Lebensmitteln haben die Helferinnen und Helfer auch die Advents- und Weihnachtszeit im Blick. Sie möchten vor allen Dingen den 81 Kindern der bezugsberechtigten Familien eine Freude machen und backten im Vorfeld Plätzchen. Eine schöne Geste wären zudem Süßigkeiten- und kleine Spielzeugspenden. Auch diese können am Mittwoch zwischen 15 und 17 Uhr im LMP-Lokal abgegeben werden.

Bitte: Nur ernst gemeinte Spenden

Allerdings appellieren die Aktiven an die Bevölkerung, nur ernst gemeinte Spenden zu tätigen. Warum ist diese Bitte nötig? Die Beteiligten sprechen aus Erfahrung und blicken mitunter sprachlos zurück: In einem vermeintlichen Geschenk, beschriftet mit der Information „für ein Mädchen 8 bis 12 Jahre“ fand die erwartungsvolle „Beschenkte“ ein Pfund Mehl, ein Junge packte ein nur noch mit drei Rädern bereiftes Spielzeugauto aus.

Nach der letzten Ausgabe macht das LMP-Team eine Pause und nimmt seine ehrenamtliche Arbeit am 6. Januar 2022 wieder auf – mit zwei neuen Aktiven. 

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