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Kosten trägt die Stadt

Zuschuss für Windelabfall

Sassenberg

Vereinzelt unterstützen Gemeinde mittlerweile die Menschen, die einen erhöhten Abfallbedarf durch Windeln oder Inkontinenzeinlagen haben mit einem Zuschuss. Auch in Sassenberg wurde diese Diskussions ins Rollen gebracht.

-uvb-

Bei Inkontinenz ist mehr als nur Toilettenpapier nötig. Entsprechenden Windeln oder Einlagen erhöhen den Abfallumfang. Foto: dpa

Die Mitglieder des Sozialausschusses brauchten nicht noch einmal zu überlegen. Sie zogen die ursprünglich für November geplante Abstimmung über einen Zuschuss zu den Kosten bei der Entsorgung von Windeln vor und votierten einstimmig dafür. Den Ball ins Rollen gebracht hatte eine Bürgerin mit einer E-Mail: Sowohl inkontinenten Personen also auch Familien mit kleinen oder schwerbehinderten Kindern entstünden hohe Abfallkosten, weil sie größere Abfallgefäße benötigen. Ob die Stadt nicht helfen könne?

Die Verwaltung ermittelte, dass bislang nur wenige Gemeinden an dieser Stelle unterstützend einschreiten. Dazu gehört etwa Rietberg, wo 480 Familien mit Kindern und 83 Menschen mit medizinisch nachgewiesener Inkontinenz Zuschüsse in Höhe von je 40 Euro pro Jahr zu den Kosten für ein größeres Müllgefäß beantragt haben. Dabei entstehen der Gemeinde Kosten in Höhe von 22 500 Euro jährlich. Andernorts gibt es spezielle Windelsäcke. Im Kreis Warendorf hilft nur Beelen bei den Kosten.

Sassenberger Modell

Das von der Verwaltung vorgeschlagene Sassenberger Modell orientiert sich ebenfalls an den Kosten von Abfallsäcken. Finanziert werden sollen die Zuschüsse aus dem Stadtsäckel und nicht über die Abfallgebühr. Antragsberechtigt, so sieht es die Vorlage vor, sind einerseits Menschen, die den Pflegegrad drei haben und eine medizinisch belegte Inkontinenz, andererseits Familien mit zwei oder mehr Kindern unter drei Jahren. Sie erhalten auf Antrag 65 Euro pro Jahr, das entspricht den Kosten von zwölf Abfallsäcken. In Rietberg wird der Zuschuss bereits ab dem ersten Kind gewährt.

Wie viele Berechtigte es in Sassenberg gibt und damit wie hoch die Kosten sein könnten, die auf die Stadt zukommen, konnte Sozialamtsleiter Helmut Helfers nicht ermitteln. Der Zuschuss soll ab 2022 gelten.

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