1. www.wn.de
  2. >
  3. Münsterland
  4. >
  5. Sassenberg
  6. >
  7. Toben, bis der Kopf frei ist

  8. >

Hundefreilauf an der Fichtenstraße fertig

Toben, bis der Kopf frei ist

Sassenberg

Diskutiert worden ist lange. Jetzt ist der Hundefreilauf in Seenähe fertig. Hundebesitzer und ihre Vierbeiner nehmen ihn begeistert in Besitz. Der einzige Wunsch: ein Abfalleimer fehlt - aber der kommt noch, verspricht der Bürgermeister.

Von Ulrike von Brevern

Tilda, die Appenzeller Sennhündin von Markus Schulte (l.), und Eugen Löwens Labrador-Golden Retriever-Mix Dina sind neugierig. Spielen und Toben geht dann am besten ohne Leine. Foto: Ulrike von Bevern

„Mädchen oder Junge?“, ruft Marion Damm munter über den Platz, als sich der Neuankömmling durch die Schleuse am Eingang zum neuen Hundefreilauf windet. „Mädchen“, antwortet Markus Schulte, der seine Tilda, eine schmucke Appenzeller Sennenhündin noch an der Leine führt. „Na, dann müssen wir mal beobachten, was passiert“, sagt Damm und es klingt ein wenig nach Warnung. Könnte auch durchaus sein, denn Damms Zwergpudeldame Ella, die gelegentlich zu Eifersucht neigt, ist gerade intensiv in ihr Spiel mit dem Labrador-Rüden Jimmy vertieft. Das kleine Fellbündel jagt in vollem Tempo und mit fliegenden Ohren hinter dem deutlich größeren Artgenossen her, immer wieder quer über den Platz. Doch mit Tilda hat sie kein Problem. Schnell sind die drei Hunde mit Kennenlernen beschäftigt.

Nicht nur Marion Damms Zwergpudelhündin Ella bietet der Platz genügend Auslauf. Foto: Ulrike von Bevern

Die drei Hundebesitzer, die allesamt aus der Nachbarschaft des Platzes stammen, sind froh, dass der Hundefreilauf nun seit einigen Tagen Realität geworden ist. Ohne Leine funktioniere der Kontakt unter den Hunden viel besser, zeigt sich Schulte überzeugt. Sie könnten gemeinsam spielen und toben, ohne Verteidigungsreflexe wie sie bei der Begegnung von angeleinten Tieren gelegentlich vorkommen. Die Tiere könnten sich nicht nur auspowern. „Auch für das Sozialverhalten ist das wunderbar“, freut sich Damm. „Wenn er so getobt hat, ist der Kopf wieder frei“, ergänzt Nadine Bielkic mit Blick auf Jimmy. Die Begegnung mit den Artgenossen sei auch eine geistige Herausforderung, bestätigt Eugen Löwen, der mit seiner Labrador-Goldenretriever-Hündin Dina hinzugekommen ist.

An der Schleuse hat die Hundefreiheit ihre Grenze. Sie verhindert, dass Vierbeiner sich nicht-angeleint verdrücken. Foto: Ulrike von Bevern

Es sei toll, wie schnell der Platz auf dem Überlaufparkplatz am Feldmarksee entstanden sei, loben die Hundebesitzer einmütig. Damit meinen sie die Umzäunung, die innerhalb weniger Tage stand. Die Diskussion um einen solchen Hundefreilauf reicht jedoch schon lange zurück. Im Haushalt für dieses Jahr wurden schließlich 20 000 Euro für die Einrichtung vorgesehen, ohne dass jedoch ein Ort dafür gefunden war. Letztlich fiel die Entscheidung für den gegenwärtigen Standort Zum Knapp/Fichtenstraße knapp aus. Zwei große Tore im Zaun deuten auf die mögliche Einschränkung der Nutzung hin: Sollten im Sommer so viele Sonnenhungrige mit dem Auto kommen, dass der Platz zum Parken gebraucht wird, müssen die Hunde wieder anderswo toben.

Bürgermeister Josef Uphoff

Gebaut werden sollte ursprünglich direkt nach Ende der Badesaison am See, aber das klappte nicht ganz. So wurde es doch November, bis die Handwerker anrückten. 17 000 Euro hat der Platz nun gekostet, erklärt Bürgermeister Josef Uphoff auf Nachfrage.

Und auch auf den verbleibenden dringenden Wunsch der Hundebesitzer auf dem Platz hat er eine positive Antwort. Ein Abfalleimer samt Kotbeutelspender werde noch kommen. „Der ist bestellt, aber mittlerweile hat ja alles seine Lieferzeit, sogar ein Hundeklo.“ Das der Platz frei von „Tretminen“ bleibt, darum wollen sich die Hundebesitzer selber kümmern, so die Absprache der Stadt mit deren Interessengruppe.

Startseite