1. www.wn.de
  2. >
  3. Münsterland
  4. >
  5. Sassenberg
  6. >
  7. THW baut Herxfeldhalle zur Flüchtlingsunterkunft um

  8. >

Bezug möglicherweise in der kommenden Woche

THW baut Herxfeldhalle zur Flüchtlingsunterkunft um

Sassenberg

Der Lärm in der Herxfeldhalle ist ohrenbetäubend. Akkuschrauber kreischen, Metallzäune klappern, Blech rappelt, der Hallenboden ächzt. 13 Männer und eine Frau der THW-Ortsgruppe Warendorf bereiten am Mittwochvormittag mit geübter Effizienz die kleine Sporthalle im Herxfeld auf ihre neue Aufgabe als Flüchtlingsunterkunft vor.

Von Ulrike von Brevern

Das THW baut aus der Herxfeldhalle mithilfe von Bauzäunen und einfacher Ausstattung eine Flüchtlingsunterkunft Foto: Ulrike von Brevern

Kurz vor Weihnachten war überraschend klar geworden, dass selbst die Wohncontainern am Bauhof, von denen aus technischen Gründen bisher nur einer bezogen werden konnte, nicht ausreichen würden, um die erwartete Zahl an Geflüchteten, vorwiegend auch aus der Ukraine, unterzubringen. Letztlich blieb nur, eine Sporthalle umzurüsten. 40000 Euro kostet die Stadt die reine Herrichtung, so rechnet die Verwaltung. Am Dienstag legten Freiwillige aus der Verwaltung selbst Hand an und schleppten die Lieferung neuerworbener Spinde, Stockbetten, Matratzen und Stühle aus einem Laster in die Halle. Einen Tag später rückte das THW zum Aufbau an.

Verwaltungsmitarbeiter der Stadt übernahmen als erste das Schleppen, darunter (v.l.) Baumtsleiter Thomas Middendorf, André Justus, HaumtamtsleiterThorsten Puttins und Nicole Rylka. Foto: Ulrike von Brevern

Viel Platz bekommen die Menschen nicht zugewiesen. Doppelstockbetten für insgesamt 36 Personen sind vorgesehen. Überwiegend markiert das Labyrinth an Bauzäunen Zweiernischen. Zwei Nischen sind für Familien mit bis zu sechs Personen vorgesehen. Feste Gewebeplanen, die über die Zäune gehängt, aber zuvor erst noch geliefert werden müssen, sollen den Menschen, die möglicherweise bereits in der kommenden Woche eintreffen, etwas Privatsphäre ermöglichen. An der Stirnseite tummeln sich Kühlschränke, Mikrowellenherde und Wasserkocher. Elektro und Wasseranschlüsse übernehme die Stadt berichtet THW-Dienststellenleiter Mario Raab. Die Freiwilligen des THW kümmerten sich ausschließlich um den Aufbau, dafür für die Kommune kostenfrei.

THW-Dienststellenleiter Mario Raab schraubt ein Bett zusammen.  Foto: Ulrike von Bervern

Bürgermeister Josef Uphoff ist unterdessen froh, dass die Hallenbelegung insgesamt auf viel Verständnis von Seiten der eigentlichen Nutzer gestoßen sei. Sowohl Schulen als auch der VfL haben sich arrangiert. Für die Tischtennisspieler etwa werden die Platten in die Sporthalle der Johannesschule verfrachtet, Mitglieder der Berg- und Wandersportabteilung bemühten sich am Mittwoch schon, ihre Materialschränke in der Großen Herxfeldhalle unterzubringen.

Für die Menschen in der Sporthalle wird rund um die Uhr ein Sicherheitsdienst zuständig sein. Das sei in derartigen Unterkünften einfach Standard, so Bauamtsleiter Thomas Middendorf. Die monatlichen Kosten dafür sowie für Catering und Reinigung schätzt die Verwaltung derzeit nochmal auf gut 40 000 Euro. Sollte die Halle durchgehend belegt sein, reiche der Haushaltsansatz vielleicht für zwei bis vier Monate, schätzt Uphoff.  

Carlo Löns und Stephanie Stepputat packen Kühschränke aus. Foto: Ulrike von Brevern

Die Einrichtung der Unterkunft geht den Aktiven gutgelaunt von der Hand. Nachdenklich werden sie allerdings, wenn er um die künftigen Lebensbedingungen in der Halle geht.  „Schon von den Ratssitzungen wissen wir vom Lärmpegel, den allein der Boden beim Laufen verursacht“, sagt Middendorf. „Es ist ein sicherer Ort, da fallen ihnen keine Bomben auf den Kopf“, hebt Raab als einzig realistischen Vorteil heraus. So sieht es auch Stephanie Stepputat, einzige Frau unter den THW-Mitarbeitern. „Aber es ist hart.“

Verwaltungsmitarbeiter der Stadt kümmerten sich darum, dass die neuangeschafften Spinde, Betten, Stühle und Matratzen  in die Herxfeldhalle kamen. Foto: Ulrike von Brevern

Startseite