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Ehrengarde wird 100 und feiert nicht

Mit Schützenverein groß geworden

Sassenberg

Die Ehrengarde des Sassenberger Bürgerschützenvereins feiert in diesem Jahr einen beachtlichen Geburtstag. Doch wird es coronabedingt kein Jubiläumsfest zum 100. Geburtstag geben, auch nicht im Nachhinein. Auf das Kreisehrengardentreffen müssen die Schützen in diesem Jahr ebenfalls verzichten.

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Die vier Kommandeure der Ehrengarde (v.l.) Michael Blömker, Markus Maßmann, Helmut Vinke und Hermann-Josef Hülsmann sind stolz auf die Leistungen ihrer Schützen. Foto:

Die Ehrengarde des Sassenberger Bürgerschützenvereins feiert in diesem Jahr einen beachtlichen Geburtstag. Doch wird es coronabedingt kein Jubiläumsfest zum 100. Geburtstag geben, auch nicht im Nachhinein. Auf das Kreisehrengardentreffen müssen die Schützen in diesem Jahr ebenfalls verzichten.

Die Kommandeure Hermann-Josef Hülsmann, Helmut Vinke, Markus Maßmann und Michael Blömker haben der Sassenberger Ehrengarde vorgestanden. Michael Blömker ist seit 2016 der aktuelle Chef der 45 Mitglieder starken Ehrengarde. „Ich bin mit dem Schützenverein groß geworden. Mein Vater ist durch und durch Schütze, meine Schwester ist im Spielmannszug unterwegs und mein Bruder ist auch in der Ehrengarde“, unterstreicht Blömker seine Affinität zum Schützenverein. Vor allem ist es der Zusammenhalt, der dem 27-Jährigen imponiert. Bis Ende der 1950er-Jahre waren die Statuten um ein Vielfaches härter als heute. Wer in die Ehrengarde eintreten wollte, durfte beispielsweise nicht verheiratet sein. Doch ganz so streng wie damals geht es in der Garde heute nicht mehr zu. Früher habe es regelrecht einen „militärischen Drill“ gegeben, doch der sei so gut wie raus. „Alles ist zwar lockerer, aber es herrscht weiter Ordnung“, sagt Helmut Vinke (von 1994 bis 2007 Kommandeur der Ehrengarde). Hermann-Josef Hülsmann (von 1990 bis 1994) ergänzt: Eines sei aber noch heute undenkbar. Nämlich die Jacke auszuziehen, ohne den Befehl dazu bekommen zu haben. „Es kann noch so heiß sein, die Jacke bleibt an“, wirft Markus Maßmann (Kommandeur von 2007 bis 2016) ein. Ausnahmen: zwei Mal aufgrund von extremer Hitze.

Den Posten übernommen zu haben, hat keiner der vier noch lebenden Kommandeure nie bereut. Der Kommandeur der Ehrengarde wird gewählt. Aufgabe der Ehrengardisten ist in erster Linie zu repräsentieren. So gilt das Marschieren als einer der wichtigsten Disziplinen. Acht Mal im Jahr wird streng geübt. Aber auch das Schießen sollte funktionieren, denn beim alljährlichen Kreisehrengardentreffen, wo sie sich bei einem Leistungswettbewerb mit anderen Garden aus dem Altkreis messen, sind genau diese beiden Fähigkeiten gefragt.

Das Kreisehrengardentreffen ist für die Sassenberger Ehrengarde noch immer ein ganz besonderes Event. Nur die Besten kommen weiter. Sassenberg ist seit Jahren ganz vorne dabei und liefert stets beste Ergebnisse ab. Sechs Mal ging die Standarte in die Hesselstadt. „Wir sind sehr stark im Marschieren“, erzählt Markus Bußmann nicht ohne Stolz. Der Verein, der die Standarte gewonnen hat, darf das nächste Kreisehrengardentreffen ausrichten. Doch es gibt Sperren, um anderen die Chance als Gastgeber zu fungieren, zu bieten. „Wir haben schon öfter gewonnen. Wenn es keine Sperre gebe, dann würde Sassenberg viel öfter Ausrichter sein“, ist Helmut Vinke gemeinsam mit den anderen Kommandeuren sicher. Er selbst kennt auch die „royale Seite“, denn Vinke war 2003 Schützenkönig.

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