1. www.wn.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Sassenberg
  6. >
  7. Stadt braucht Wohnraum für Familien

  8. >

Flüchtlinge: Mehr Geld für Geduldete, aber auch hohe Rückzahlungen

Stadt braucht Wohnraum für Familien

Sassenberg

Der städtische Appell richtet sich an die Bürgerinnen und Bürger aus Sassenberg: In Sassenberg werden dringend Wohnungen für Familien zur Miete benötigt – die Unterbringungssituation für Flüchtlinge habe sich verschärft.

-uvb-

Wohnraum für Familien wird benötigt. Foto: imago

Innerhalb von nur drei Monaten hat sich für die Stadt Sassenberg die Unterbringungssituation für Flüchtlinge gravierend verschärft. Darauf machte Sozialamtsleiter Helmut Helfers im Sozialausschuss aufmerksam. „Wir bitten Sassenbergerinnen und Sassenberger dringend, uns Wohnungen für Familien zur Miete anzubieten“, appellierte er. Die Verwaltung werde Sorge für verlässliche Mieter tragen und keine Einzelpersonen dort unterbringen. „Wir haben das Ziel, Familien einen geschlossenen Rückzugsraum anbieten zu können, damit sie hier in Sassenberg einen vernünftigen Start erleben“, sagte Helfers.

Noch Ende August sei die Zuweisungssituation relativ entspannt gewesen. Doch von 39 Zuweisungen in 2021 seinen 23 in den vergangenen drei Monaten erfolgt, darunter drei Familien. Das Land habe angekündigt, dass in den kommenden Wochen mit weiteren Menschen zu rechnen sei.

Land hat Pauschalen erhöht

Finanziell hatte der Sozialamtsleiter eine gute und eine schlechte Nachricht. Nach Protesten der Kommunen habe das Land die Pauschalen für die Unterbringung und Versorgung im Verfahren befindlicher Asylbewerber rückwirkend für 2021 auf 10 500 Euro erhöht. Zudem gebe es nun auch für geduldete Menschen eine Pauschale. Bislang musste die Stadt die Kosten ab dem vierten Monat nach dem abschlägigen Asylbescheid selbst übernehmen. Für Geduldete, die bereits vor 2021 diesen Status erhielten, bekommt die Stadt bis 2024 insgesamt pauschale Zahlungen von knapp 500 000 Euro.

Andererseits muss Sassenberg nach Prüfung durch die Bezirksregierung allein für 2017 knapp 200 000 Euro an falsch abgerechneten Pauschalen zurückzahlen, bedauerte Helfers. „Wir rechnen nach besten Wissen und Gewissen ab“, betonte der Sozialamtsleiter. Die Kommunen hätten aber keine Möglichkeit, sich über den aktuellen Aufenthaltsstatus der Menschen zu informieren. Die Bundesbehörden informierten mit Zeitverzug über den Stand des Asylverfahrens. Entsprechend sind für die weiteren Jahre ab 2018 nach der Prüfung ebenfalls hohe Rückzahlungen zu erwarten. 

Startseite
ANZEIGE