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Gewerbeverein und Stadt rüsten den Adventsschmuck um

Neuer Lichterglanz für den Ort

Sassenberg

Der Gewerbeverein hatte in diesem Jahr mit der Adventsbeleuchtung in Sassenberg besonders viel zu tun: Die rund 30 Lichterketten und die vier Großteile mit dem Weihnachtsstern wurden auf neue Technik umgerüstet.

Von Ulrike von Brevern

Aus alt mach neu: Jörg Schöne, Klaus Klaucke und Makku Esterhues sind fleißig. Das runde Bild zeigt, wie defekt manche Kette nach 30 Jahren aussah. Die neuen werden statt mit dem Namen alter Familien frisch mit der Adresse des Hauses gekennzeichnet, an dem sie hängen. Foto: Ulrike von Brevern

Wer von Makku Esterhues einen wirklich bösen Blick ernten möchte, der braucht bloß zu behaupten, der Adventsschmuck für Sassenbergs Straßen sei doch vergleichsweise „zack zack“ gemacht. Es ist nicht der erste Nachmittag, den der Vorsitzende des Gewerbevereins und zwei unverdrossene Mitstreiter an diesem Freitag vor Totensonntag der festlichen Beleuchtung widmen und es wird vor dem ersten Advent nicht der letzte sein. Zugegeben, in diesem Jahr ist besonders viel zu tun, aber auch in „normalen“ Jahren kann von „zack zack“ keine Rede sein, sind sich die drei Gewerbevereinsmitglieder einig.

Rechtsanwalt Robert Klaucke ist schon von Anfang an dabei, seit die Lichterketten vor rund 30 Jahren angeschafft wurden. Damals bezahlten noch die anliegenden Geschäftsleute die Neuerung, erinnert er sich.

Klaucke kennt Häuser, Namen, Tricks und Kniffe beim Adventschmuckaufhängen genau. Und davon gibt es nicht gerade wenige: Jede der 30 Ketten ist exakt für ihren Standort ausgelegt. In alten Holzkisten aus dem Firmenbestand der Gebrüder Rath lagern sie zu zweit oder zu dritt das Jahr über auf dem Dachboden der Gewerbevereinsräume auf dem Gebrasa-Gelände. Vier „Großteile“, besondere Ketten mit dem Weihnachtsstern als Motiv, kommen noch hinzu. Sie sind so schwer, dass der Bauhof regelmäßig bei der Montage hilft. Vorher allerdings heißt es für die Aktiven des Gewerbevereins: Leuchtmittel einsetzen und testen. Das kostet schon mal einen Abend, berichtet Esterhues.

Großes Engagement

Rund 80 Mitglieder zählt der Gewerbeverein: Einzelhändler, Handwerker und Dienstleister aus dem Ort. Aktiv dabei sei rund die Hälfte, schätzt Esterhues: „Es läuft.“ Probleme, Mitglieder zu aktivieren, kenne schließlich jeder Verein am Ort, auch wenn das für die Verantwortlichen manchmal ermüdend sei. „Vielleicht müssten wir die eigenen Leute noch mehr in Gang bringen“, gibt andererseits der zweite Vorsitzende Jörg Schöne zu, als das Gespräch auf Aktionen wie „Sassenberg handelt“ während der Pandemie kommt. Pauschale Kritik am Verein können allerdings beide nicht mehr hören. So habe der Gewerbeverein vor einigen Jahren in LED-Leuchtmittel für die Weihnachtsbeleuchtung investiert, nennt Esterhues ein Beispiel. Immerhin rund 1300 Birnchen wurden gebraucht. Die Technik war allerdings nicht ausgereift, die Leuchtkraft ließ schnell nach. „Voll peinlich“, habe sofort das Urteil hämisch geheißen. Der Einsatz für den Ort wurde nicht gewürdigt.

Weihnachtsbeleuchtung Foto: Ulrike von Brevern

Doch zumindest das Leuchtkraft-Problem ist gelöst: In diesem Jahr hat die Stadt alle Ketten neu angeschafft. Das Regionalbudget von Vital.NRW bot eine günstige Gelegenheit, denn es übernahm 80 Prozent der Kosten. Für die drei Aktiven am Lager des Gewerbevereins bedeutet das zunächst an diesem Nachmittag Mehraufwand, denn die Stahlseile mit den Ketten daran müssen umgerüstet werden: Kette aus dem Holzkasten nehmen, mit dem Gabelstapler auf ganzer Länge spannen, die verrosteten Karabinerhaken der alten Kette mit dem Seitenschneider abknipsen, neue Karabiner einhängen, neue Kette einhängen und noch ein kleines Extra montieren: „Dies Jahr machen wir es richtig“, sagt Esterhues lachend, während die drei Männer routiniert arbeiten.

Straßennamen statt Familiennamen

Die alten Ketten waren mit Familiennamen gekennzeichnet. Für Stadthistoriker interessant, für einen vernünftigen Workflow beim Aufhängen aber ungünstig. Nun erhält jede ein buntes Aluminiumschild mit Straßenname und Hausnummern. Schließlich haben die Hausbesitzer inzwischen zum Teil gewechselt oder gelegentlich ist sogar das ganze Haus verschwunden.

Mit der neuen Kennzeichnung wäre das richtige Aufhängen selbst für Neulinge fast ein Kinderspiel. Doch die zu finden, erwies sich auch am vergangenen Wochenende wieder einmal als schwierig. Manch Sassenberger ist mit Kritik offenbar schneller als mit dem Anpacken. Trotz Aufruf meldete sich kein einziger neuer Interessent, um das an diesem Tag siebenköpfige Team beim Schmücken zu unterstützen. Gäbe es mehrere Teams, müssten die wenigen Aktiven des Gewerbevereins nicht gleich an mehreren Tagen ran. „Wir brauchen vor allem Helfer, die ein bisschen was im Ärmel haben“, sagt Esterhues. Ohne Muskelkraft geht es beim Spannen der Kette über die Straße nicht. Die spendete in diesem Jahr am Samstag zuvor einige Mitglieder der Landjugend. Ein guter Ansatz. Vielleicht wird mehr daraus.

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