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40 Jahre Tennisabteilung SC Füchtorf

Weißer Sport boomt ohne Ende

Füchtorf

Die Zeiten von Boris Becker, Steffi Graf und dem großen Tennisboom in Deutschland sind lange vorbei. Doch völlig unbeeindruckt davon ist die Tennisabteilung des SC Füchtorf. Dort ebbt die Begeisterung nicht ab – seit 40 Jahren.

Von und

Historische Fotos erinnern an die Arbeit beim Bau des Tennisheims. Das Leitungsteam Bau (rechts) bestand aus Helmut Benefader, Mechthild Riese und Franjo Bergmann (vl.). Foto: privat

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m 12. Juni 1981, ein Jahr nachdem er zum zweiten Vorsitzenden des SC Füchtorf gewählt wurde, berief Helmut Benefader einen entscheidende Versammlung ein: 37 Interessierte waren gekommen, um mit ihm zusammen eine Tennisabteilung ins Leben zu rufen. Damit wird die Abteilung in diesem Jahr 40 Jahre alt.

Bei dem Treffen in der damals noch existieren Gastwirtschaft „Zur Linde“ überraschte Benefader mit gründlicher Vorarbeit. Er legte sehr konkrete Pläne für zwei Tennisplätze direkt neben der Turnhalle vor. Auch Aufnahmegebühren und Zusatzbeiträge waren bereits definiert. Sie waren für die Finanzierung der Plätze nötig, reichten aber nicht aus.

29 Neumitglieder bei der Gründung

Die Planung hatte Benefader bereits mit dem damaligen Stadtdirektor Heinz Schwienheer grob besprochen. Politik und Stadtverwaltung standen der gesamten Angelegenheit positiv gegenüber, so dass man mit Zuschüssen rechnen konnte. 29 Neumitglieder unterzeichneten noch während der Gründungsversammlung die Aufnahmeverträge.

Nun begann die richtige Arbeit: konkrete Planung, Bauanträge, Zuschussanträge bei Stadt und Landessportbund, Absicherung der Finanzierung. Am 27. November 1981 wurde die Baugenehmigung erteilt. Ein Jahr dauerte es, bis die Zuschüsse genehmigt waren und der Bau der zwei Plätze in Auftrag gegeben wurde. In der Zwischenzeit war die Mitgliederzahl auf 70 gestiegen.

Spielbetrieb startete 1983

Im Mai 1983 startete der Spielbetrieb endlich. Ranglistenturniere, Meisterschaftsspiele, Vereinsmeisterschaften und Stadtmeisterschaften gemeinsam mit dem TC und dem VFL Sassenberg prägten das Bild.

Es begann die Zeit von Boris Becker und Steffi Graf, die einen gigantischen Tennisboom auslösten. Tennis mutierte vom Elitesport zum Breitensport. Dies zeigte sich auch im Mitgliederwachstum des Tennisabteilung, so dass sich Benefader im Jahr 1986 an die Planung von zwei weiteren Plätzen machte. Zu den Widrigkeiten gehörte, dass ein neues Gelände direkt am bestehenden Sportgelände gepachtet werden musste. In enger Zusammenarbeit mit Politik und Verwaltung gelang auch dies und der Bauantrag wurde im Dezember 1987 genehmigt. Im Mai 1990 wurden die neuen Plätze zum Spielbetrieb freigegeben. Inzwischen war die Mitgliederzahl auf 145 gewachsen.

Eigenes Clubheim

Da Einzelsportarten wie Tennis im Sommer zu jeder Zeit gespielt werden können, ist ein Treffpunkt am Court wünschenswert, um das gesellige Leben jederzeit zu ermöglichen. Schnell kam so der Wunsch nach einem eigenen Clubheim auf. Ort und die Bauweise waren Benefader schnell klar: Direkt am Wald, zwischen den vier Plätzen sollte es als Blockhaus gebaut werden. Das war allerdings nur mit Hilfe von Stadtdirektor Heinz Schwienheer möglich: „Zu nah am Wald“ lautete anfangs der Einspruch des Forstamtes. Für ein Blockhaus sprachen mehrere Gründe: Anpassung an die Landschaft, gemütliche Atmosphäre und erträgliche Investitionskosten durch Eigenleistungen.

Eine ganze Truppe „Holzwürmer“ sorgte ehrenamtlich mit Fachkenntnis und Einsatz dafür, dass die Finanzierungskosten deutlich unter dem Ansatz blieben. Die hohe Eigenleistung, der Zuschuss der Stadt, günstige Darlehen vom Landessportbund und Spenden der Mitglieder machten den Bau möglich. Von der Planung im Jahr 1990 bis zur Fertigstellung im Frühjahr 1993 vergingen zwei Jahre harter Arbeit, die sich bis heute auszahlt. Es war die letzte Etappe im Aufbau der Tennisabteilung. Viele Jahre Geselligkeit mit guter Bewirtung und Sport sind der Lohn.

Mitglieder und Abteilungsleiter unterstützen den Aufbau nach Kräften. Vier Abteilungsleiter sind es bislang gewesen: Josef Laumann (1982-1984), Franz-Josef Bergmann (1984-2004), Daniel Benefader (2004-2010) sowie Karola Obst (seit 2010).

Hohe Quote an Jugendlichen

Aufgrund seiner Kenntnisse als Bauingenieur war der Einsatz von Franjo Bergmann während der Bauphasen besonders wertvoll, würdigt Benefader. Josef Laumann kümmert sich heute noch als Platzwart darum, dass die Plätze hervorragend in Schuss sind. Daniel Benefader hat sich mit der Einführung des Sommercamps für Schüler verdient gemacht und die Jugendarbeit in Schwung gebracht. Diese hat Karola Obst durch Zusammenarbeit mit den Sportlehrern der Grundschule ausgebaut, was dazu geführt hat, dass die Quote der Jugendlichen inzwischen 40 Prozent beträgt.

Karola Obst führt als erste Frau mit ihrem Team (Stellvertreter Birgit Klemckow und Burkhard Budke, Sportwart Marcus Oley und Bernd Buddelwerth, Jugendwartinnen Elisabeth Beile und Nicole Linnemann, Beisitzer Dirk Hüffer, Platzwart Josef Laumann) die Abteilung mit ruhiger Hand und Fortune. Anders als in anderen Vereinen ebbt der Tennisboom in Füchtorf nicht ab. Im Gegenteil: Mit 216 Mitgliedern verzeichnet die Abteilung einen neuen Höchststand.

In der Zeit vom 10. bis zum 12. September finden auf der Füchtorfer Anlage die diesjährigen Doppel-Stadtmeisterschaften der Vereine TC, VFL und SC statt. Im Rahmen dieses Turniers soll eine kleine Feier zum 40-jährigen Bestehen der Tennisabteilung stattfinden, soweit die Corona-Situation dies erlaubt.

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