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Stiftskirche St. Bonifatius

Ragende Türme, bergende Mauern

Freckenhorst

Wer vor dieser Kirche steht und an ihr hochschaut, den beeindruckt ihre Mächtigkeit. Klaus Gruhn bietet am 24. Juli eine Führung mit allerlei wissenswerten Fakten rund um die Freckenhorster Stiftskirche an. Und diese Führung trägt auch einen aussagekräftigen Titel: „Ragende Türme, bergende Mauern“. Die Führung ist auch individuell buchbar.

Von Ulrich Lieber

Gästeführer Dr. Klaus Gruhn lädt zu einer Führung um und durch die Freckenhorster Stiftskirche ein. Foto: Ulrich Lieber

„Ragende Türme, bergende Mauern“ ist der Titel der Führung, die Klaus Gruhn am 24. Juli anbietet. „Wenn man unter der Eiche am Kirchplatz ist, kann man beim Blick auf die Stiftskirche St. Bonifatius erkennen, was das bedeutet“, sagt Gruhn. Fünf ragende Türme prägen den Anblick des romanischen Außenbaus, der aus massivem Bruchsteinmauerwerk besteht. Dabei ist die Stiftskirche nicht der ursprüngliche Bau, denn ein Brand hat den Vorgängerbau zerstört.

Die bergenden Mauern sind auch innerhalb des beeindruckenden Gebäudes zu sehen. „Die Kirche hat mit ihrem 57 Meter aufragenden Westwerk einen burgartigen Charakter“, erklärt Klaus Gruhn. „Das zu erklären, ist Ziel der Führung und zu der Erklärung gehört auch die Veranschaulichung des Luther-Liedes ,Ein feste Burg ist unser Gott‘.“ Die romanische Stiftskirche, die im Jahr 1129 geweiht wurde, verwirkliche genau diesen Gedanken. „Sie ist eine feste Burg mit ragenden Türmen, mit bergenden Mauern, wie es den Bauideen der Romanik (900 bis 1200) entspricht“, erklärt der Historiker.

In seiner Führung möchte er vermitteln, dass sich im Inneren der Stiftskirche genau das spiegelt, was sie von außen zeigt. Dabei macht Klaus Gruhn auch deutlich, wie die inneren Maße eine vollendete Harmonie bilden. Das Kreuz bildet der Grundriss der Kirche. „Die kreuzförmige Basilika entfaltet sich wie eine königliche Halle für den König Christus“, sagt Gruhn.

Führungen in der Stiftskirche in Freckenhorst Foto: Foto: Ulrich Lieber

„Die Stiftskirche St. Bonifatius gehört zu den bedeutendsten frühromanischen Bauten in Deutschland, und die fünf Türme sind einzigartig. Das Langhaus ist in drei Schiffe gestaffelt und durch einfache, rundbogige Fensteröffnungen harmonisch gegliedert. „Den Abschluss nach Westen bildet ein von zwei runden Treppentürmen flankierter, 54 Meter aufragendender Turm“, erklärt der Freckenhorster. Dies verleihe dem Gesamtbau seinen burgartig-trutzigen Charakter.

Die komplette Baugeschichte stützt sich auf Einzelbeobachtungen von Restaurator Hans Thümmler, da bisher keine systematischen Grabungen vorgenommen wurden. Nach seinen Erkenntnissen wurde im gegenwärtigen Bau ein bis ins 11. Jahrhundert zurückreichender Kern erkannt. Dessen ältesten Teil bildet die Krypta unter dem westlich Chorjoch.

Der Innenraum ist trotz seiner Einfachheit sehr bedeutend. „Haupt- und Seitenschiffe werden von einer ruhigen Abfolge von sechs längsrechteckigen Pfeilern getrennt, zwischen denen sich halbkreisförmige, die Raumteile diskret verbindende Arkaden öffnen“, erklärt Klaus Gruhn.

Die Führung beginnt mit einem Gang rund um die Kirche, bevor es dann zu den baulichen Besonderheiten im Inneren geht. Dabei werden die architektonische Gestalt, die baukünstlerischen Besonderheiten und die theologischen Ideen hinter den äußeren Gestaltungselementen in den Blick genommen. Der Rundgang führt zu den Kunstschätzen und Andachtsbildern in der romanischen Kirche und macht mit ihrer Geschichte vertraut.

Anmeldungen zur einstündigen Tour am 24. Juli (Sonntag) um 16 Uhr, sind bei Tourist-Information der Stadt Warendorf möglich,

 0 25 81/54 54 54, oder per E-Mail an tourismus@warendorf.de. Die Tour ist übrigens auch individuell buchbar.

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