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Ferienschwimmkurse im Freibad starten

„Schwimmen muss man üben!“

Sassenberg

Im Freibad starten endlich wieder die Ferienschwimmkurse. „Für uns ist es ganz wichtig, dass die Kinder schwimmen lernen, darum sind wir auch froh, das Angebot machen zu können“, sagt Hauptamtsleiter Martin Kniesel.

Von Ulrike von Brevern

Elias (oben) fühlt sich im Wasser schon mal wohl. In der ersten Stunde lernten die Kinder aber auch auf dem Wasser zu liegen (r) und hinein zu „blubbern“. Foto: Ulrike von Brevern

Der Himmel ist bleigrau, stetig tröpfelt ein leichter Regen. Freibadwetter? Fehlanzeige! Dennoch drehen überraschend viele Schwimmer unterschiedlichen Alters ihre Runden im Freibad. Fabian, Elias Demian und Damian folgen den beiden Schwimmmeisterinnen Heike Höft und Theresa Langehenke dagegen eher zögernd unter die Dusche und ins kühle Nass. Für sie startete am Dienstagvormittag der Ferienschwimmkurs.

Seit 2008 werden diese Kurse im Freibad angeboten. Sie richten sich an Kinder der dritten bis sechsten Klassen, die gar nicht oder noch nicht sicher schwimmen können, erläutert Hauptamtsleiter Martin Kniesel, der zum Auftakt in den Brook gekommen ist. Finanziert werden die Kurse unter dem Motto „NRW kann schwimmen“ vom Land. „Für uns ist es ganz wichtig, dass die Kinder schwimmen lernen, darum sind wir auch froh, das Angebot machen zu können“, sagt Kniesel.

Heike Höft

Jeweils drei Wochen dauert so ein Kurs, 20 Kinder sind in diesem Jahr insgesamt angemeldet, deutlich weniger als es wohl nötig hätten, schätzt Schwimmmeisterin Heike Höft. Die Kinderschwimmkurse die das Freibadteam zweimal pro Tag anbietet sind jedenfalls vollständig ausgelastet. „Es gibt ganz viel Nachholbedarf“, sagt Höft. Sind die kleinen Schwimmanwärter sonst meist etwa fünf Jahre alt, sind in diesem Jahr auch viele Sechs- und Siebenjährige dabei, die im Coronasommer keine Chance hatten. Höft führt eine Liste mit über 100 Anmeldungen, für Nachzügler besteht da kaum eine Chance: „Wir können nicht genau sagen, wie viele Kinder wir nehmen können“, erläutert die Schwimmmeisterin, „denn bei uns geht ein Kurs immer so lange, bis die Kinder schwimmen können. Das sind meist drei Wochen, aber eben nicht immer.“

Sassenberger Kinder lernen anders als ihre Füchtorfer Altersgenossen privat schwimmen. „Wir bitten die Eltern schon vor und bei der Einschulung, mit ihren Kindern private Schwimmkurse zu besuchen und weisen auf die ‚Lebenswichtigkeit‘ des Schwimmenkönnens hin“, berichtete Stefanie Dilla-Kell, Leiterin der St.-Nikolaus-Grundschule. Unterricht erteilt die Schule angesichts mangelnder Bad-Kapazitäten und zu hoher Kosten allerdings nicht. Es gibt auch nur eine Lehrerin mit entsprechender Befähigung. Obwohl an der Johannesschule ausreichend Sportlehrer Schwimmunterricht erteilen dürfen, gibt es auch hier nur im Sommer, wenn das Freibad offen hat und die Witterungs mitspielt, Schwimmunterricht für die dritten und vierten Schuljahre. „Leider hat uns Corona sowohl letztes als auch dieses stark ausgebremst, bedauert Schulleiterin Maria Erdmann. Und noch an anderer Stelle zeige Corona seine Wirkung, erläutert Dilla-Kell: Den Kindern fehlt Kondition und Übung. Eltern fragen übrigens an beiden Schulen nur selten nach Schwimmunterricht.

In den Lehrplan integriert hat nur die Füchtorfer Grundschule das Schwimmenlernen. Dafür fahrend die Drittklässler ein halbes Jahr lang nach Glandorf ins Hallenbad. „Unser Ziel ist es, das jedes Kind schwimmen kann, wenn es die Grundschule verlässt“, hält Schulleiterin Marlies Borisch fest. Auch wenn es länger als das halbe Jahr dauern sollte. Allerdings bremste auch hier Corona, denn das Hallenbad war geschlossen.

Für Schwimmmeisterin Heike Höft, die seit vielen Jahren Kindern das Schwimmen beibringt, ist es allerdings gar nicht einmal so wichtig, sehr früh schwimmen zu lernen. „Man muss keinen Druck machen, dass die Kinder das schon vor der Schule können.“ Bei manchen Kindern gehe es etwas später dann viel leichter. Wichtig dagegen sei es, im Training zu bleiben: „Schwimmen muss man üben!“

Das zeigte sich auch im Schwimmkurs am Mittwoch. Einige der Kinder hatten schon einmal Schwimmen gelernt, nur jetzt klappt es nicht mehr. In der ersten Stunde stehen zunächst ganz einfache Dinge wie gleiten, strampeln und untertauchen auf dem Programm. Springen mag noch niemand. Aber dafür ist ja auch noch Zeit Nach 12 Schwimmstunden sollen die vier am Ende des Kurses das „Seepferdchen“ machen können und die Schwimmanforderungen für das Sportabzeichen erfüllen. Aber vielleicht wird es auch ein Bronze-Abzeichen. Dafür müssten die Jungs vier Bahnen schaffen, das sind 200 Meter.

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