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Rock’n’Roll im Zollhaus

Benno Sökeland schaut auf 50 Jahre Bühnenpräsenz zurück

Sassenberg

Seit 50 Jahren steht Benno Sökeland auf der Bühne. Da kommen Erinnerungen hoch - vor allem, wenn man das Jubiläum mit Wegbegleitern auf der Bühen des Zollhauses begeht.

Von jor

„F.I.T. Reloaded“: Gitarrist Winfried Kruse, Bassist Herby Bittner, Drummer Manfred Meibeck und Benno Sökeland Foto: jor

Von den drei großen Highlights der 1960er- und 70er-Jahre - Sex, Drugs and Rock’n’Roll - war am Samstagabend im Zollhaus nur der Rock’n’Roll zu spüren – der aber gewaltig. Benno Sökelands lieferte einen ganz persönlichen Rückblick auf seine 50 Jahre, in denen er mit verschiedenen Bands auf verschiedenen Bühnen gespielt hat. Seit dem 1. oder dem 11. November 1972, das genaue Datum weiß er nicht mehr, wie er am Samstag bei seinen Reminiszenzen verriet.

Drei der Bands sind auch heute noch aktiv. „Anymonday“, die so heißen, weil sie sich seinerzeit an irgendeinem Montag trafen. Benno Sökeland mit der Gitarre und Wolfram „Herby“ Bittner am Bass mussten am Samstag auf Jens Michel an den Drums verzichten, weil er erkrankt war. Kurzfristig schaffte sich Drummer Stefan Brülle vier der Songs rein und so konnten die rund 30 Besucher des kostenlosen Konzerts eine Kurzversion des Musikstils der Band genießen. „Man hört die Vorliebe für Hardrock“, schmunzelte Sökeland, der sichtlich Spaß an seiner 50-Jahr-Feier hatte.

Benno Sökeland war nicht zu bremsen. Foto: jor

Für die Besucher, die das kleine Zollhaus zwar füllten aber doch irgendwie zu wenige waren, kam der Spaß vor allem bei der zweiten Band „F.I.T. Reloaded“ auf. Die Gruppe, die zur Zeit in der Originalbesetzung von 1980 spielt, ist eine reine Coverband, deren Repertoire aus bekannten und weniger bekannten Songs besteht. Am Samstag war neben Klassikern von den Beatles, Cream und Doobie Brothers sogar ein Countrysong der Rolling Stones dabei. Die Stimmung im Zollhaus stieg mit jedem Stück, das Gitarrist Winfried Kruse, Bassist Herby Bittner, Drummer Manfred Meibeck und Benno Sökeland interpretierten, wobei letzterer einmal mehr zur „Schnüffelrutsche“ griff – man sagt auch Mundharmonika oder Bluesharp dazu.

In jeder Telefonzelle hätten sie damals gespielt, sagte Meibeck, und die vier zählten zahlreiche Namen regional und überregional bekannter Auftrittsorte auf. Die von Sökeland zusammengestellte Multimediashow alter und neuerer Fotos, die über den gesamten Abend per Beamer an die Wand geworfen wurde, tat ihr Übriges, um die Stimmung der Musiker und Besucher anzuheizen. Immer mehr Erinnerungen wurden wach. Den Musikern ging es ähnlich. „Der hat doch auch mal bei uns gespielt, oder?“ Und Meibecks zarten Versuch „Sollen wir anfangen“ schmetterte Winfried Kruse mit einem „Nee, ich erzähl’ erst mal“ kategorisch ab.

Nach der Spätschicht zum Auftritt

Da noch „Blue Shade“ als dritte Band geplant war, mussten sie gefühlt viel zu früh aufhören. Diese Band wurde 2018/19 gegründet und spielt fast ausschließlich eigene Songs mit einer Mischung aus Rock-Blues-Bluesrock mit Einflüssen auch aus Hardrock und Latin. Benno Sökeland schreibt die Songs, singt, und spielt auch hier Gitarre und Mundharmonika. Herby Bittner wechselte ans Keyboard, den Bass übernahm Reinhard Gevers, der schon bei den ersten musikalischen Schritten von Sökeland dabei war. Stefan Brülle saß wieder am Schlagzeug und die Leadgitarre übernahm Wolfgang Hillmann, der direkt von seiner Spätschicht zum Zollhaus gekommen war und sich nur kurz mit dem hervorragenden, von Benno Sökeland selbstgemachten Kartoffelsalat stärken konnte, bevor er die ersten Riffs erklingen ließ.

Echte Mucke eben, echter Rock’n’Roll. Nur Drugs und Sex fehlten. Aber wer die Augen schloss und sich völlig der Musik hingab, konnte zumindest meinen, einen Hauch von Patchouli durch die Luft des Zollhauses ziehen zu spüren.

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