1. www.wn.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Sassenberg
  6. >
  7. Perfekt für Umwelt und Landwirt

  8. >

Projekt „Bunte Biomasse“

Perfekt für Umwelt und Landwirt

Füchtorf

In Füchtorf unterstützt der Wasserbeschaffungsverband ein Projekt, das helfen soll, damit Insekten genügend Nahrung finden. Für die Landwirte eine echte Win-Win-Situation.

Von Marion Bulla

Freuen sich über das Blütenmeer: (v.l.) Michael Meyer-Hermann (Bürgermeister Versmold), Andreas Pöhler (Kämmerer Stadt Versmold), Georg Große Ausber, Markus Ostermann (beide Landwirte), Josef Uphoff (Bürgermeister Sassenberg) und Andreas Große Perdekamp (Wasserschutzberater der Landwirtschaftskammer) Foto: Marion Bulla

Dass es viel zu wenig Nahrung für Insekten gibt, ist hinlänglich bekannt. In Füchtorf unterstützt der Wasserbeschaffungsverband ein Projekt, das Abhilfe schaffen soll und für Landwirte eine Win-Win-Situation darstellt.

Wer derzeit an der Straße auf dem Sande im Randgebiet von Versmold vorbeifährt, kann sich an einem zwei Hektar großen blühenden Feld erfreuen. Neben dem blauen Natternkopf und der Wegwarte blühen hier auch die Flockenblume und die einköpfige Sonnenblume. Manche stehen noch kurz vor der Blüte, sodass sich schon in wenigen Tagen ein ganz anderes Farbenspiel zeigen wird.

Aktuell herrschen die Farben blau und gelb vor. „Vergangene Woche war hier alles rot und weiß. Das Bild ändert sich ständig“, erzählt Andreas Große Perdekamp und fügt an, dort sei richtig Leben drin. „Es brummt und summt hier überall“, freut sich der Wasserschutzberater der Landwirtschaftskammer Westfalen-Lippe sich. Er ist ebenso glücklich darüber, dass einige Landwirte mittlerweile umdenken und statt Mais mehrjährige heimische Blühpflanzen aussäen, um die Wildpflanzen nach der Ernte in Biogasanlagen zu Biogas zu verarbeiten.

So wie Markus Ostermann und Georg Große Ausber aus Füchtorf, die als Landwirte in Kooperation mit dem Wasserbeschaffungsverband stehen. Sie haben sich für die neue Methode Biomasse zur Gewinnung von Biogasen“ entschieden. Beide leisten mit dem Anbau der Blühlandschaften einen wichtigen Beitrag zur Biodiversität und zum Umweltgedanken. Als Bonus gibt es noch ein gutes Gewissen obendrauf.

Neben den Insekten profitieren auch andere Tiere. Die Blütenmeere sind nämlich ebenso zu einem Rückzugsgebiet von Hasen, Rebhühnern und Fasanen geworden. Wildpflanzen auszusäen hat noch weitere Vorteile. So verbessert sich auch die Qualität des Wassers, weil nicht gedüngt werden muss. Die Fläche muss auch nicht erst umgepflügt werden, was den Boden austrocknen würde.

Das Saatgut, in dem 25 heimische Wild- und Kulturarten enthalten sind, wird direkt in die Stoppelbrache ausgesät. Insgesamt haben Ostermann und Große Ausber eine Fläche von knapp zehn Hektar in ein Blütenmeer verwandelt.

Doch wie viel Energie können Natternkopf, Rainfarn, Königskerze und Co. überhaupt liefern? In der Regel ist das nicht so viel Strom, wie aus Mais gewonnen wird. Die Landwirte erhalten deshalb über die Wasserkooperation eine Ausgleichszahlung, um den geringeren Biogas-Ertrag der Wildpflanzen gegenüber Mais zu kompensieren. Einmal im Jahr, etwa Ende Juli, wird geerntet. Die Laufzeit der Kooperation beträgt fünf Jahre.

Auch Michael Meyer-Hermann ist ein großer Fan dieser umweltfreundlichen Alternative zu Mais. „Die Monokultur muss weg. Das hier ist ein ökologisch guter Beitrag“, so der Versmolder Bürgermeister. „Das sieht top aus hier und vielleicht gibt es langfristig noch mehr Landwirte, die mitmachen“, wirft Sassenbergs Bürgermeister Josef Uphoff mit Blick auf die Zukunft ein.

Das Projekt „Bunte Biomasse“ ist eine Gemeinschaftsinitiative der Veolia Stiftung, der Deutsche Wildtier Stiftung und des Deutschen Jagdverbandes.

Startseite