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Stadt Sassenberg will Beitrag zum Thema Mobilitätswende

Mitfahrer per App organisieren

Sassenberg.

Rund 8600 Menschen pendeln Tag für Tag nach Sassenberg ein oder aus. Der Haupt- und Finanzausschuss hat jetzt grünes Licht gegeben,  um nach Wegen zu suchen, diese Ströme elektronisch umweltgerechter zu gestalten.

 Von Ulrike von Brevern

Rund 8600 Menschen pendeln täglich nach Sassenberg aus oder ein. Die Stadt will sich jetzt darum kümmern, Autofahrer und Mitfahrer zusammenzubringen. Foto: dpa

Täglich verlassen rund 5400 Menschen die Stadt, um in Nachbarorten und Kreisen zu arbeiten. Das belegen Zahlen des Statistischen Landesamtes für das Jahr 2020. Gleichzeitig kommen täglich rund 3400 Pendler aus dem gleichen Grund aus dem Umland nach Sassenberg. Das ergibt eine erkleckliche Menge an Menschen, die im ländlichen Raum in Bewegung sind. Doch wer schon einmal versucht hat, per öffentlichen Verkehrsmitteln regelmäßig zum Beispiel nach Versmold oder Ostbevern zu kommen, der weiß: Das kostet nicht nur Nerven, sondern auch viel Zeit. Und nicht nur das: Auch die Umwelt leidet, denn obwohl immer mehr Menschen augenscheinlich auch per E-Bike in die unmittelbaren Nachbargemeinden pendeln, so dürfte doch eine Mehrzahl noch immer im Auto unterwegs sein. Und das allzu oft alleine.

Helfen, weniger Verkehr auf die Straße zu bringen und damit auch Emissionen zu sparen, könnte eine elektronische Lösung, die Mitfahrer zusammenbringt. Angesichts der Pendlerstatistik könne eine Mitfahrer-App, wie sie die Nachbargemeinde Wadersloh erwäge, auch in Sassenberg sinnvoll sein, regte die Ratsfraktion der Grünen bereits im Oktober an. Schließlich gibt es eindeutige Pendlerströme: In Sassenberg stehen Warendorf und Versmold sowohl beim Ein- wie beim Auspendeln an oberster Stelle, gefolgt von Harsewinkel und Münster. Bei den Einpendlern folgt Ennigerloh, bei den Auspendlern Bad Laer.

„Pendla“ oder „Penderportal“?

Die Prüfung der Stadtverwaltung ergab nun: Sowohl eine App namens „Pendla“ als auch die internetgestützte Plattform „Pendlerportal“ böten Möglichkeiten, Pendler zusammenzubringen. Beide Lösungen wurden auch im Arbeitskreis Mobilität des Kreises diskutiert, berichtete Hauptamtsleiter Thorsten Puttins. Während das Pendlerportal dezentral von jeder einzelnen Kommune eingerichtet und bezahlt werden müsse, könne „Pendla“ auch kreisweit genutzt werden. Dafür könne der Kreis eine eigene Domain erwerben, deren Preis sich nach der Einwohnerzahl richtet. Pro Einwohner wäre ein Cent monatlich fällig.

Erich Lentz, Grüne

Ob und, wenn ja, welche Lösung zu favorisieren wäre, dafür bat die Verwaltung den Haupt- und Finanzausschuss am Dienstagabend um ein klares Votum. Der wollte sich noch nicht eindeutig festlegen. Erich Lentz favorisierte für die Grünen die Pendla-App. „Das ist einen gewaltige Sache“, unterstrich er. Matthias Pries (CDU) dagegen zeigte sich skeptisch.  Nach derzeitigem Kenntnisstand falle es ihm schwer, sich für eine der beiden Lösungen zu entscheiden. Dennoch: „Das Thema anzuschieben, wäre nicht schlecht.“ Ähnlich sah es auch Jens Büdenbender (FWG). Er erinnerte daran, dass auch über den Tellerrand des Kreises hinaus etwa nach Versmold geschaut werden müsse.

Jens Büdenbender (FWG)

Die salomonische Lösung: Der Ausschuss stimmte dafür, dem Abeitskreis Mobilität und damit dem Kreis die Bereitschaft der Stadt Sassenberg an einer gemeinsamen Lösung zu signalisieren und zugleich auch eine Zusammenarbeit mit dem Kreis Gütersloh im Auge zu behalten. „ Damit sind wir an einem dicht an einem wichtigen Thema dran“, so Bürgermeister Josef Uphoff, der die Beschlussalternative vorgeschlagen hatte.

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