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Visitation in Sassenberg

Weihbischof fordert anderes Bewusstsein

Sassenberg

Weihbischof Dr. Stefan Zekorn nahm von seinem Besuch in Sassenberg viele Eindrücke mit nach Hause. Bei seinem Besuch im Lebens-Mittel-Punkt fand er deutliche Worte zu notwendigen gesellschaftlichen Veränderungen.

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Weihbischof Zekorn zu Besuch beim Lebens-Mittel-Punkt (v.l.): LMP-Vorsitzender Christoph Irzik, Helmut Helfers, Bischof Jovon Stanojevic, Weihbischof Stefan Zekorn, sowie Hildegard Nährig und Gründungsmitglied Christa Bornhagen vom LMP. Foto: Ulrike von Brevern

Viel Anerkennung zollte Weihbischof Dr. Stefan Zekorn aus Münster am späten Mittwochnachmittag der Arbeit der ehrenamtlichen Helfer im „Lebens-Mittel-Punkt“ (LMP). Das Ladengeschäft an der Langefort stand auf dem Programm seiner eintägigen Gemeindevisitation. Begleitet wurde der Geistliche von Jovon Stanojevic, Bischof der serbisch-orthodoxen Kirche aus Kroatien.

„Ein Eindrucks-voller Tag, durchaus auch mit Bindestrich“, liege bereits hinter ihm berichtete der Weihbischof. Neben Gesprächen mit dem Seelsorgeteam der Gemeinde hatte er sich da bereits mit dem evangelischen Pfarrer Michael Prien sowie mit Bürgermeister Josef Uphoff getroffen. Auch die neue Tagespflege in Füchtorf sowie das Altenzentrum in Sasseberg hatte er besucht. „Dort habe ich 2011 den Altar gesegnet“, erinnerte er sich gerne.

Weihbischof Dr. Stefan Zekorn

Er bemühe sich, die 60 Gemeinden, in den drei Kreisdekanaten, für die er zuständig ist, alle fünf Jahre zu besuchen, erklärte Zekorn. Durch die Erweiterung seines Aufgabenbereiches sowie durch Corona sei dieser Rhythmus allerdings durcheinandergekommen: „Jetzt sind es hier neun Jahre geworden.“

Aus seinen Gesprächen mit Stadt und Pfarrern habe er den Eindruck gewonnen, in Sassenberg gebe es „eine sehr positive Atmosphäre der Gemeinschaft – was ich nicht überall erlebe“. In der Pfarrei gebe es ein „gutes Miteinander und viel ehrenamtliches Engagement“ – und das trotz des gegenwärtig schwierigen Rufes der Kirche.

Hildegard Nährig, zweite Vorsitzende des LMP, nahm Weihbischof Dr. Stefan Zekorn auch mit hinter die Kulissen des Verkaufsraums. Foto: Ulrike von Brevern

Interessiert ließ sich der Weihbischof die Aufgaben und Herausforderungen des Lebens-Mittel-Punktes erläutern. Sozialamtsleiter Helmut Helfers verwies dabei auch auf die besondere Struktur des „Tafel“-Äquivalentes als unabhängigen Organisation und hob die gute Zusammenarbeit von Stadt und Kirchen an dieser Stelle hervor. Der Vorsitzende des LMP, Christoph Irzik, erläuterte anhand der Statistik die im vergangenen Jahr sprunghaft gestiegene Nachfrage. Sie zeige sich unter anderem in einer Verdoppelung der aktiv dort einkaufenden Kunden pro Woche.

Der LMP sei „für Menschen in Not ein wirklich wichtiger Anlaufpunkt“, hielt Zekorn fest, forderte aber zugleich: „Gesellschaftlich müssen wir überlegen, wie wir die Menschen so aufstellen können, dass sie sich von ihrem Verdienst auch ihre Nahrung leisten können.“ Beim Thema Lebensmittelverschwendung, gegen die der LMP seit seiner Gründung kämpft, forderte der Weihbischof einen Bewusstseinswandel. Beim Umgang mit Lebensmitteln gebe es „noch viel kreativ zu entwickeln. Aber es fehlt das Bewusstsein“.

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