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Füchtorfer Kulturabend begeistert

Musikalische Leckerbissen

Füchtorf

Das war ein echter Feuersturm, den das Publikum in der Gaststätte Artkamp mit dem Chansonduo Sandra Bator und Thomas Kraß erlebte. Die beiden zeigten vollen Einsatz und rissen ihr Publikum mit, das ihnen mit tosendem Applaus dankte.

Von Marion Bulla

Gute Laune versprühten Sandra Bator und Thomas Kraß. Foto: Marion Bulla

Der Saal in der Gaststätte Artkamp ist fast bis auf den letzten Stuhl besetzt. 110 Kulturfans haben am Donnerstagabend Platz genommen, um auf Einladung der örtlichen Vereine KFD, Heimatverein und Kolpingsfamilie einen kurzweiligen Abend zu erleben. Zu Gast ist das Chansonduo Sandra Bator und Thomas Kraß. Zwei höchst amüsante Stunden warten auf das Publikum. Das Motto des Abends lautet: „Ehe, Männer und andere Katastrophen“.

Zu diesem Thema hat Sängerin Sandra Bator viel zu erzählen. Gleich zu Anfang bekommen die männlichen Zuhörer ihr „Fett“ weg. Sandra Bator singt „Männer“ von Herbert Grönemeyer. Allerdings leicht abgewandelt. Sie haucht die Worte geradezu ins Mikrofon und setzt dabei grazil und kokett ihren Körper in Szene. „Männer kriegen dünnes Haar“, ruft sie , stürmt zu ihrer musikalischen Begleitung Thomas Kraß und nimmt ihm gut gelaunt die Kappe vom Kopf. Der nimmts gelassen.

„Zum Thema Ehemänner, da war 2022 nicht unbedingt mein Jahr“, gibt sie zu und intoniert dann „Kann denn Liebe Sünde sein“. Sandra Bator ist ausgebildete Opernsängerin und Thomas Kraß im wahren Leben Everswinkeler Pianist und Kirchenmusiker – echte Profis eben.

Zwei echte Profis auf der Bühne

Die quirlige Sängerin flirtet mit dem Publikum und hat absolut keine Berührungsängste. So schnappt sie sich etwa eine verlängerte Hand „ist in Zeiten von Corona entstanden“, läuft in Richtung Publikum. „Du hast gedacht, bist in der dritten Reihe auf der sicheren Seite, aber nix da“, ruft sie und tätschelt Besucher Hubert. Die Zuschauer amüsieren sich köstlich, auch Hubert.

Bator singt auch zwei Chansons, die aus der Feder von Georg Kreisler stammen. „Die zersägte Dame“ etwa. Ein bitterböses Lied über die Ungerechtigkeit einer unglücklich Verliebten. Und auch das Stück „Bidla Buh“ versetzt die Zuhörer in verzücktes Erschrecken. „Unsre Liebe hatte kaum noch angefangen, da nahm Janine eines Tags ein Aspirin, Also das war kein Aspirin, das war Strichnin“, so heißt es da. Und solch ein ähnliches Schicksal ereilen hier noch weitere Damen. Jede Menge Text, aber Bator meistert dies bravourös. „Da hatte man mal ein paar Wochen kein Hirn und plötzlich heißt es lebenslange Haft“, erzählt sie ihrer Zuhörerschaft lachend zum Thema Ehe.

Kulturabend Sassenberg Bator/Krass Foto: Foto: Marion Bulla

Sie gibt alles – sowohl körperlich als auch stimmlich. Ob sie „Meine Ex (plodierte Freundin)“ von den „Ärzten“ oder „Alles nur, weil ich dich liebe“ von den Toten Hosen singt – das Publikum ist schier hin und weg von der charmanten Künstlerin und ihrem kongenialen instrumentalem Pendant Thomas Kraß, der nicht nur das Piano, sondern auch das Schifferklavier beherrscht.

Ein ganz besonderes Instrument zieht sie dann und wann aus ihrem roten Kleid. Und zwar eine so genannte Nasenflöte. „Die können Sie für drei Euro kaufen. Vor allem Ihre Nachbarn werden sich freuen“, schickt die Künstlerin grinsend voraus.

Es folgt ein Stück von Rammstein „Schön, wie ein Diamant“. „Das spiegelt genau unser beider Interessen wider. Wacken 2023, wir kommen“, lacht sie. Gestik, Mimik, alles stimmt.

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