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Gartenfestival 

Zwischen Bummel und Beutezug am Schloss Harkotten

Sassenberg

Für viele Gäste war es ein Event zum Auftanken. Nach zweijähriger Pause öffnete auf Schloss Harkotten das Gartenfestival wieder seine Tore. Doch Organisator Jan Siemsglüss, Inhaber der Beekenhof GmbH, hatte den Eindruck, dass die Kauflust der Besucher aufgrund des Maskenzwangs eher verhalten gewesen sei.

Von Rebecca Lek

Nach der langen Pandemiepause tat den Gästen des Gartenfestivals auf Schloss Harkotten die besondere Atmosphäre Foto: Rebecca Lek

Blumen, Schmuck, Skulpturen, Wein und noch vieles mehr lockte am Wochenende zahlreiche Besucher zum Gartenfestival nach Schloss Harkotten. Rund 80 Aussteller nutzten die Chance, um ihre Waren an die Frau und den Mann zu bringen. In kleinen Pagodenzelten präsentierten sie ihre Waren und standen mit Rat und Tat zur Seite.

Gute Laune versprühte der kleine radelnde Elefant Foto: Rebecca Lek

Auch wenn die Besucheranzahl ähnlich wie vor Corona gewesen ist, war das Kaufverhalten deutlich verhaltener. „Ich habe das Gefühl, mit den Masken haben die Leute weniger Lust etwas zu kaufen“, meinte Organisator Jan Siemsglüss, Inhaber von Beekenhof GmbH & Co. KG. Diese subjektive Wahrnehmung teilten auch die Aussteller. „Es sind zwar viele Leute da und sie gucken auch viel, aber ich habe bis jetzt deutlich weniger verkauft“, berichtete Gan Damhuus.

Die Niederländerin Gan Damhuus hofft darauf, dass die Leute nicht nur gucken, sondern auch kaufen. Foto: Rebecca Lek

Strikte Auflagen fürs Gartenfestival

Doch die Auflagen für das Gartenfestival waren strikt: Zwischen den Ständen musste ein deutlicher Abstand eingehalten werden, auf dem gesamten Gelände galt Maskenpflicht und an beiden Eingängen musste auf 3G überprüft werden. Während einige Besucher die Regelungen gelassen nahmen – an die meisten habe man sich im Alltag ja bereits gewöhnt – trübte dies bei einigen die Stimmung. „Zum einen gibt es den Besuchern ein Gefühl von Sicherheit und zum anderen wollen wir uns auch nicht an den Karren pinkeln lassen“, stellte Siemsglüss klar. Gerade dadurch würde man eine durchwachsene Stimmung wahrnehmen. „Viele verstehen nicht, dass eine Maske getragen werden muss, obwohl die 3Gs eingehalten werden“, beschrieben Michaela und Udo Horstmann, die zum ersten Mal mit Holzkunst an dem Gartenfestival teilnahmen.

Bunte Eindrücke liefert das Gartenfestival auf Schloss Harkotten wieder. Foto: Rebecca Lek

Siemsglüss musste zudem deutlich tiefer in die Tasche greifen, um das Gartenfestival nach zwei Jahren Ruhephase wieder an den Start zu bringen. Aufgrund der Mindestabstände und dem Wegfall der Scheune als Nutzfläche fehlten rund 15 Aussteller. Vier weitere fielen coronabedingt spontan weg. Auch hier gab es Besucher, die sich über die geringere Anzahl von Ständen ärgerten. Zusätzlich kam er einigen bei der Standgebühr entgegen. „Die meisten haben durch Corona sehr gelitten und brauchen einfach die Unterstützung“, erklärte Siemsglüss seine Beweggründe. Zusätzlich bräuchte er aufgrund des Hygienekonzeptes und dem erhöhten Kontrollaufwand rund 50 Prozent mehr Mitarbeiter.

Zum ersten Mal mit dabei sind Michaela und Udo Horstmann aus Rheine, die gegen die teilweise schlechte Stimmung der Besucher ankämpfen. Foto: Rebecca Lek

Atmosphäre am Schloss Harkotten „einfach toll“

Bei milden Temperaturen schlenderten die Besucher an den Ständen vorbei, handelten, ließen sich beraten oder schauten einfach nur. Für das leibliche Wohl sorgten Flammkuchen, Pommes und Co.. „Die Atmosphäre ist einfach toll und das Herrenhaus wunderschön“, schwärmten Silke und Joachim Kludt, die die Szenerie bei einem Glas Aperol Spritz aufsaugten. Sie reisten extra aus dem Ruhrgebiet an und hofften darauf, noch etwas Schönes zu finden. Beute hatte bereits Sonja Oehle gemacht. Als Wiederholungstäterin war sie allerdings nicht das erste Mal mit ihrem Mann beim Gartenfestival. „Irgendwas findet man einfach immer“, so die Gütersloherin.

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