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Projekttage an der Sekundarschule

Teambuilding will gelernt sein

Sassenberg

Für die sechsten Klassen der Sekundarschule steht an zwei Tagen Gewaltprävention und Teambuilding auf dem Stundenplan. Nach der Coronazeit ist das besonders wichtig, ist Schulsozialarbeiter Christian Evers-Pille überzeugt. Der Blick zu aller erst auf die eigenen Bedürfnisse sei gestiegen.

Von Ulrike von Brevern

In der Turnhalle proben die Schülerinnen und Schüler, wie sich gelungene Zusammenarbeit praktisch anfühlt. Foto: Ulrike von Brevern

Ben hat die Augen verbunden. Obwohl er nichts sehen kann, muss er einen komplizierten Parcours bewältigen, der aus niedrigen Kästen, Bänken und wackelig wirkenden Jonglierstäben gebildet wird. Dass er erst ganz am Schluss vom Weg abkommt, hat er Hermann zu verdanken. Der Schulkamerad leitet ihn mit Worten und hatte gleich zu Beginn den alles entscheidenden Tipp: „Ich hab ihm gesagt, dass da ein Seil liegt, auf dem er langgehen kann“, erzählt er. So meistern die beiden als Team die Aufgabe spielend.

„Fair Mobil“ zu Besuch

Die beiden Jungs gehen in die sechste Klasse der Sekundarschule. Für den ganzen Jahrgang steht gerade an zwei Tagen das Thema Gewaltprävention und Teambuilding auf dem Stundenplan. Schulsozialarbeiter Christian Evers-Pille hat zur Unterstützung eigens das „Fair Mobil“ eingeladen. Das ist ein Angebot aus dem Programm „Stark im MiteinanderN“, das von der Westfälischen Provinzial Versicherung, dem Jugendrotkreuz, der Schulpsychologischen Beratungsstelle der Stadt Münster sowie dem „arbeitskreis soziale bildung und beratung“ (asb) entwickelt wurde. Die Moderation an den meisten der insgesamt zehn Stationen, an denen die Schüler ihre Wahrnehmung schulen und ihre kooperativen Fähigkeiten entwickeln können, übernehmen die schuleigenen Streitschlichter aus dem neunten Jahrgang.

„Prävention ist immer sinnvoll“, hält Everes-Pille mit Blick auf die regelmäßig wiederkehrenden Angebote an der Schule fest. Doch derzeit gelte das noch einmal mehr: „Mein eigenes Bedürfnis in den Vordergrund zu stellen, hat durch die Coronazeit zugenommen“, hat er festgestellt. Gleichzeitig stellen unter anderem geflüchtete Kinder aus der Ukraine einen hohen Anspruch an die Integrationsfähigkeit in den Klassen. „Es geht um die Integration von Schülern, die anders sind“, fasst Laura Luersen, Klassenlehrerin der 6a den Themenkreis noch weiter. In ihrer Klasse, die an diesem Vormittag den Parcours durchläuft, klappt das im Großen und Ganzen schon prima.

Ein „cooles Konzept“

Die Schülerinnen und Schüler gehen mit Spaß und oft auch mit vollem Einsatz an die Sache ran. „Das ist eben ein cooles Konzept“, ist Evers-Pille überzeugt. „Die Kinder sehen das als Spiel und Spaß, aber es ist eben nicht nur ein Spaßtag.“ Auch Reflexion gehört dazu und die Teamer nehmen sehr wohl wahr, an welchen Stellen es in der Gruppe zwackt oder wo eventuell im Schulleben allgemein Schwierigkeiten drohen. Stichwort: Orte, an denen man sich nicht gerne aufhält.

Die überwiegende Zahl der Stationen ist mit Action verbunden. Für Julian, der als Streitschlichter zu den Moderatoren gehört, ein gutes Konzept. „Hier geht alles um Teambuilding“, sagt er. „Aber man merkt auch an jeder Station richtig, dass man etwas im Team macht und das man so etwas schafft.“

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