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Gnadenhochzeit im Hause Sparenberg

Liebe auf den ersten Blick hält 70 Jahre

Sassenberg

Ferdinande und ihr späterer Gatte Theo haben sich vor langer Zeit auf einer Hochzeit kennengelernt. Aus der Liebe auf den ersten Blick wuchs eine lange schöne gemeinsame Zeit. Das Sassenberger Paar ist heute genau 70 Jahre verheiratet und feiert das seltene Fest der Gnadenhochzeit.

-maja-

Gnadenhochzeit: Theo und Ferdinande Sparenberg feiern heute ihren 70. Hochzeitstag. Foto: Marion Bulla/privat

„Es ist eine Gnade, dass wir beide so lange zusammen sein dürfen“, sagt Ferdinande Sparenberg und strahlt ihren Mann an. Sie und ihr Gatte Theo feiern heute ihren 70. Hochzeitstag – die Gnadenhochzeit.

Ferdinande Sparenberg erzählt, ihr Vater habe Ferdinand geheißen und erklärt damit ihren ungewöhnlichen Namen. Sie sei damals 24 Jahre alt gewesen, als sie Theo traf. „Es war auf der Hochzeit meines Vetters. Die Braut war eine feine Frau. Sie kam aus der Großstadt Gelsenkirchen und war damals als Haushälterin in dem Haus beschäftigt, in dem Theo wohnte. Darum war auch er dabei“, erinnert die heute 96-Jährige sich. Ihr 98-jähriger Ehemann schaut sie lächelnd an und sagt: „Du warst so eine hübsche Frau und so intelligent. Da habe ich gedacht, die ist es“, sagt er und es scheint, als seien die beiden frisch verliebt.

„Damals war es Liebe auf den ersten Blick. Ich sah ihn und konnte mir sofort vorstellen, mit Theo mein Leben zu teilen. Er war so angenehm und nicht so aufgeblasen wie all die anderen, sondern immer zurückhaltend und nett“, entgegnet sie ebenso euphorisch. Da war Ferdinande Sparenberg 26 und ihr Ehemann 28 Jahre alt. Er habe sie damals unbedingt nach Haus bringen wollen, entsinnt sie sich. „Danach wusste er auch, wo ich wohne“, sagt die Jubilarin und lacht. Einige Zeit später trafen beide sich auf dem Landwirtschaftsfest wieder. Sie kamen sich näher und verlobten sich ein Jahr nach dem Kennenlernen. Sechs Kinder krönten die Liebe der Sparenbergs.

Theos Kindheit selbst war von Leid geprägt. Als er sechs Jahre alt war, starben innerhalb weniger Wochen seine Eltern. Er wuchs in Sendenhorst bei den Großeltern auf. „Das war schwer“, sagt Theo Sparenberg und freut sich umso mehr, die Liebe seines Lebens gefunden zu haben. Ferdinande Sparenberg ist die fünfte von zehn Kindern. Sie ist in Velsen aufgewachsen.

Sassenberger waren im Weißen Haus

An einen gemeinsamen Urlaub in Amerika Anfang der 1970er-Jahre erinnern beide sich ganz genau. „Wir hatten sogar eine Führung durch das Weiße Haus. Heute undenkbar“, so der Hausherr. Auch gab es damals eine Besichtigung der Twin-Towers. Die seien da noch gar nicht fertiggestellt gewesen und heute leider auch gar nicht mehr da, bringt er es auf den Punkt.

Ferdinande Sparenberg

Getraut wurde das Paar am 10. September 1952 in der Laurentiuskirche zu Warendorf. „Da gab es nur wenige Autos. Alle hatten Kutschen. Es war eine schöne Kutschenhochzeit“, freut Ferdinande Sparenberg sich. Jahrzehntelang betrieb das Jubelpaar Landwirtschaft. „Wir hatten Kühe, Schweine, Gänse und Hühner“, erzählt die 96-Jährige.

Sie kann nicht mehr so gut sehen, er nicht mehr so gut hören. „Wir ergänzen uns“, sagen beide unisono. Ehrfurcht voreinander, Achtsamkeit und Respekt seien das Geheimnis ihrer glücklichen Ehe, die so lange schon funktioniere. Ihre Leidenschaft war das Doppelkopfspielen, seine die Jagd. Gefeiert wird eher im kleineren Kreis bei Arenhövel zum Frühstücken.

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