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Landtagswahl in Sassenberg

Vorbereitung läuft auf Hochtouren

Sassenberg

Der Sitzungssaal im Rathaus ist zur Wahlzentrale umfunktioniert. Hier kümmern sich Bettina Kockmann und Jana Wiewel um alles, was für die anstehenden Wahlen noch organisiert werden muss. Bis Freitag 18 Uhr können Wähler bei ihnen auch Briefwahlunterlagen beantragen, die bis Sonntag 18 Uhr im Rathaus zurück sein müssen. Wer mag, darf sein Bürgerrecht aber auch gleich noch in der Wahlkabine im Sitzungssaal wahrnehmen.

Von Ulrike von Brevernund

Im Sitzungssaal des Rathauses haben Thorsten Puttins und Bettina Kockmann ihr Wahlcenter eingerichtet. Hier kann gewählt werden. Auch die roten Umschläge, die per Post kommen, werden den Briefwahlbezirken zugeordnet. Foto: Ulrike von Brevern

Gegen halb zehn wird es geschäftig im Sitzungssaal des Rathauses. Potenzielle Briefwähler geben sich förmlich die Klinke in die Hand. Jana Wiewel kontrolliert die Wahlbenachrichtigungen, fordert Unterschriften ein, gibt Unterlagen aus und weist gleich auch noch den Weg zu einer der beiden Wahlurnen, denn so mancher will gar nicht zuhause wählen, sondern einfach mit der Wahl nicht bis Sonntag warten. Heinrich Wessel etwa: „Nachdem Schleswig-Holstein durch ist, kann ich meine Stimme auch jetzt schon abgeben. Es ändert sich bis Sonntag nichts mehr an meiner Meinung.“

Jana Wiewel überreicht Briefwähler Heinrich Wessel seine Wahlunterlagen. Foto: Ulrike von Brevern

Vor fünf Wochen sind Wiewel und ihre Kollegin Bettina Kockmann samt Schreibtischausstattung und Aktendeckeln aus ihren Büros aus- und in das vorübergehende Wahlcenter der Stadt eingezogen. Sie bearbeiten zwar weiter so gut es geht ihre herkömmlichen Themenbereiche wie Tourismus oder Friedhofsangelegenheiten, vor allem bilden sie jetzt aber gemeinsam mit Hauptamtsleiter Thorsten Puttins das Kompetenzteam „Wahlen“.

Für Puttins ist es die zweite Wahl, die er in vorderster Front betreut, für Kockmann die 13.. „Dass da mal bloß nichts schief geht“, frotzelt der Chef. Doch er weiß genau, was er an seiner erfahrenen Mitarbeiterin hat.

Dabei hat sich so einiges geändert: Das Wahlcenter etwa ist eine neue Idee. Früher stand die Kabine für die Wahl vor dem Wahlsonntag im Verwaltungstrakt. „Alles lief eben so zwischendurch im Flur“, erinnert sich Puttins. „Das war dann eher hinderlich.“

Am Mittwoch gab es schon gut 2500 Briefwähler

Allerdings kamen früher auch noch weniger Menschen zum Wählen ins Rathaus. Heute macht der Trend zur Briefwahl – sei es direkt im Rathaus oder tatsächlich per Post – auch um Sassenberg keinen Bogen. Gab es bei der Landtagswahl 2017 noch zwei Briefwahlbezirke so sind in diesem Jahr drei eingerichtet. Schließlich wählten 2017 gerade einmal 1390 Menschen per Brief. Am Mittwochmittag hatten dagegen bereits genau 2551 Wähler ihre Unterlagen beantragt. Bei der Bundestagswahl kamen am Ende 3800 Wahlbriefe in den da schon drei Briefwahl-Urnen zusammen. „Da waren die dann aber auch pickepacke voll“, sagt Kockmann mit einem Schmunzeln.

Drei Briefwahlurnen - drei Auszählräume

Noch stehen die drei zwar im Sitzungssaal brav nebeneinander, am Wahltag werden sie dann jedoch von drei Teams in drei verschiedenen Räumen des Rathauses ausgezählt. Das macht durchaus etwas Mühe: Der Wähler hat seine Stimme in einen blauen Umschlag gesteckt und den wiederum mit dem Wahlschein in einen roten Umschlag. Die Wahlhelfer arbeiten den Vorgang in umgekehrter Richtung ab. Dabei beginnen sie schon nachmittags, kontrollieren den Wahlschein und befreien den zweiten Umschlag. Geöffnet werden darf der blaue allerdings erst nach 18 Uhr.

Dann zählen auch die Wahlhelfer in den Wahllokalen eifrig. Die Position des Schriftführers übernimmt dabei aus praktischen Gründen ein Verwaltungsmitarbeiter. „Da ist es dann bei möglichen Nachfragen am Montagmorgen einfacher“, erläutert Puttins.

Wahlhelferkartei umfasst rund 1000 Namen

Acht ehrenamtliche Wahlhelfer werden pro Wahllokal gebraucht. Kockmann hat sie aus einer selbstgepflegten Datenbank herausgepickt, die inzwischen rund 1 000 Namen umfasst. Absagen, wenn auch freundlich, gab es reichlich.

Dabei tut das Wahlteam im Rathaus alles Mögliche, damit die Ehrenamtlichen ihre Aufgabe reibungslos erfüllen können. An einer Seite des Sitzungszimmers ziehen sich bereits die 13 knallgrünen „Wahlkisten“ entlang, die Kockmann und Wiewel vorausschauend ausstatten. Stimmzettel gehören natürlich dazu und die Straßenlisten aller Wahllokale. Interessanter wird es bei dem nur scheinbar Banalen, Tesa-Film etwa. Auch ein Taschenrechner liegt inzwischen routinemäßig in der Kiste. „Früher haben die Wahlvorstände den selber mitgebracht“, erzählt Kockmann. Dann aber wurde er immer mal vergessen. Das führte zu Zeitverlust, den am Wahlsonntag niemand brauchen kann.

Landtagswahl 2022 in Sassenberg

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