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Altpapierentsorgung wird umgestellt

Pfeilechaos mit System

Sassenberg

Griff nach vorn, Griff nach hinten, Kartons zerkleinern oder doch lieber im Ganzen neben die Tonne stellen. Fragen über Fragen, die sich den Bürgern stellen, wenn es um die richtige Müllentsorgung geht.

Von Ulrike von Brevern

Warum müssen Abfalltonnen eigentlich mal so und mal so herum stehen? Foto: Ulrike von Brevern (1)/AWG

Der Blick auf die Deckel der Abfalltonnen am Straßenrand kann gelegentlich irritierend wirken: Mal weist ein schwarzer Pfeil Richtung Griffleiste mit der Aufforderung „Bitte mit dem Griff zur Straße stellen“, mal heißt es „Danke! So steht Ihre Mülltonne richtig...“ und der Pfeil weist Richtung Deckelöffnung, die zur Straße gerückt sein soll. Erstaunlich viele Sassenbergerinnen und Sassenberger halten sich an die widersprüchlichen Aufforderungen und stellen die Gefäße genau so - und damit gar nicht in Reih und Glied an die Straße. Aber warum müssen die Tonnen so unordentlich stehen?

„Hecklader“ und „Seitenlader“

Andreas Meschede von der Abfallwirtschaftsgesellschaft des Kreises in Ennigerloh kennt den Grund dafür, allerdings kennt er zunächst nur einen Teil der Pfeile. Bei den Entsorgungsfahrzeugen gibt es unterschiedliche Techniken, erläutert er: Beim „Hecklader“ fährt ein Mensch hinten auf dem Fahrzeug mit, der die Tonne am Straßenrand abholt. Immer häufiger werden aber auch die „Seitenlader“ eingesetzt. Hier erfassen Greifarme die Tonne und entleeren sie automatisch über die Seite des Fahrzeugs. Damit entfallen die Kosten für den Tonnenschieber am Heck. „Wir stellen den Entsorgern frei, welche Technik sie verwenden“, sagt Meschede.

Kleines Entsorgungs-ABC

Für den Seitenlader ist es entscheidend, dass die Tonne richtig steht. Sonst funktioniert die Entleerung nicht. Außer PreZero, die die Gelben Tonnen betreuen, bittet auch Remondis, die nach einem Entsorgerwechsel ab Januar die Papiertonnen entleeren werden, darum, die Müllgefäße seitenladergerecht am Straßenrand abzustellen. Wenn möglich sollten sogar Tonnen gleicher Farbe nebeneinanderstehen, denn der Seitenlader kann sie auch paarweise abholen. Dass ein Unternehmen Seitenlader einsetzen kann, bedeutet allerdings nicht, dass es das auch tut. In Innenstädten ist es dafür gelegentlich zu eng, weiß Meschede. Auf dem Land werde die Technik eher verwendet.

Etiketten mit dem Pfeil

Die AWG selbst kümmert sich um die schwarzen und braunen Tonnen. Sie fährt mit Heckladern. Da ist die Stellrichtung theoretisch gar nicht so wichtig und so trägt auch nicht jede der Tonnen eine Markierung. Die Etiketten mit dem Pfeil seien vor wenigen Jahren auf Bitten der Mitarbeiter angebracht worden, bringt Meschede in Erfahrung: Die Tonnen standen plötzlich regelmäßig mit dem Deckel zur Straße und für den Tonnenschieber bedeutet das jedes Mal eine Vierteldrehung mehr, die er zu leisten hat. So tun Mülltonnenbesitzer hier, egal ob mit oder ohne Pfeil, mit der richtigen Positionierung dem Menschen etwas Gutes.

Parallel zum Wechsel des Papierentsorgers wird sich ab Januar noch mehr beim Thema Altpapier tun. Die zentralen Altpapiercontainer werden Ende des Jahres abgebaut. „Warendorf und wir waren die Exoten mit den Containern, alle anderen Gemeinden haben die schon abgeschafft“ erläutert Thomas Venhaus von der Stadtverwaltung. Hätte man auf die Altpapiercontainer bestanden, wäre der Kreis möglicher Entsorger aus technischen Gründen kleiner gewesen. Zwar produziert der wachsende Internethandel auch immer mehr große Kartonagen. Aber man müsse es den Menschen einfach zumuten können, diese zu zerkleinern und in der kostenfreien Papiertonne zu entsorgen, so Vennhaus.

Pappkartons als Ganzes

Eine Methode, von der Alexander Markowski überhaupt nicht überzeugt ist. Sein Entsorgungsunternehmen, das ebenfalls kostenfreie Papiertonnen anbietet, bittet sogar darum, Pappkartons als Ganzes neben die Tonne zu stellen. Zerrissene Kartons verkanteten leicht, vor allem wenn dann noch „gestopft“ werde. „Die Entsorger kriegen die Tonne dann gar nicht leer“, warnt er. „Das flutscht einfach nicht mehr.“

Damit Bürger auch großen Papiermüll komfortabel loswerden können, steht unter anderem ab 2022 die Kolpingsfamilie häufiger parat (siehe Infokasten).

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