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Zwei Bebauungspläne entsprechend geändert

Steinwüsten unerwünscht

Sassenberg

Im Rat war man sich einig, dass man in Sassenberg und Füchtorf keine reinen Steingärten haben möchte. Über das Ausmaß der Einschränkungen in privaten Vorgärten war man sich allerdings uneins.

Von Michèle Waßmann

Genau so wie hier in einem Füchtorfer Neubaugebiet soll es nicht aussehen Foto: Michèle Waßmann

Die sich immer stärker verbreitenden Steinvorgärten sind den Sassenberger und Füchtorfer Politikern schon länger ein Dorn im Auge. Im Mai 2020 hatte der Infrastrukturausschuss auf Antrag der FWG einen Beschluss bezüglich Pflanzgeboten zur Gestaltung von Vorgärten gefasst. Und der wurde jetzt noch einmal deutlich konkretisiert und verschärft.

Diskutiert wurden zwei Alternativen und mit 13 zu zehn Stimmen wurde dann die weitergehende Variante beschlossen. Helmut Peitz (CDU) ging der zweite Vorschlag deutlich zu weit. Seine Fraktion wolle lieber mit Anreizen als mit Restriktionen arbeiten. Norbert Westbrink und Georg Hartmann-Niemerg (beide von den Grünen) ging es dagegen noch nicht weit genug. Sie würden in künftigen Bebauungsplänen am liebsten auch noch die Plastikzäune verbieten – vor allem wenn sie an städtischen Grund oder Straßen grenzten. „Der Plastikmüll muss weg“, forderte Hartmann-Niemerg. Um die Diskussion in der jüngsten Ratssitzung nicht zu überfrachten, wurde das Zaun-Thema auf einen späteren Zeitpunkt vertagt. Es soll im Infrastrukturausschuss aufgearbeitet werden.

Im Beschluss heißt es: „Die Vorgartenbereiche, als Vorgarten gilt der Bereich zwischen der erschließungsseitigen Straßenbegrenzungslinie und der Gebäudeflucht sowie der gedachten Verlängerung der Gebäudeflucht parallel zur Straßenbegrenzungslinie, der mit Einzel-und Doppelhausbebauung festgesetzten allgemeinen Wohngebiete sind von Versiegelung freizuhalten und als Vegetationsfläche (zum Beispiel: Rasen, Gräser, Stauden, Kletterpflanzen und Gehölze) anzulegen. Wasserundurchlässige Sperrschichten wie zum Beispiel Abdichtbahnen sind unzulässig. Das Pflanzgebot gilt nicht für befestigte und versiegelte Flächen wie Zuwegungen, Hauseingänge, Stellplätze und Müllabstellplätze. Diese sind innerhalb der Vorgärten je Grundstück bis zu maximal 50 Prozent zulässig.“ Die Formulierung sei zwar etwas sperrig, räumte Bauamtsleiter Thomas Middendorf ein, aber nur so könne klargemacht werden, das dieser Verwaltungsvorschlag ein deutlich größeres Maß an zu begrünender Fläche vorsehe.

Franz Josef Linnemann (FWG) fasste zusammen, dass es schön und gut sei, das Thema anzupacken. Allerdings müsse man auch dafür sorgen, dass es eingehalten werde. Verankert wurde es jetzt zunächst in den Bebauungsplänen „Nördlich des Steinbrink“ und „Südlich der Christian-Rath-Straße“.

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