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Drostengarten bleibt ein Thema

Planung dreht noch eine Runde

Füchtorf

Auf die lange Bank geschoben werden sollte die Neugestaltung des Drostengartens nicht, hielt Bürgermeister Josef Uphoff fest. Doch obwohl die Förderzusage inzwischen seit rund einem Monat vorliegt, soll es immer noch nicht losgehen. Zum einen gibt es noch nichts Schriftliches, viel wichtiger aber: Die Kosten sind während des langen Vorlaufs kräftig gestiegen und auf der Spitze bliebe die Stadt sitzen.

Von Ulrike von Brevern

Die im Jubiläumsjahr aufgestellten Stahl-Stelen erklären, wie der Drostengarten vor Abriss der alten Bebauung aussah. Der Plan rechts zeigt wie es werden soll. Foto: Ulrike von Brevern

„Als ich die Vorlage gesehen habe, war ich irgendwas zwischen schockiert und sehr verärgert!“, bekannte Johannes Philipper (FDP) am Donnerstag im Infrastrukturausschuss. Im Mittelpunkt des Interesses stand einmal mehr der Drostengarten. Zuletzt im Februar 2021 war die Realisierung der nach einem langen Entscheidungsprozess gefassten Pläne verschoben worden, um Mittel aus der Städtebauförderung beantragen zu können. Die sind seit Mitte August diesen Jahres genehmigt (WN berichteten), doch so richtig los geht es immer noch nicht mit dem Projekt. Statt einen Durchführungsbeschluss auf den Tisch zu legen, schlug die Verwaltung zunächst eine weitere interfraktionelle Vorberatung vor, um dann das Thema „Neugestaltung des Drostengartens“ in einer der nächsten Sitzungen des Infrastrukturausschusses erneut auf die Tagesordnung zu nehmen.

Die Verwaltung begründet ihren Vorschlag zum einen mit erheblich gestiegenen Bau- und Materialkosten. 25 bis 30 Prozent über den ursprünglich angesetzten 907 000 Euro könnte damit der Preis steigen - nicht aber die Fördersumme, die festgeschrieben ist. Bauliche Optimierung und ein Wechsel der Materialien könnten Kosten dämpfen, so die Idee des Bauamtes. Zudem stehe für die Gestaltung an der Hessel noch die Zustimmung des Eigentümers aus.

Johannes Philipper, FDP

„Wir hatten einen Konsens, es erschließt sich mir nicht, warum wir darüber noch einmal entscheiden sollen“, führte Philipper in seiner Kritik aus. „Das ist mir etwas lange auf die lange Bank geschoben“.

So heftig wie Philipper reagierten die Vertreter der anderen Parteien allerdings nicht. Im Gegenteil. „Ich kann den Vorschlag der Verwaltung nur begrüßen“, hielt Helmut Peitz (CDU) fest, der sogar eine Senkung der Kosten gegenüber der ursprünglichen Planung favorisierte. Auch die SPD unterstützte die Vorlage: „Wir als Politiker sollten flexibel sein“, forderte Ralf Brinkemper, „wenn wir Geld sparen können, habe ich nichts dagegen.“

Ralf Brinkemper, SPD

Klaudius Freiwald verwies darauf, dass allein die Energiekrise der Stadt ohnehin viel Geld abverlangen werde. Peter Holz (FWG) forderte, einen preislichen Deckel und sprach sich daher ebenso für die Beratung aus wie Erich Lentz (Grüne), der allerdings anmahnte: „Wir sollten schnellstens die Entscheidung treffen.“

Bürgermeister Josef Uphoff betonte: „Die Grundzüge der Planung wollte ich mit dem Vorschlag nicht infrage stellen. Es geht uns nicht darum, etwas auf die lange Bank zu schieben.“ Er verwies zudem darauf, dass bislang auch nur die Zusage vorliege, dass alle Sassenberger Projekte in der Städtebauförderung berücksichtigt seien. Der Zuwendungsbescheid, der die konkreten Informationen zur Förderung enthält, sei aber noch immer nicht eingetroffen.

Am Ende fiel die Entscheidung einstimmig für den Vorschlag der Verwaltung. Der Füchtorfer Klaudius Freiwald kommentierte das Thema danach mit einigem Galgenhumor: „Um Öl ins Feuer zu gießen: In Füchtorf hätten alle Vereine schon angepackt, da wäre die Hälfte schon fertig.“

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