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Zweite öffentlich zugängliche Ladesäule

Strom tanken am Campingplatz

Sassenberg

E-Mobilität erfährt dank hoher Förderung einen ungeahnten Boom, doch was fehlt, sind öffentliche Ladesäulen. Die Stadt konnte entsprechende Pläne bislang nicht umsetzen.  Ab sofort ist eine zweite öffentlich zugängliche Säule am Campingpark Münsterland erreichbar.

Von Ulrike von Brevern

Paul Schulze Westhoff, Joachim Kompalla, Rudi Völler und Bürgermeister Josef Uphoff (v.l.) testen die neue Ladesäule am Campingpark Eichenhof. Foto: Ulrike von Brevern

Der Umgang mit der Ladesäule ist auch für Campinggast Joachim Kompalla noch ungewohnt. Sein Hybridfahrzeug ist ganz neu – schwer genug, um als Zugfahrzeug zu dienen, „aber die Brötchen in der Stadt kann ich jetzt immer mit Strom holen“, sagt er lächelnd.

Die Nachfrage nach einer Ladesäule sei unter seinen Gästen durchaus erkennbar, berichtet Campingpark-Eigner Paul Schulze Westhoff. Zwar würden als Zugfahrzeug weiter meist Verbrenner fungieren, aber als Zweitwagen werde dann immer häufiger ein E-Auto mitgebracht. In Sassenberg allerdings ist die öffentliche Ladeinfrastruktur eher mau. Außer bei einem Discounter am Ortseingang sucht man entsprechende Ladesäulen bislang vergeblich. 

Entsprechend begeistert zeigten sich sowohl Bürgermeister Josef Uphoff als auch Rudi Völler vom Tourismusverein bei der Vorstellung der Ladesäule. „Wir sind sehr dankbar, dass durch Privatinitiative ein Netz von Ladesäulen im ländlichen Raum entsteht“, sagte Uphoff. Die Stadt selber hatte sich um entsprechende Anschaffungen bemüht, ist in diesem Jahr aber zunächst gescheitert.

Der Strom aus der öffentlich zugänglichen Ladesäule am Campingpark kann mit Kreditkarte oder per Paypal bezahlt werden.  Foto: Ulrike von Brevern

Drei Ladesäulen wollte die Stadt beschaffen. Ein entsprechender Förderbescheid lag vor. Allerdings stellte sich heraus, dass der Plan bei potenziellen Betreibern nicht auf ungeteilte Begeisterung stieß. Sie forderten einen monatlichen Zuschuss in dreistelliger Höhe, berichtete Bürgermeister Uphoff, denn sie befürchteten, die Nachfrage sei nicht so groß, dass sich der Betrieb lohne. Nun will die Stadt im kommenden Jahr einen neuen Anlauf starten, braucht dafür aber zunächst einen neuen Förderbescheid. Mit Bewegung bei dem Thema ist vor April daher nicht zur rechnen. 

Die Lücke füllt nun zunächst die Ladestation am Parkplatz im Entree des Campingparks. Rund 18.000 Euro haben Schulze Westhoffs dafür in die Hand genommen, erläutert der Campingpark-Betreiber. An zwei Ladepunkten liefert die Säule 22 Kilowatt Wechselstrom. Damit sei sein Akku in etwa 3,5 Stunden aufgeladen, schätzt Kompalla. Bezahlt werden kann direkt per Kreditkarte oder Paypal, die üblichen Anbieterkarten nimmt die Säule dagegen nicht an.

Ganz ohne Schwierigkeiten war die Installation nicht, erinnert sich Schulze Westhoff. Zwar stellt er per Photovoltaik und Batterie den Strom grundsätzlich selbst zur Verfügung, dennoch muss die Westnetz mit dem Stromnetz entsprechende Kapazitäten vorhalten, um im Notfall einzuspringen. „Das war hier am äußersten Ende nicht einfach. Daher haben wir dann auch das Ladesäulenmodell der Westnetz bezogen“, so Schulze Westhoff. Letzte Arbeiten fehlen noch, etwa die Beschilderung der Ladeplätze. Der Anblick der relativ schlanken Säule samt Umfahrschutz allein reicht offenbar nicht aus, um die beiden Parkplätze links und rechts für stromhungrige Fahrzeuge freizuhalten, zeigte sich am Mittwoch live am Ort.

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