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LED-Anlagen sammeln Verkehrsdaten

Sanfter Druck für schnelle Fahrer

Sassenberg

Die Geschwindigkeitsmessungen in Sassenberg und Füchtorf sind in dieser Woche in die dritte Runde gegangen. Um an neuralgischen Punkten eine bessere Datengrundlage zu bekommen hat die Stadt zwei mobile Verkehrsdisplays angeschafft. Die warnen nicht nur vor zu hoher Geschwindigkeit, sie sammeln auch Daten.

Von Ulrike von Brevern

Die Stadt betreibt seit Herbst zwei mobile Verkehrsdisplaysdisplays. Foto: Ulrike von Brevern

„Keiner kann verhindern, dass gerast wird“, schickt Bauamtsleiter Thomas Middendorf dem Gespräch voraus. Wer unbedingt rasen wolle, sei schwer davon abzuhalten. Diejenigen allerdings, die an einschlägigen Stellen im Ort einfach unbeabsichtigt zu schnell fahren, werden auch in Sassenberg seit Herbst vergangenen Jahres mit mobilen Verkehrsdisplays auf das Problem aufmerksam gemacht.

Die LED-Bildschirme zeigen jedem Verkehrsteilnehmer, der mit mehr als 15 km/h unterwegs ist, in leuchtender Schrift die jeweils gefahrene Geschwindigkeit an. Doch die Anlagen können noch mehr: Die gespeicherten Daten enthüllen, ob Anwohner mit ihren Klagen über Raser recht haben oder eher nicht.

Rund 5000 Euro hat die Stadt in die beiden mobilen Geschwindigkeitsmessanlagen investiert, die seit dieser Woche an der Glandorfer Straße in Füchtorf und der Breslauer Straße in Sassenberg zu finden sind. Das ist bereits der dritte Durchlauf für die Geräte. Davor standen sie an der Vinnenberger Straße in Füchtorf und – eher versteckt – in der 30er Zone an der Vohrener Straße in Sassenberg. Im ersten Durchlauf waren sie an der Tondorf-Straße in Sassenberg und der Sassenberger Straße in Füchtorf installiert waren.

Klagen teilweise berechtigt

Gerade an der Tondorfstraße hatte es immer wieder Klagen der Anwohner über Raser gegeben, die die Straße als innerstädtische Umgehung für den Klingenhagen nutzten und sich nicht an das vorgeschriebene Tempo in der 30er Zone hielten. Die Messungen zeigten: Ganz unrecht haben sie nicht. Dramatisch sei die Situation nach gängigen Grundsätzen allerdings auch nicht, führt Middendorf aus. An der Sassenberger Straße dagegen sei „annähernd eine Punktlandung“ gelungen.

Geschwindigkeitsdisplays Foto: Ulrike von Brevern

Als Grundlage für die Bewertung dient der „V-85-Wert“, der aus allen Daten ermittelt wird, die eine Anlage sammelt. Er beschreibt die Geschwindigkeit, die 85 Prozent aller Fahrzeuge eingehalten haben, und damit das allgemeine Verkehrsniveau. Allerdings sind 15 Prozent der Fahrzeuge auch schneller unterwegs. Wie viel schneller, darüber sagt der Wert nichts aus.

Der V-85-Wert sollte die Geschwindigkeitsvorgabe nicht überschreiten. An der Sassenberger Straße war das mit einem Wert von 49 bei einer vorgegebenen Geschwindigkeit von 50 km/h der Fall. An der Tondorf-Straße lag der Wert allerdings bei 32. „Das ist ein Bereich, wo wir noch keine Panik schieben“, sagt Middendorf, ergänzt aber: „Wenn eine Überschreitung da ist, muss ich genauer hinschauen.“ Eine Kontrollmessung soll Aufklärung bringen.

Autark dank Solarzelle

Die mobilen Displays arbeiten vollkommen autark. Während der Zeit, in der sie ihre verkehrserzieherische Wirkung entfalten, versorgen sie sich per Solar-Panel selbst mit Strom. Die Daten werden ausgelesen und ausgewertet, wenn wie jetzt, der Standort wechselt.

Geschwindigkeitsdisplays Foto: Ulrike von Brevern

Die Stadt lasse sich im Augenblick rund ein halbes Jahr damit Zeit, um verlässliche Informationen zu gewinnen. „Aber wir wollen an der Stelle auch noch lernen“, hält Middendorf fest. Es gilt, Balance zu halten zwischen verkehrserzieherischer Wirkung und Gewöhnungseffekt. Anregungen von Bürgern für einen Standort würden gerne entgegengenommen, so Middendorf.

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