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Hauptversammlung des landwirtschaftlichen Ortsverbandes

Stadt dankt für Unterstützen der Feuerwehr

Füchtorf

Im kommunalen Zusammenleben zeigen sich die Landwirte in Sassenberg und Füchtorf sehr entgegenkommend, stellte Bürgermeister Josef Uphoff bei der Winterversammlung heraus. Die Bauern selber sehen sich dabei zum Teil einer herausfordernden Marktlage gegenüber. Zum letzten Mal vor dem Ruhestand berichtete Ulrich Bultmann von der Landwirtschaftskammer über Höhen und Tiefen des landwirtschaftlichen Umfeldes.

-uvb-

Für die Landwirtschaftskammer war Ulrich Bultmann (Mitte) zum letzten Mal dabei. Ihm folgt Fabian Menkhaus (3. v.r.). Die Ortsvorsitzenden Eike Höllmann (l.) und Hubert Schulze Roberg (2.v.r.) überreichten einen Geschenkkorb. Dr. Mattias Quast (2.v.l.) und Karl Werring (r.) informierten über den WLV Foto: Ulrike von Brevern

Die Landwirte – auch in Sassenberg und Füchtorf – müssen derzeit mit einer sehr heterogenen Marktlage zurecht kommen. Zugleich macht ihnen eine Flut an rechtlichen und förderrechtliche Vorgaben nicht nur aktuell das Leben schwer, sondern belasten auch längerfristige betriebliche Planungen. Das ging aus den Referaten sowohl von Vertreten des eigenen Interessenverbandes, dem Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband (WLV), als auch der Landwirtschaftskammer hervor, die bei der diesjährigen Winterversammlung des Landwirtschaftlichen Ortsverbandes Füchtorf und Sassenberg in der Gaststätte Artkamp breiten Raum einnahmen.

Bürgermeister Josef Uphoff

Doch zuvor hatte Bürgermeister Josef Uphoff das Wort, der einen ausdrücklichen Dank an die Landwirte richtete: Es gebe in vielen Bereichen eine gute Zusammenarbeit mit der Kommune. Das habe sich in diesem Sommer beispielhaft bei der Bekämpfung von Flächenbränden gezeigt. Landwirte seien bereitwillig mit Grubber, Pflug und Wasserfass zur Hilfe gekommen, um die Brände schon im Entstehen „einzufangen“. „Solche Gerätschaften kann die kommunale Wehr nicht vorhalten.“

Beim Thema Wasser müsse man im „Gespräch auf Augenhöhe bleiben“ wünschte sich der Bürgermeister und sprach dabei sowohl die Trockenschäden in Zusammenhang mit der Wasserförderung in Füchtorf an, als auch den Neubau von Brunnen an der Ems, die zu einem neuen Zuschnitt des Wasserschutzgebietes führen würden.

Ulrich Bultmann

Das letzte Mal in seiner Laufbahn als Geschäftsführer der Kreisstelle Warendorf der Landwirtschaftskammer brachte Ulrich Bultmann die Landwirte bei einer Versammlung auf den neuesten Stand der Dinge. Er geht Ende Januar nach 35 Jahren bei der Landwirtschaftskammer in den Ruhestand. „Dass das meine Abschiedstour ist, ist bei mir noch gar nicht richtig angekommen“, bekannte er. Sein Nachfolger, der aus Bramsche stammende Agrarwissenschaftler und -praktiker Fabian Menkhaus, der bereits seit Oktober in Warendorf anzutreffen ist, stellte sich zugleich vor.

Menkhaus übernahm als Experte auch den emissionsrechtlichen Teil des Kammerberichtes. Er mahnte insbesondere in Bezug auf die neuen Bestimmungen zur Luftreinhaltung ruhig zu bleiben und kündigte für Anfang des Jahres Infoschreiben an.

Ulrich Bultmann

Wenig Erfreuliches hatte Bultmann über den Stand der gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) zu berichten, die verpflichtende Umweltprogramme für Landwirte umfasst. Die entsprechenden Auszahlungen hätten sich aufgrund des neuen satellitengestützten Verfahrens als komplex erwiesen. Eine Auszahlungsquote von 100 Prozent werde bis Ende des Jahres nicht erreicht. Auch bei der weiteren Ausgestaltung der GAP gebe es viele Unsicherheiten. „Auch wir haben nur bedingt Spaß an dieser Regelwut“, bekannte er zu den äußerst komplexen Vorgaben für die Agrarwirtschaft, gab allerdings auch zu bedenken: „Das ist nicht nur blöde Bürokratie, sondern dient der individuellen Ausgestaltung.“

Kritik am Verbraucherverhalten

Karl Werring (WLV) kritisierte nach seinem Marktüberblick das Verhalten deutscher Verbraucher heftig, die angesichts der Inflation beim Kauf immer stärker auf den Preis schauten. Damit würden Qualitätsanstrengungen der Landwirte beim Thema Fleisch nicht honoriert. Zudem bemängelte er die fehlenden Unterstützung der neuen Regierung in Sachen kooperativem Naturschutz.

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