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Büchereiaktionen im Sommer

„Schätze“ warten auf Entdecker

Sassenberg

Kinder und Erwachsene kommen in diesem Jahr bei den Sommerferienaktionen der Sassenberger Bücherei auf ihre Kosten.

Von Ulrike von Brevern

Die Büchereimitarbeiterinnen Renate Gausepohl, Alexandra Kruse, Renate Preuß und Petra Große Beckmann präsentieren die geheimnisvolle Leseaktion für Erwachsene. Foto: Ulrike von Brevern

„An einem Sonntagnachmittag im Winter 1936 beschloss Margarete Hegewald kein Kind mehr zu sein.“ Mit diesen geheimnisvollen Worten beginnt einer der „Verborgenen Schätze“ der katholischen öffentlichen Bücherei „Die Bücherei St. Johannes Evangelist“. Ein anderer, der mit dem Wort „Kriminalroman“ gekennzeichnet ist, startet mit dem Satz: „Hedda Kernbach sah den Tod im weißen Strick.“

Was beide gemeinsam haben: Sie sind in unauffälliges braunes Packpapier verpackt, auf dem Titel prangt eine Kopie der ersten Seite des Buches, das sich darin verbirgt – kein Autor, kein Titel und vor allem auch kein Titelbild. Die „Verborgenen Schätze“ sind eine von zwei Sommerferienaktionen, die sich das Team der Sassenberger Bücherei in diesem Jahr ausgedacht hat.

„Wir machen sonst ja immer etwas für Kinder „aber in diesem Jahr wollten wir mit der einen Aktion auch den Erwachsenen einmal etwas anbieten“, erläutert Büchereileiterin Hiltraut Bergmann. Aber natürlich wurden auch die Kinder nicht vergessen: Für sie gibt es Lesungen an spannenden Orten und mit einer weiteren Besonderheit. Immer dabei ist mit Jürgen Nettelnstroth auch mal ein männlicher Vorlesefan.

An Bestsellerlisten orientiert

Auf die Idee mit den „Verborgenen Schätzen“ hat das Team die Statistik gebracht. „Das sind alles Bücher, die bei uns nicht so oft ausgeliehen wurden, wie sie es verdient hätten“, erläutert Bergmann. Die Werke sind nicht älter als vier oder fünf Jahre, die Zahl ihrer Entleiher ist aber an einer Hand abzählbar, obwohl sie mit gewohnt großer Sorgfalt ausgewählt wurden. Dabei kennt das Team den Geschmack seiner Kundschaft eigentlich recht gut. „Wir sind stark an den Bestsellerlisten orientiert“, sagt Bergmann, aber auch die Vorschlagslisten des Bonner Borromäusvereins, der die katholischen Büchereien fachlich unterstützt, werden regelmäßig durchforstet. „Dann denkst du, der Inhalt klingt interessant, und wenn das Buch dann kommt, hat es ein Cover, das keinen interessiert“, nennt die Büchereileiterin ein Problem, mit dem die „Verlorenen Schätze“ zu kämpfen haben.

Die Frage des Covers ist nun durch das Packpapier elegant gelöst. Tatsächlich aber geht die Tarnung noch weiter. Selbst aus dem Barcode, über den das Buch entliehen wird, ist anders als sonst absolut kein Hinweis auf seine Identität herauszulesen. 30 solche Barcodes hatte die Bücherei noch – entsprechend gibt es genau 30 „Verborgene Schätze“, die neugierige Leser ab 26. Juni (Sonntag) zu den Öffnungszeiten der Bücherei anhand ihrer ersten Seite entdecken und ausleihen können.

Nach Büchern, die zu den ungewöhnlichen Leseorten für Kinder passen, stöbern Jürgen Nettelnstroth und Hiltraut Bergmann. Foto: Ulrike von Brevern

Für die Jugend hat das Team in zwei Altersgruppen ungewöhnliche Orte ausgemacht, an denen sie einerseits Spannendes entdecken, andererseits auch schöne Geschichten hören können. Sabrina Peschke und Jürgen Nettelnstroth werden am 7. Juli (Donnerstag) um 16 Uhr mit bis zu 15 Kindern zwischen sieben und elf Jahren das städtische Klärwerk besuchen. Die jüngeren Kinder im Alter von fünf bis neun Jahren können am Ende der Ferien gemeinsam mit Nettelnstroth und der Büchereileiterin am 28. Juli (Donnerstag) um 15 Uhr die Feuerwehr und das Gerätehaus in Sassenberg entdecken. Welche spannenden Geschichten genau an den beiden Nachmittagen gelesen werden, bleibt noch ein Geheimnis. Die Anmeldung ist ausschließlich über WhatsApp unter 01 78 / 7 64 64 99 möglich.

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