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Historischer Rundgang

Spannende Reise zu verborgenen Schätzen

Sassenberg

Das 900-jährige Bestehen der Stadt Sassenberg war der Anlass dafür, dass zwei historische Rundgänge konzipiert wurden, um an historische Schätze in der Stadtgeschichte zu erinnern. Einer dieser Rundgänge widmet sich der Historie des Tiergartens. Dr. Ansgar Russell vermittelte den Teilnehmern zu diesem Thema spannende Einblicke.

-cirm-

Dr. Ansgar Russell (li.) führte interessierte Radfahrer durch das heutige Naturschutz- und Naherholungsgebiet. Zudem präsentierte er seinen Zuhörern Ansichten der historischen Wasserwege. Foto: Christopher Irmler

Es gab Zeiten, da blickte der europäische Adel erstaunt auf Sassenberg und eine besondere Errungenschaft. Hier entstand auf Geheiß von Fürstbischof Christoph Bernhard von Galen im 17. Jahrhundert ein Tiergarten – eine wahres Prestigeobjekt und die damals einzige Anlage dieser Art in Norddeutschland. Der heute berühmte Berliner Tiergarten, so berichtet Dr. Ansgar Russell seinen Zuhörern, entstand erst später. Es waren spannende Einblicke, die Russell den Teilnehmern des großen Jubiläums-Rundgangs gewährte. Im Rahmen des 900-jährigen Bestehens Sassenbergs hatte eine Arbeitsgruppe zwei historische Rundgänge konzipiert (die WN berichteten). Einer davon widmet sich der Historie des Tiergartens. Am Wochenende führte Russell seine Zuhörer durch den heimischen Brook und erinnerte an einstige Nutzungskonzepte, kunstvolle Wegeführungen und den Hang damaliger Würdenträger, sich durch großzügige Alleen und Sichtachsen in Szene zu setzen. „Vieles muss erst entdeckt werden, aber es kann eben auch sehr spannend sein, diese verborgenen Dinge dann zu finden“, macht Russell mit Blick auf das Bodendenkmal deutlich.

Nichts zu sehen vom Schneckenberg

Vom einstigen Schneckenberg etwa ist heute nichts mehr zu sehen. Er befand sich unweit des heutigen Schützenplatzes. Der künstlich angelegte Hügel wurde als Aussichtsplattform konzipiert und ermöglichte durch die spiralförmige Wegführung zum Gipfel jederzeit spannende Perspektiven auf die Umgebung. Zugleich fungierte der Schneckenberg als sogenannte Gelenkstelle in der Tiergartenanlage. Und auch wenn heutzutage die Hessel in unmittelbarer Nähe am damaligen Aussichtspunkt vorbei führt, seien die Gegebenheiten nicht mehr miteinander zu vergleichen.

„Sie müssen sich den Schneckenberg als eine Insel vorstellen“, so Russell mit Blick auf eine historische Darstellung. Und tatsächlich spielten die angelegten Grabensysteme eine wichtige Rolle - so auch im Falle der nächsten Station des Rundgangs, der Entenkoje. Der Tiergarten beheimatete zwar keine exotischen Tiere - dieser Trend setzte erst deutlich später ein - dafür jedoch heimische Tiere wie Fasane oder eben Enten, die zugleich die Versorgung des Fürstbischofs sicherstellten. Weitere Stationen auf der über drei Kilometer langen Route waren das einstige Amtsjägerhaus, der Kaninchenberg und die Birkenallee.

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