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Wohnraum für geflüchtete Menschen

Stadt baut an der Vennstraße

Sassenberg

An der Vennstraße sollen so schnell wie möglich zwei Gebäude mit sieben Zwei- bis Dreizimmerwohnungen für geflüchtete Menschen entstehen. Bauträger ist die Stadt Sassenberg. Die Pläne der Wohnbaugenossenschaft Warendorf können übernommen werden.

Von Ulrike von Brevern

An der Vennstraße sollen so schnell wie möglich zwei Gebäude mit sieben Zwei- bis Dreizimmerwohnungen für geflüchtete Menschen entstehen. Bauträger ist die Stadt Sassenberg. Foto: Ulrike von Brevern

Die geplanten Wohnungen für geflüchtete Menschen, die kurzfristig gebaut werden sollten, können schneller kommen, als erwartet. Die Wohnungsbaugenossenschaft Warendorf hat angeboten, ihre eigenen Bauabsichten für Sozialwohnungen auf dem derzeit noch städtischen Grundstück an der Vennstraße zurückzustellen, so dass die Stadt dort ihr Bauvorhaben umsetzten kann. Zugleich könnten die Planungen der Genossenschaft übernommen und damit Zeit gespart werden. Diesen Vorschlag stellte Bürgermeister Josef Uphoff bei der jüngsten Sitzung des Infrastrukturausschusses im Ratssaal vor. Die Verwaltung war beauftragt, für den Bau von Wohnungen für Geflüchtete ein geeignetes Grundstück mit einer Größe von rund 2000 Quadratmetern in städtischem Besitz ausfindig zu machen.

Ursprünglich zu diskutieren war zum einen über einen Standort in unmittelbarer Nähe, in dem geplanten Neubaugebiet neben dem inzwischen abgerissenen Herxfeld-Kindergarten. Zum anderen wären auch das ehemalige Gerco-Gelände sowie ein Grundstück im neuen Baugebiet „Südlich der Christian Rath-Straße“ möglich gewesen. In allen drei Gebieten ist der Planungsprozess allerdings anders als an der Vennstraße noch nicht abgeschlossen.

Erich Lentz, Grüne

Aufgeben wolle die Wohnungsbaugenossenschaft Warendorf ihre Baupläne in Sassenberg nicht, erläuterte Uphoff. Da derzeit andere Baumaßnahmen aber länger dauerten als geplant, habe die Genossenschaft „offensiv angeboten“, den Kauf des städtischen Grundstücks an der Vennstraße zu verschieben und später an anderer Stelle zu bauen.

In Bezug auf das Grundstück waren sich alle Fraktionen einig, das Angebot anzunehmen. In Bezug auf die Gebäudeplanung gab es allerdings einigen Diskussionsbedarf. Knackpunkt waren die Kosten: Immerhin sind laut Schätzung rund 1,98 Millionen Euro pro Gebäude mit sieben Zwei- bis Dreizimmerwohnungen angesetzt. Das seien „Quadratmeterpreise wie in Münster“, merkte Erich Lentz (Grüne) an. In Sassenberg müsse es günstiger gehen.

Auch Johannes Philipper (FDP) forderte bei grundsätzlicher Zustimmung eine Wirtschaftlichkeitsprüfung. Dabei verwies Peter Holz (FWG) auch auf den Ausbaustandard, der entsprechend angepasst werden könnte. „Der liegt bei Flüchtlingswohnungen einen Standard drunter“, gab Lentz zu. „Die Preisstruktur wird die gleiche sein, egal, wo wir das Haus hinstellen. Es dauert nur länger“, gab Johannes Philipper (CDU) zu bedenken. Zudem handele es sich bei den Preisen ohnehin nur um normierte Schätzungen, betonte Uphoff: „Die Wahrheit kommt am Tag der Ausschreibungsergebnisse.“ Aufgrund der gegenwärtigen Kostenstruktur am Bau seien die derzeit ungewiss, ergänzte Holz.

Johannes Philipper, FDP

Über die Notwendigkeit eines Neubaus, gab es keinen Diskussionsbedarf, so dass entsprechende Mittel in den Haushalt des kommenden Jahres eingestellt werden sollen. Ein Nachtragshaushalt für dieses Jahr werde nicht gebraucht, da das Land für Baumaßnahmen in Zusammenhang mit Ukraineflüchtlingen Ausnahmen vorsehe, erläuterte Uphoff.

Die Ausschussmitglieder beauftragten die Verwaltung, den Bauantrag für den Neubau der beiden Gebäude an der Vennstraße zeitnah beim Kreis einzureichen und die notwendigen Schritte für die weitere Planung voranzutreiben.

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