Arbeitseinsatz am Zollhaus

Reichlich Muskelkraft gefragt

Sassenberg

Was lange währt, wird endlich gut. Denn die Arbeiten am Alten Zollhaus nähern sich dem Ende, so dass es bald fertig ist.

Von Christopher Irmlerund

Muskelkraft für ein lauschiges Plätzchen: (v.l) Heinz Josef Krimphoff, Dr. Elisabeth Baxhenrich-Hartmann, Rolf Hartmann und Josef Lutterbeck bereiteten den verwinkelten Innenhof für die Pflasterung vor. Foto: Christopher Irmler

So langsam biegen die Aktiven des Vereins Stadtprojekt mit dem Zollhaus auf die Zielgerade ein. Sie freuen sich, dem vierteiligen Gebäudeensemble nach und nach neuen Glanz verleihen zu können. Am Wochenende war pure Muskelkraft gefragt: Der verwinkelte Innenhof ließ den Einsatz motorisierten Arbeitsgeräts schlicht nicht zu. Und so griffen Dr. Elisabeth Baxhenrich-Hartmann und ihre Mitstreiter zu Spaten und Hacken, um das Erdreich abzutragen und mit Schubkarren in den hinteren Teil des Gartens zu transportieren.

Dr. Elisabeth Baxhenrich-Hartmann

„Wir werden hieraus einen Innenhof gestalten, der ein lauschiges und schattiges Plätzchen bietet, in dem man in kleinen Kreis und privater Atmosphäre ein nettes Miteinander pflegen kann“, hat die Vorsitzende des Vereins bereits konkrete Vorstellungen von jenem Bereich, der am Samstagvormittag noch recht roh und unspektakulär aussah. Gemeinsam hatten die Aktiven die Fundamente des Zollhauses freigelegt und stellenweise gut 30 Zentimeter Erdreich abgetragen. Die rund 50 Quadratmeter große Fläche soll noch im Laufe dieser Woche mit einer historischen Klinkerpflasterung versehen werden. Auch der freigelegte Brunnen wird wieder hergestellt und aufgearbeitet, wie Josef Lutterbeck betont. In anderen Bereichen der Außenanlage werden die Beteiligten auf technische Großgeräte zurückgreifen können.

Einen großen Schritt weiter als in der Frage der Erdarbeiten sind die Beteiligten beim Gebäude selbst. Vor rund sechs Wochen wurden auch im rückwärtigen Bereich nachgebildete Fenster inklusive historischer Beschläge eingesetzt. Zwar entsprächen die Einzelanfertigungen jenen aus dem 18. Jahrhundert, doch seien sie zugleich modern und doppelt verglast, erläutert Baxhenrich-Hartmann.

Das Stichwort Energieeffizienz stellte das Team vor so manche Herausforderung. Charme und Charakter des über die Jahrhunderte sehr unterschiedlich genutzten Hauses sollen erhalten bleiben, die Vorgaben der Gegenwart dennoch erfüllt werden. Ein ums andere Mal bremsten Auflagen die Arbeiten der Vereinsmitglieder, doch letztlich gelang es, unter anderem den Kaminraum unter Verwendung von Holz und Lehm fachkundig zu dämmen. Der Stall und das dazugehörige Ständerwerk aus dem 19. Jahrhundert wurden ebenfalls restauriert und ergänzt. Die ursprüngliche Doppelgeschossigkeit ist wieder sichtbar. Nach Abschluss aller Arbeiten soll das Zollhaus zur Begegnungsstätte werden und zugleich Einblicke in seine Historie bieten.

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