1. www.wn.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Sassenberg
  6. >
  7. Schnatsteine markierten das Jagdrevier

  8. >

Radtour entlang historischer Grenzen

Schnatsteine markierten das Jagdrevier

Sassenberg

Vom einst großen Einfluss Sassenbergs zeugen heute noch fünf erhaltene der ursprünglich 13 Schnatsteine, die das Jagdrevier markierten. Im Rahmen einer Schnatfahrt erläuterte Josef Schilling die Bedeutung.

Von Christopher Irmler

An den Stationen klärte Josef Schilling über die durch die Steine definierten Grenzen auf. Foto: Christopher Irmler

„Sassenberg hat eine lebhafte Vergangenheit“, stimmte Josef Schilling seine gut 30 Zuhörer ein. Am Samstagnachmittag nahm er die Gruppe mit auf eine knapp 30 Kilometer lange Fahrradtour entlang historischer Grenzen. Als einstige Nebenresidenz und Amtsitz des Fürstbischofs von Münster hatte Sassenberg in der Region durchaus Gewicht, wie Schilling im Rahmen der sogenannten Schnatfahrt anlässlich des 900-jährigen Bestehens Sassenbergs ein ums andere Mal deutlich machte. „Sassenberg war seit etwa 1300 eines von nur zwölf Ämtern des Fürstbistums.“ Und dieses ähnelte dem heutigen Bistum – inklusive der Gebiete um Cloppenburg, Oldenburg und Vechta. „Dieses damalige Amt Sassenberg entsprach in großen Teilen dem Altkreis Warendorf – bis hin zu den Klöstern Marienfeld, Freckenhorst und Rengering.“ Vom einst großen Einfluss zeugen heute noch fünf erhaltene der ursprünglich 13 Schnatsteine, die das Jagdrevier markierten. Der 1732 in Gröblingen aufgestellte Schnatstein trägt sowohl Schwert als auch Krummstab – ein deutliches Zeichen für die gebündelte weltliche und geistliche Macht. Dieser Stein, so ordnete Schilling ein, war einst der siebte seiner Art. Er ist bis heute gut erhalten und kann mit ein wenig Geschick entziffert werden.

Josef Schilling

Ganz anders stellte sich die Situation bei der nächsten Station der gut zweistündigen Radtour dar. Im Warendorfer Sophienpark erinnert heute wenig an die historische Stätte. Der siebte Stein am Dreisprung ist deutlich verwittert und kaum noch lesbar. Er zeigte den Warendorfern deutlich die (Jagd-)Grenzen auf. „Das Wappen ist allenfalls noch zu erahnen“, bedauerte Schilling beim Anblick des halb zugewachsenen Steins. „Sassenberg hatte eine erhebliche Bedeutung – deutlich mehr als Warendorf“, so Schilling. „Ich habe das da für einen einfachen Findling gehalten“, staunte ein Zuhörer nicht schlecht. Man müsse mit einem Schild auf die Bedeutung dieses Steins hinweisen, so der Wunsch einer Teilnehmerin. Zumindest das Freischneiden müsse doch möglich sein. Den Einwand nahm auch Sassenbergs mitradelnder Bürgermeister Josef Uphoff gerne an. Im Gegensatz zu Würdenträgern in der Vergangenheit sei das mit Weisungen aus der Hesselstadt nicht mehr so einfach. Heutzutage liege die Zuständigkeit eindeutig beim Bürgermeister der Stadt Warendorf, wie er schmunzelnd anmerkte.

Entlang der Ems ging es zu den nächsten drei Grenzsteinen der Sassenberger Hasenkammer im östlichen Außenbereich der heutigen Stadt. Auch ein Absteicher zu jener Stelle, an der einst der erste Schnatstein aufgestellt wurde, durfte nicht fehlen. Hierzu führte Schilling die Gruppe in die Nähe des Dreidörferecks in der Feldmark.

Startseite