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Wie die Wassersportabteilung durch die Corona-Pandemie kommt

Tretboot kein Autoscooter

Sassenberg

Mittlerweile stehen der Wassersportabteilung des VfL Sassenberg (Waspo) zehn Tretboote zur Verfügung. Doch auch bei diesem Freizeitvergnügen gibt es coronabedingte Einschränkungen, wie der Vorsitzender Ludger Spitthöver im Gespräch mit den Westfälischen Nachrichten erläutert.

Von Christopher Irmlerund

Bestens gelaunt stach diese Gruppe junger Tretbootfahrer aus Versmold am Samstag in See. Sie waren nicht zum ersten Mal zu Gast bei Ludger Spitthöver und Foto: Christopher Irmler

In Kleinstgruppen aktiv sein und dennoch Abstand zu anderen Menschen halten – beim Tretbootfahren auf dem Feldmarksee ist das nahezu problemlos möglich. Ende der 1970er Jahre wurden die ersten beiden Boote in Dienst gestellt. Mittlerweile stehen der Wassersportabteilung des VfL Sassenberg (Waspo) zehn Tretboote zur Verfügung. Doch auch bei diesem Freizeitvergnügen gibt es coronabedingte Einschränkungen, wie der Vorsitzender Ludger Spitthöver im Gespräch mit den Westfälischen Nachrichten erläutert.

Vor zwei Wochen sei man vorsichtig mit vier Booten gestartet. Knackpunkt sei allerdings der Weg zu den Tretbooten. „Wir haben schon festgestellt, wie schwer es ist, die Leute zum Warten zu bewegen“, weist er auf die örtlichen Gegebenheiten am Bootshaus hin. „Wir müssen den Begegnungsverkehr auf dem Steg unbedingt vermeiden. Deshalb können wir nicht alle Boote bereitstellen.“

Mittlerweile sind immerhin wieder sieben Boote im Einsatz. An manchen Tagen seien sie alle gleichzeitig auf dem See unterwegs und die Wartelisten voll. Um die Abstandsregeln einhalten zu können, setzt die Waspo auf ein strikte Trennung von Vereinsmitgliedern und Gästen.

Die Nutzung des Angebots steht eigentlich allen Gästen ab zwölf Jahren frei. Allerdings sollten die Mieter schwimmen können. Auf Wunsch werden Rettungswesten ausgehändigt. Eine vorherige Testpflicht besteht nicht; die Waspo setzt auf Abstand.

Bis einschließlich Mittwoch bleibt die Anlage am Bootshaus allerdings für den Publikumsverkehr geschlossen: In den kommenden Tagen wird der See gemäht und von Algen befreit.

„Den“ klassischen Tretbootfahrer gebe es übrigens nicht. Früher, so blickt Spitthöver zurück, seien allerdings vermehrt in Gütersloh stationierte Briten mit ihren Familien zum Feldmarksee gekommen. Eine 30-minütige Fahrt kostet sieben Euro, eine Stunde zehn Euro. „Oma und Opa nehmen ihr Enkelkind für eine halbe Stunde mit auf den See, manche junge Männer mieten das Boot gleich für zwei Stunden.“

Bei der Waspo haben die Gäste die Wahl zwischen Booten mit vier oder fünf Sitzplätzen. Die neueren Modelle verfügen sogar über verstellbare Vordersitze. Für eine Neuanschaffung müsse die Abteilung rund 5 500 Euro berappen. „Das muss schon ein paar Jahre laufen. Und wenn dann, wie im vergangenen Jahr eine ganze Saison coronabedingt wegfällt, ist das schon sehr bitter.“

Dies galt vor allem für Boot Nummer 10, das vor der Pandemie angeschafft worden war und vorerst lediglich eine halbe Saison genutzt werden konnte. Zum hohen Reparatur- und Wartungsbedarf komme mancher Fall von Vandalismus. „Es gibt leider Leute, die die Boote als Autoscooter benutzen.“

Am 30. Oktober soll die Saison offiziell enden.

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