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Gut gelaunte Nachbarschaft

Nachtwächter entzündet die Adventskerze

Sassenberg

Die Nachbarschaft Vohrener Straße / Flachskamp hat einen neue Tradition: Der Nachtwächer zündet ihnen seit diesem Jahr Woche für Woche ein neues Licht am Adventskranz an. Das Zeremoniell sorgt auch im Vorfeld schon für große Gaudi in der gut gelaunten Nachbarschaft.

Von Marion Bulla

Der Nachtwächter (l.) Udo Menke mit seiner originellen Laterne (kl. Bild), begleitet von den „Oldies“ (v.l.) Heinz Wittkamp, Klaus-Dieter Harenkamp und Karl Kötter Einzug Stimmungsvoll: D Foto: Marion BullaMarion Bulla

„Ich geh’ mit meiner Laterne“, ertönt es von Weitem. Begeistert klatscht die kleine Menschenmenge den Trompetern – drei Mitglieder der legendären Sassenberger „Oldies“ – entgegen. Auch der Mann im stilvollen Nachtwächtergewand, mit Filzhut, braunem, langen Umhang und Gehstock, bekommt jede Menge Beifall: Udo Menke, der Initiator des Treffens. Er hatte auch die Idee mit der Kostümierung und gibt damit dem Nachbarschafts-Zeremoniell eine spezielle Note.

„Ich bewache den Kranz und bin dafür verantwortlich, dass er nicht abhanden kommt“, sagt Menke schmunzelnd und schwenkt seine außergewöhnliche Lampe. An der flattern rund um einen Weihnachtsmann bunte Stippen im hell schimmernden Licht. „Das ist mir eigentlich zu kitschig. Aber ich finde, hierzu passt es perfekt“, stellt Udo Menke klar. Ob er tatsächlich um 3 Uhr nachts noch an der Stange verharrt und auf den kostbaren Kranz aufpasst, kann allerdings bezweifelt werden.

„Advent, Advent, ein Lichtlein brennt. Erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier. Und wenn das fünfte Kerzlein brennt, dann hast du Weihnachten verpennt“, muss Udo Menke noch scherzend in Richtung der Kinder loswerden. Die lachen und freuen sich über den humorigen Beitrag.

Hildegard Wittkamp

Rund 20 Nachbarn sind zusammengekommen, um die vierte Kerze auf dem in acht Metern Höhe aufgehängten Adventskranz zum Leuchten zu bringen. Ob Senior, Junior oder „Mittelalter“ – hier sind alle Generationen vertreten. Der Mast steht genau auf der Ecke Flachskamp/Vohrener Straße. Es ist das erste Mal, dass die Nachbarn einen Adventskranz haben. „Deshalb ist auch noch ein bisschen Luft nach oben. Wir lernen ja noch“, gibt Hildegard Wittkamp zu und erklärt, der Kranz selbst hänge zu hoch, und die Kerzen seien viel zu klein. Stimmt. Erst in einiger Entfernung kann man überhaupt sehen, dass dort Lichter brennen.

Nichtsdestotrotz ist es eine lustige und gut gelaunte Truppe. Bei Glühwein und Punsch wird erzählt, gelacht und auch gesungen. „Jingle Bells“ zum Beispiel.

Nachbarn und Freunde der Vohrener Straße sowie vom Flachskamp trafen sich bei Glühwein und Punsch am Adventskranz, um die vierte Kerze zum Leuchten zu bringen. Foto: Marion Bulla

„Wir hatten schon vor dem ersten Advent viel Spaß an der Aktion. Als wir das Grün geholt haben, und auch beim Wickeln des Kranzes bei Lukas Gerlich im Garten ging es ganz schön rund. Das war herrlich“, lacht Hildegard Wittkamp bei der Erinnerung daran.

Abschluss mit Bratwurst

Den Abschluss begehen die Freunde bei einem weiteren Nachbarn, der im Garten Bratwürstchen auf den Grill legt. Übrigens haben die Nachbarn und Freunde so viel Spaß an den Treffen, dass sie im Frühjahr bereits die nächste Aktion ins Auge gefasst haben. „Wir werden die Straßen hier beleben. Dann binden wir einen Maikranz“, sagt Udo Menke. Sie hätten seit Jahren schon während des Schützenfestes eine sehr gute Gemeinschaft, und das sei total schön, freut sich der Sassenberger.

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