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Die DLRG hat viele Aufgaben

Retten und Retter unterstützen

Sassenberg

Hauptaufgabe der DLRG Ortsgruppe Sassenberg ist die Ausbildung von Schwimmern und Rettungsschwimmern aber auch der Katastrophenschutz ist ein Einsatzgebiet der Ehrenamtler, die jetzt auch zur Unterstützung im Hochwassergebiet unterwegs waren.

Von Marion Bulla

Die Retter der DLRG Warendorf und Sassenberg Foto: DLRG

Die Kernaufgabe der DLRG Ortsgruppe Sassenberg ist die Ausbildung von Schwimmern und Rettungsschwimmern. In Zeiten einer Pandemie eine Herausforderung. „Immer weniger Kinder können richtig schwimmen. Es ist wichtig, das möglichst früh zu lernen“, sagt Marc Metten den entscheidenden Satz. Das weiß natürlich jeder. Doch gerade jetzt sei es schwierig Unterricht zu erteilen. Die Schwimmbäder hätten lange geschlossen werden müssen und so gebe es bei vielen Kindern erhebliche Defizite, so der Sprecher der DLRG Sassenberg weiter.

Marc Metten

Auch aus diesem Grund bietet der 520 Mitglieder starke Sassenberger Ortsverein der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) Schwimmkurse wie das Seepferdchen an. „Aber wir haben bereits jetzt eine Warteliste von 80 Kindern. Wir hoffen aber, dass wir die Corona-Jahrgänge irgendwann aufholen können“, unterstreicht Metten.

In erster Linie seien aber nicht fehlende Schwimmkenntnisse der Grund für Badeunfälle, sondern Leichtsinnigkeit. Wer zum Beispiel von Brücken springt, begibt sich in Lebensgefahr, erklärt Metten. „Das Gefährliche an Baggerseen und großen Flüssen ist zum einen, dass die nicht bewacht sind. Auch kennen die Schwimmer die Gegebenheiten nicht. Dort können Untiefen oder Strömungen sein, auch wenn man sie nicht sieht“, warnt der Rettungsschwimmer.

Eltern seien sich ihrer Verantwortung oft nicht bewusst und ließen ihre Kinder teilweise unbeobachtet.

Wenn die DLRG, die auch für den Wasserrettungsdienst am Sassenberger Feldmarksee verantwortlich zeichnet, einem Ertrinkenden zur Hilfe eilt, ist es sehr selten, dass die Ehrenamtlichen ins Wasser springen. „Das was man in „Baywatch“ sieht, hat mit der Realität überhaupt nichts zu tun. Wir sind immer zu zweit und nähern uns entweder mit dem Boot oder dem Brett, um den Hilfesuchenden entweder eine Rettungsboje oder einen Wurfsack, in dem sich ein Seil befindet, zuzuwerfen, um ihn aus dem Wasser zu holen“, erläutert Marc Metten und fügt an, auch eine Schwimmnudel könne hier gute Dienste leisten.

Marc Metten

Wenn sie selbst ins Wasser springen würden, könne es nämlich passieren, dass sie selbst in Gefahr gerieten. „Wir versuchen den Hilfesuchenden möglichst mit Abstand zu helfen, sonst könnte es gefährlich für die Retter werden. Ertrinkende geraten oftmals in Panik, denn sie gehen schnell unter und können sich nicht an der Wasseroberfläche halten. Da fehlt beizeiten die Kraft. Auch das ist nicht so, wie im Fernsehen oft gezeigt wird“, erzählt der Fachmann. Deshalb rät er ach jedem, der helfen möchte davon ab. „Andere Helfer suchen und die 112 wählen“, so sein Tipp.

Im Turnus von zwei Jahren müssen die Rettungsschwimmer ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen und die Prüfung wiederholen.

Der Katastrophenschutz gehört ebenso zu den Leistungen, die zu hundert Prozent aus ehrenamtlicher Arbeit besteht. So waren die Lebensretter auch bei dem Hochwasser im Einsatz. Die Sassenberger waren mit einem Fahrzeug vor Ort. „Die Kollegen waren als Logistiktrupp in Euskirchen und vor allem für die Verpflegung und Infrastruktur zuständig. Andere haben mit Booten Vermisste gesucht und Menschen evakuiert.

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