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Gründungstag jährt sich Montag zum 125. Mal

Musiker feiern (k)ein bisschen leise

Füchtorf

Die Füchtorfer Musiker feiern am 19. Juli ihr 125-jähriges Vereinsbestehen. Um das Jubiläum trotz Corona in einem würdigen Rahmen zu feiern, wird am 4. September zu einem Festakt eingeladen.

Von Sandra Niemerg

Der Musikverein Füchtorf ist mit seinen 125 Jahren die traditionsreichste instrumental musizierende Vereinigung innerhalb der Stadt Sassenberg. Foto: Musikverein

Der Musikverein feiert am Montag seinen 125. Geburtstag. Der 19. Juli 1896 war ein Sonntag. Als sich an diesem Tag 13 junge Männer zusammenfanden, um den Füchtorfer Musikverein zu gründen, ahnte wohl keiner der Beteiligten, was aus ihrem Verein werden würde. 125 Jahre später zählt das Orchester 49 Musiker, 25 Männer und 24 Frauen, zwischen 13 und 71 Jahre jung, Durchschnittsalter 29, mit einer Vereinstreue von bis zu 55 Jahren. Das sind in Summe über 1 400 Jahre Lebenserfahrung und über 700 Jahre aktive Vereinszugehörigkeit die aktuell zusammen musizieren.

Für die Aktiven ist ein breites Repertoire von großer Bedeutung und wie bei allem geht der Verein auch hier mit der Zeit. Nicht nur für die eigene Spielfreude ist Abwechslung geboten, auch für die einzelnen Auftritte. Ob Marschmusik beim Umzug, volkstümliche im Schützenzelt, konzertante in der Kirche, bunt gemischte auf einem Konzert. Die Mitglieder möchten ihr Publikum immer durch eine passende Musikauswahl unterhalten, damals wie heute.

Sandra Niemerg

Die 2. Vorsitzende des Vereins, Sandra Niemerg, interpretiert die Mitgliederstruktur der letzten 125 Jahre so: „Freunde musizieren miteinander, Nachbarn und Geschwister ebenso wie Eltern mit ihren Kindern, die Tante mit ihrem Neffen, die Nichte mit ihrem Onkel. Auch war mal ein Ehepaar gemeinsam aktiv. Vielleicht spielt schon bald der Opa mit dem Enkel. Musik liegt vielen im Blut und die Leidenschaft für Blasmusik scheint manchmal vererbt zu werden oder flammt irgendwann einfach auf. Das ist gut so, denn jeder der Blasmusik machen möchte, ist willkommen, egal ob es schon eine familiäre Bindung zum Musikverein gibt oder nicht“, fügt Niemerg hinzu.

Und Josef Lienker, dienstältestes Mitglied, ergänzt: „Mehr denn je bestätigt sich, wie wichtig dabei der kameradschaftliche Geist ist, den es jetzt nach der Zwangspause wieder zu stärken gilt, und die seit Jahrzehnten gute Nachwuchsarbeit des Vereins“.

Im Jubiläumsjahr war für jeden Monat etwas geplant, berichten die Musiker, aber die Sonderaktivitäten konnten Corona bedingt bisher nicht umgesetzt und auch das Jubiläumskonzert im April musste abgesagt werden. „Wir wollen vor dem Virus nicht komplett kapitulieren, aber das für den 4. und 5. September geplante große Festwochenende mit Heimatabend, Umzug und Musikfest wird nicht wie vorgesehen stattfinden, auch wenn es Stand jetzt erlaubt wäre,“ geben die Aktiven bekannt. Um das Jubiläum dennoch in einem würdigen Rahmen zu feiern, hat sich der Musikverein für einen Festakt am 4. September entschieden. Die Planungen hier laufen bereits auf Hochtouren und die Vorfreude auf diesen Abend ist groß.

Die letzten eineinhalb Jahre unter Corona beschreibt Jan Böckenholt, 1. Vorsitzender, wie folgt: „Ende 2019 hatten wir zwei tolle Kirchenkonzerte und waren musikalisch richtig gut in Form. Seit dem 1. Lockdown im März 2020 sind wir sozusagen aus dem Takt und musikalisch leider fast aus der öffentlichen Wahrnehmung verschwunden. Es fehlt der Kontakt zum Publikum bei den Traditionsveranstaltungen im Jahresverlauf, aber auch die regelmäßigen Proben und der Kontakt untereinander. Wir waren mitten in den Planungen für unser Jubiläum, hatten im Januar gerade die Aufgaben verteilt. Dann wurden alle Auftritte abgesagt. Das war für alle wie eine Vollbremsung auf der Autobahn bei 180 km/h. Hoffnung macht uns, dass wir seit sieben Wochen wieder regelmäßig proben und jetzt gilt es, zur alten Stärke zurückzufinden“, so der 26-jährige weiter.

Böckenholt unterstreicht: „Unser Leitspruch ,Freunde treffen- Musik machen- Spaß haben!“ ist dabei wichtiger denn je. Unser Motto steht für ein menschliches Miteinander zwischen Jung und Alt, die Balance zwischen Leistung und Anspruch auf der einen und dem Vergnügen an der Sache auf der anderen Seite.“ „Aber ebenfalls spielt ein gutes Verhältnis zu den örtlichen und regionalen Vereinen und Institutionen für uns eine sehr wichtige Rolle. Auch hieran müssen wir jetzt wieder arbeiten“, betont der Füchtorfer.

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