1. www.wn.de
  2. >
  3. Münsterland
  4. >
  5. Sassenberg
  6. >
  7. Moderne Krippe setzt auf Minimalismus

  8. >

Nachdenken und Innehalten in der Johanneskirche

Moderne Krippe setzt auf Minimalismus

Sassenberg

In diesem Jahr dürfen sich die Besucher der Johanneskirche wieder auf eine moderne Krippendarstellung freuen. Dafür haben sich Birgit Berkemeier, Martina Degen, Bernhard Dunker, Gaby Elsner, Friederike Frerichs und Christa Sickau etwas Besonderes einfallen lassen-

-cirm-

Während Martina Degen und Bernhard Dunker die Figuren angeben, kümmern sich im Hintergrund Friederike Frerichs und Birgit Berkemeier um die Ausrichtung des Spiegels. Foto: Christopher Irmler

Zu einer Krippe gehören Ochs und Esel, Hirten, das Christkind und seine Mutter Maria, später die Heiligen Drei Könige. So weit ist alles klassisch und vertraut.

Das Krippenteam der Johanneskirche verlässt diesen traditionellen Ansatz jedoch ganz bewusst im Zwei-Jahres-Takt. Auf eine klassische Darstellung folgt im nächsten Jahr eine moderne Inszenierung. Sprich: In der Adventszeit 2021 präsentiert das Team den Gästen einen zunächst eher unerwarteten Ansatz. Unter dem Titel „Weniger ist mehr“ regen Birgit Berkemeier, Martina Degen, Bernhard Dunker, Gaby Elsner, Friederike Frerichs und Christa Sickau zum Nachdenken und Innehalten an. Im Oktober hatten sie sich erstmals getroffen, um Ideen für ihr Krippenprojekt 2021 zu sammeln.

Beschriftete Holzklötze

Ganz bewusst entschieden sie sich für eine minimalistische Darstellung. Statt detailreicher Figuren kommen beschriftete Holzklötze zum Einsatz. Im Mittelpunkt steht das „Ich“, platziert auf einem großen Spiegel. Damit möchte das Krippenteam die persönlichen Einschränkungen jedes Einzelnen in der Corona-Pandemie aufgreifen. Diese für alle herausfordernde Entwicklung habe den Menschen den Spiegel vorgehalten. Im Verlauf der Adventszeit wird die Position dieses Spiegels verändert, bis sich der Betrachter selbst sehen und – so die Idee des Krippenteams – reflektieren kann. Es würde sich freuen, wenn die Betrachter sich auf diesen unkonventionellen Ansatz einlassen.

Im Mittelpunkt der Krippe steht das „Ich“, platziert auf einem großen Spiegel. Foto: Christopher Irmler

Auch die Darstellung des Weihnachtsfests soll dezent ausfallen. Nichts soll von der zentralen Botschaft ablenken – kein Kleid, kein Schmuck oder andere Objekte. Was schlicht erscheint, erforderte dennoch großen Arbeitseinsatz. Mit handwerklichem Geschick wurden der große Vorhang und ein Reifen gefertigt, der Aufbau nahm rund drei Stunden in Anspruch. Die Resonanz sei bislang sehr positiv, berichtet Degen. „Es lädt zum Diskutieren ein und spricht vielleicht ganz andere Gruppen an.“ Natürlich sei es eine ungewöhnliche Art, weiß Frerichs, die seit 25 Jahren Teil des Krippenteams ist. Daher sei es umso wichtiger, zunächst den Begleittext zu lesen, um die Intentionen der Beteiligten nachvollziehen zu können. Neue kreative Köpfe sind jederzeit willkommen. Sie können sich beim Pfarrbüro unter 0 25 83 /30 03 10 melden.

Startseite
ANZEIGE