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Fahrradverkehr sicherer machen

Versuch mit Schutzstreifen

Füchtorf

Der Ortsausschuss Füchtorf hat beschlossen, an der Sassenberger Straße Schutzstreifen für Fahrradfahrer zu testen. So richtig begeistert zeigte sich allerdings kein Ausschussmitglied, denn eigentlich fordert das Gremium schon lange ein umfassenderes Verkehrskonzept. Darauf heißt es weiter warten.

Von Ulrike von Brevern

An der Sassenberger Straße könnten exemplarisch beidseitig Schutzstreifen für Fahrradfahrer aufgetragen werden. Der Fahrradweg endet derzeit am Kreisverkehr. Foto: Ulrike von Brevern

Ein umfassendes Verkehrskonzept für Füchtorf, mit dem die verschiedenen neuralgischen Punkte im Dorf entschärft werden könnten, wird noch eine ganze Weile auf sich warten lassen. Dennoch könnten möglicherweise schon vorher Schutzstreifen für Fahrradfahrer entlang eines Teils der Sassenberger Straße entstehen: exemplarisch, um Erfahrungen zu sammeln. So jedenfalls entschied der Ortsausschuss am Montagabend über einen Vorschlag der Verwaltung, mit der diese auf eine Initiative der FWG für beide Sassenberger Ortsteile reagierte.

Begeisterung für ein Konzept klingt allerdings anders. „Es ist gut und richtig auf die geänderte Mobilität zu reagieren und für mehr Sicherheit für Fahrradfahrer zu sorgen“, hielt Klaudius Freiwald (SPD) fest, plädierte jedoch eher für Geschwindigkeitsbegrenzungen. Georg Hartmann-Niemerg (Grüne) verwies auf das Abstandsgebot beim Überholen von Fahrrädern, das inzwischen mit erhöhten Strafen versehen ist, und sprach sich eher für Fahrradstraßen aus.

Personalmangel verzögert Verkehrskonzept

Matthias Pries (CDU) kritisierte, es sei laut Antwort auf die Anfrage beim Kreis, die der Vorlage zugrund lag, „ohnehin gar nicht viel möglich“. Da solle doch lieber die Entwicklung des Verkehrskonzept abgewartet werden. Ähnlich bewerten auch Stefan Wöstmann (FDP) und Burkhard Budke (FWG) die Lage. Budke fragte Bauamtschef Thomas Middendorf ganz konkret nach der Planung in Sachen Verkehrskonzept. Der allerdings machte wenig Hoffnung: Aus Personalmangel könne es frühestens in der zweiten Jahreshälfte mit dem Projekt weitergehen. Der Abschluss? „Vom Prozess abhängig“, so Middendorf, und damit offen.

Die FWG hatte die Schutzstreifen, die mit gestrichelter Linie auf der Straße markiert werden, bereits im vergangenen Sommer für den Verlauf der Kreisstraßen in den Ortslagen beantragt. Die Straßen seien dort oft zu schmal, um reguläre Fahrradwege oder Fahrradstreifen anzulegen. Allerdings müsse die Straße auch bei Schutzstreifen so breit sein, dass dem Autoverkehr mindestens fünf Meter verbleiben, da Begegnungsverkehr möglich sein müsse, so der Kreis. In Füchtorf bliebe unter diesen Bedingungen nur der Abschnitt der Sassenberger Straße zwischen Kreisverkehr und Einmündung Glandorfer Straße. Die Kreisverwaltung machte zugleich darauf aufmerksam, die Schutzstreifen verleiteten Untersuchungen zufolge Autofahrer dazu, mit geringerem Abstand als ohne zu überholen.

Infrastrukturausschuss entscheidet Donnerstag

Allein die Striche auf der Straße könnten allerdings auch optisch die Straße verengen und damit den Verkehr verlangsamen, merkte der Ausschussvorsitzende Franz-Josef Linnemann (FWG) an. Auch die notwendige Straßenbreite zweifelte er an. Der Ausschuss einigte sich für Füchtorf am Ende auf den genau bezeichneten Versuchsabschnitt, der nicht mit dem Verkehrskonzept kollidiere.

Entscheiden muss am Donnerstag der Infrastrukturausschuss, für den auch die Streifen entlang der Sassenberger Kreisstraßen zur Diskussion stehen.

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