1. www.wn.de
  2. >
  3. Münsterland
  4. >
  5. Sassenberg
  6. >
  7. Sassenberg: Auf der Jagd nach Touristen

  8. >

Messstation bewacht 100-Schlösser-Route

Auf der Jagd nach Touristen

Füchtorf

Warum steht da eigentlich eine Messstation für den Fahrradverkehr neben dem Schützenplatz in Füchtorf? Sie soll Touristen auf der 100-Schlösser-Route durchs Münsterland zählen.

Von Ulrike von Brevern

Zwischen Schützenplatz und Haus Harkotten zählt der Verein Münsterland e.V. die Fahrradfahrer, die den Messpunkt für die 100-Schlösser-Route passieren. Foto: Ulrike von Brevern

„Wir haben bislang für den Radverkehr keine validen Zahlen“, sagt Hans-Joachim Gerdemann, verantwortlich für den Bereich Tourenplanung bei der Regionalmarketingagentur „Münsterland e.V.“. Genau aus diesem Grund steht bereits seit November etwas abseits vom Schützenplatz ein Holzpflock mit Solarpanel und Messfühler in der Böschung und misst den passierenden Verkehr auf dem parallel zur Bundesstraße verlaufenden Fahrradweg. Er ist Bestandteil einer Radverkehrsuntersuchung des Vereins.

Im Mittelpunkt des Interesses steht dabei allerdings nicht der Alltagsverkehr. Münsterland e.V. hat sich unter anderem die Förderung des Fahrradtourismus in der „Radregion Münsterland“ auf die Fahnen geschrieben. Dazu gehört als Premium-Angebot die 100-Schlösser-Route, die genau an diesem Messpunkt vorbeiführt – allerdings auch genauso gut auf dem Fahrradweg auf der anderen Seite der Bundesstraße, der vom Wanderparkplatz vor dem Schloss Harkotten abgeht. Warum also gerade der Messfühler am touristisch weniger nachgefragten Schützenplatz?

Eine von nur 20 Stationen auf gut 1000 Kilometern

Dass Füchtorf überhaupt eine der gerade einmal 20 Messstationen erhalten hat, die für die gesamte rund 1100 Kilometer lange 100-Schlösser-Route zur Verfügung standen, liegt zum einen an der Doppelschlossanlage, bestätigt Gerdemann. Noch wichtiger allerdings: Genau an der Harkottener Brücke treffen mit der Nord- und Ostroute zwei kürzere Alternativen zum großen Rundkurs aufeinander. Die merkwürdige Ausstülpung der Strecke, die die Route entlang der Bundesstraße macht, ist damit ein Muss.

Den genauen Standort des Messfühlers hat dann die Leipziger-Spezialfirma bestimmt, die mit solcherlei Messungen schon in anderen Tourismusregionen, etwa im Allgäu, Erfahrung habe. So oder so musste eine Entscheidung getroffen werden. Schließlich soll der Fühler möglichst zielgenau die Radler auf der Tourismusroute erfassen. Um die Füchtorfer, Glandorfer oder Sassenberger, die den Weg als Alltags oder Ausflugsstrecke nutzen, werden die Daten am Ende ohnehin bereinigt.

Befragungen ergänzen die Zähldaten

Das ist unter anderem durch qualitative Befragungen möglich, die begleitend zur Zählung an zwei Tagen im Frühsommer und etwas später im Jahr in der Nähe der Stationen durchgeführt werden, erläutert Gerdemann. Das Projekt kostet für das gesamte Münsterland rund 84 000 Euro, die aus dem Förderprojekt „Schlösser- und Burgenregion Münsterland“ finanziert werden. Gemessen wird ein ganzes Jahr lang.

Ebenfalls dieses Jahr sollen dann auch noch die Ergebnisse der Studie vorliegen. „Die qualifizierten Daten gehen an die Gemeinde“, kündigt Tourismusfachmann Gerdemann an. Die kann sie dann in die eigenen touristischen Pläne einbeziehen.

Startseite
ANZEIGE