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Zum zweiten Mal Festwochenende ohne Fest

Schützen ohne Sorgen um Verein

Füchtorf

Andere Vereine sind froh, wenn alle Mitglieder trotz Corona bleiben. Die Füchtorfer Schützen haben sogar Mitgliederzuwächse.

Von Christopher Irmlerund

Vor 50 Jahren präsentierte sich die Throngesellschaft (v.l.) Maria Altenau, Heinz Hälker, Gerda und Bernhard Rothaus, Margret Tünte (später Jansen), Johannes Elfenkemper, Inge Schepers (später Schlingmann), Karl Schlingmann, Gertrud und Felix Wessel, Maria Schlingmann (später Laumann), Kalle Laumann, Mathilde Hemmesmann (später Lütke-Wienker) und Josef Lütke-Wienker auf dem Tie. Bürgerschützenpräsident Wilfried Holtkämper und dem Vorsitzenden Olaf Elverkämper (kl. Foto v.l.) bleibt in diesem Jahr wieder nur der Blick in die Chronik. Foto:

Füchtorfs Schützen gehören für gewöhnlich zu den Frühstartern der alljährlichen Schützenfestsaison im Kreis Warendorf. Eigentlich wäre es am kommenden Wochenende wieder soweit. Doch schweren Herzens musste der Vorstand um Präsident Wilfried Holtkämper und den Vorsitzenden Olaf Elverkämper das große Fest zum zweiten Mal in Folge absagen. „Wenn wir Schützenfest feiern, wollen wir ein Schützenfest für alle“, betont Elverkämper. In Pandemiezeiten sei dies unmöglich. Schließlich gehe die Gesundheit vor.

Wilfried Holtkämper

Und dennoch lässt es sich das Duo nicht nehmen, mit einem Blick in die Vereinschronik an die Jubelkönige zu erinnern. Vor 25 Jahren gelang Josef Lienker der entscheidende Schuss. Gemeinsam mit Königin Agnes regierte er ein Jahr den Bürgerschützenverein. 1981 gab Gustav Schulze Wienker jun. den 376. und entscheidenden Schuss ab. Genau 25 Jahre zuvor war seinem Vater Gustav dieses Kunststück gelungen.

Nun, im Jahr 2021, wiederholt sich eher unfreiwillig die Geschichte der familiären Jubilare. So war Karl Schlingmann vor 50 Jahren gemeinsam mit seiner Königin Inge König der Füchtorfer Schützen. Sein Sohn Carsten errang bereits im Jahr 2019 die Königswürde. Aufgrund der neuerlichen Absage bleiben Carsten Schlingmann und Ehefrau Sonja aber nun ein weiteres Jahr in Amt und Würden.

Sobald wie möglich – wahrscheinlich beim Schützenfest 2022 – möchten Elverkämper und Holtkämper die Majestäten gebührend ehren. Es dürften Feierlichkeiten in großer Runde werden. Schließlich konnten bereits die Jubelpaare 2020 nicht geehrt werden, ebenso wie langjährige Mitglieder aus Ehrengarde, Schützenmädels und Spielmannszug.

Olaf Elverkämper

Nicht fehlen darf die Ehrung jener Vereinsmitglieder, die dem Verein seit 25 oder gar 50 Jahren die Treue halten. Gerade dieser Punkt stimmt das Führungsduo optimistisch. Denn obwohl der Vereinsbetrieb gänzlich ruht, traten junge Füchtorfer dem Schützenverein bei. „Sie sagten, sie könnten zwar noch nicht mitfeiern, wären aber gerne schon mal Mitglieder“, berichtet Elverkämper. Diese Vorfreude, so die Bitte des Vorstands, sollen die Füchtorfer in den kommenden Tagen auch zum Ausdruck bringen. Das Mittel der Wahl wäre das Hissen der Schützenfahnen. „Wer es in Kleingruppen und mit entsprechendem Abstand hinbekommt, darf auch gerne die Straßen schmücken.“

Sorgen müsse sich derweil niemand um den Verein machen. Die Mitglieder halten ihm die Treue, die Sponsoren bleiben an Bord, Schützenplatz und Schützenhalle sind in Vereinsbesitz. „Wir sind sehr froh über diese Unterstützung“, betont Elverkämper. Und dennoch

dürften in Zukunft Veränderungen auf den Verein zukommen, glaubt Holtkämper.

„Es wird andere Hygienebestimmungen geben. Wir werden auch andere Verträge sehen – sei es mit Festwirten, Zeltverleihern oder Caterern“, ist er von dauerhaften Veränderungen überzeugt. Und dennoch blickt das Duo bereits voller Vorfreude auf das Jahr 2023. Dann wollen die Schützen ihr 175-jähriges Bestehen gebührend – und normal – feiern.

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