Rotermundsches Kreuz wird restauriert

Neuer Glanz für altes Wegekreuz

Füchtorf

Das Wegekreuz Rotermund zieht einmal mehr um. Vom Füchtorfer Kreisel zum Füchtorfer Friedhof mit Umweg über die Werkstatt von Budde Grabmale. Der Schotte Mark Pitchforth kümmert sich dort geduldig um die Restaurierungsarbeiten.

Von Ulrike von Brevernund

Mark Pitchforth ist Steinbildhauer und erfahren in Restaurierungsarbeiten. Er hat nicht nur die richtige Technik für abgebrochene Gliedmaßen, sondern hat dem Wegekreuz auch farblich wieder zu neuem Glanz verholfen. Foto: Ulrike von Brevern

Geduldig schabt Mark Pitchforth mit seinem Messer in regelmäßigen Abständen dünne Schichten Mörtel vom Zeigefinger der Christusfigur. Am Morgen hatte der Schotte mit der Rekonstruktion begonnen, zunächst einen Nagel eingelassen und ihn in die passende Form gebogen. Danach kam ein Klumpen Restauriermörtel dazu, von einer Holzkonstruktion raffiniert gehalten. Seither modelliert Pitchforth den Finger in vielen kleinen Arbeitsschritten während des Trocknens nach und nach heraus. Um den Zement offenporig und damit wettertauglich zu halten, darf zunächst keine glatte Oberfläche entstehen. Erst am nächsten Tag, wenn alles ganz durchgetrocknet ist, geht der erfahrenen Steinbildhauer und Restaurator ans Schleifen.

Die Christusfigur gehört zum Wegekreuz Rotermund, das derzeit in der Werkstatt von Budde Grabmale in Warendorf wiederhergestellt wird. Es musste seinen Platz am Kreisverkehr an der Sassenberger Straße in Füchtorf vor wenigen Wochen verlassen und soll künftig auf dem Füchtorfer Friedhof eine neue Heimat finden (WN berichteten).

Ingrid Rotermund freut sich, dass das Kreuz auf diese Weise wieder zu Ehren kommt. „Für mich war es immer etwas Schönes“, erzählt sie. Vor Jahren habe sie auch schon selbst einmal zu Pinsel und Farbe gegriffen, um die Schriftzüge wiederherzustellen. Damals hatte sie ebenfalls bei Budde angeklopft und ist noch immer dankbar, für die Farbe, die sie damals vom Senior sogar geschenkt bekam, ergänzt um passende Tipps. „Nur an das INRI bin ich nicht drangekommen, das war trotz Leiter zu hoch“, erinnert sie sich schmunzelnd.

Über das Wegekreuz selbst ist nicht all zu viel bekannt. Der Arbeitskreis „Warendorfer Wegebilder und Holzkreuze“ erwähnt es auf seiner Internetseite mit einer Datierung von 1937. Damals sei es an der Kreuzung der Ravensberger und der Sassenberger Straße aufgestellt worden. Laut August und Ingrid Rotermund wurde es gestiftet anlässlich der Hochzeit von August Rotermunds Eltern Adolf Heinrich Rotermund und Maria Anna Heermann genannt Ostmeier, einer geborenen Bischoff aus Schwege. Sie war an Kindes statt auf dem damaligen Hof Ostmeier angenommen worden. Das Paar heiratete bereits 1932.

Das moderne Steinkreuz ersetzte ein älteres Holzkreuz, dass früher auf dem Hof gestanden habe, berichtet August Rotermund aus dem Familienwissen. An seinem Platz neben dem verschwundenen Kotten Ostmeier stand es an einem alten Weg, der zum Friedhof führte, hält der Arbeitskreis fest.

Das Rotermundsche Kreuz besteht nicht aus Naturstein, sondern wurde aus Terrazzo gegossen, erklärt Mark Pitchforth. Zur Entstehungszeit ein beliebtes und modernes Verfahren. Während das Kreuz in der Werkstatt liegt, ist im abgerundete Fundament der Betonkern gut erkennbar, um den der Kunststein aus Zement und Splitt gegossen wurde.

Als der Kreisverkehr entstand, musste das steinerne Wegekreuz schon einmal in der unmittelbaren Nachbarschaft umziehen. Es war im Weg. Inzwischen befindet es sich im Besitz der Stadt, das Grundstück, auf dem es stand, ist allerdings in Privatbesitz. In den kommenden zwei oder drei Wochen soll das Wegekreuz seinen vorerst letzten Standort beziehen. Das Fundament ist bereits gegossen.

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