1. www.wn.de
  2. >
  3. Münsterland
  4. >
  5. Sassenberg
  6. >
  7. Plangebiet am Steinbrink wächst

  8. >

Infrastrukturausschuss diskutiert Standards für Baugebiete

Plangebiet am Steinbrink wächst

Sassenberg

Das Plangebiet für das Neubaugebiet „Nördlich des Steinbrink“ muss wachsen, damit auch der Kiebitz sein Wohnrecht erhalten kann. Zugleich diskutiert die Politik, Häuslebauer künftig mit einem einheitlichen Standard in die „grüne“ Pflicht zu nehmen. 

Von Ulrike von Brevern

Das Plangebiet „Nördlich des Steinbrink“ östlich und westlich der Kiebitzstraße ist bis zur Vennstraße gewachsen. Foto: Planungsunterlagen

Vor gut einem Jahr waren die Planungen für das Baugebiet „Nördlich des Steinbrink“ an der Artenschutzprüfung gescheitert. Unter anderem zwei Kiebitzpaare hatten offenbar Sassenbergs inoffizielle Umgehung am Rande des Vogelschutzgebietes übersprungen und ihre Nester nahe der geplanten Wohnbebauung hinterlassen. Um den vorgeschriebenen Schutzmaßnahmen Folge leisten zu können, hat die Bauverwaltung nun ein wesentlich größeres Plangebiet in den Blick genommen.

Statt ursprünglich 3,65 Hektar umfasst es rund 15 Hektar. Statt sich zunächst nur auf die Fläche unmittelbar östlich und westlich der Kiebitzstraße zu konzentrieren, erstrecken sich die Planungen nun auf das gesamte Areal bis zur Vennstraße. Allein 8,5 Hektar davon sind Flächen für Ausgleichs- und Artenschutzmaßnahmen, erläuterte Sarah Matthes von der Bauverwaltung. 

Stadt nicht Eigentümerin

Zu den Problemen der Planung gehört, dass die Stadt nicht Eigentümerin der beabsichtigten Naturschutzflächen ist, erläuterte Bürgermeister Josef Uphoff. Eine Schwarzbrache, die der Selbstbegrünung überlassen ist, soll Bodenbrütern optimale Bedingungen bieten. Aber auch darüber hinaus sei herkömmliche Landwirtschaft auf dem angrenzenden Grünland nicht mehr möglich.

Zahlreiche Anwohner machten von ihrem Recht Gebrauch, die öffentliche Ausschusssitzung zu verfolgen. Sie erfuhren, dass die vorliegende Darstellung des neuen Wohngebietes zwar noch keine Detailplanung darstellt, eine Erschließung aber grundsätzlich ausschließlich von der Kiebitzstraße und der Vennstraße aus möglich sein wird. Eine Zufahrt aus Richtung Norden verbieten die Naturschutzauflagen. Zudem soll ein breiter Heckenstreifen nördlich der Häuser den Tieren ebenso Ruhe verschaffen wie ein Weidezaun, der die Ausgleichsfläche vor dem Betreten von Hunden und Spaziergängern schützen soll.

Gärten ökologischer gestalten

Klaudius Freiwald (SPD) nahm die Planungen zum Anlass, an die vorangegangene Diskussion um das Baugebiet Vennstraße anzuknüpfen. Hier sollten ursprünglich Vorgaben des gültigen Bebauungsplans geändert werden, um unter anderem Einfluss auf eine ökologischere Gestaltung der Gärten zu nehmen.

Grundsätzlich besteht in diesem Punkt fraktionsübergreifend viel Einigkeit, doch im Detail flammen immer wieder Diskussionen auf, etwa über das Verbot von „Plastikzäunen“ in den textlichen Festsetzungen des Bebauungsplans oder eine Verpflichtung zu grünen Hecken. Christian Tarner (CDU) schlug daher vor, bei diesem Thema gemeinsam einen künftigen Standard bei der Festlegung für Neubaugebiete zu entwickeln. Für die Vennstraße wollten die Fraktionen vor einer Entscheidung erneut intern diskutieren.

Freiwalds Vorschlag für „Nördlich des Steinbrink“ ging über die bestehende Diskussion hinaus. Man könne sich zu gegebener Zeit hier möglicherweise auf eine Dachbegrünung festlegen, schlug er vor. „Wir sollten auch den Mut haben, mal Vorreiter zu sein.“

Startseite