1. www.wn.de
  2. >
  3. Münsterland
  4. >
  5. Kreis-Warendorf
  6. >
  7. Schneeball löst Spendenlawine aus

  8. >

Agrarflug Helilift startet Hilfskonvoi

Schneeball löst Spendenlawine aus

Ahlen

Erste Solidaritätsaktionen für die Menschen in der Ukraine sind auch in Ahlen angelaufen. Von der Firma Agrarflug machte sich am Dienstagabend ein Konvoi mit Hilfsgütern auf den Weg.

Von Peter Schniederjürgen

Packen Hilfsgüter für die Ukraine, von der Babywindel bis zur Matratze (v.l.): Leonard Beese, Gitta Tarnay, Olaf Franke, Andre Lenger, Bernd Beck, Dennis und Martina Beese. Foto: Peter Schniederjürgen

Für Felix Schwarte wird es eine lange Nacht. „Den ersten Sprinter mit Hilfsgütern bringe ich an die ungarisch-ukrainische Grenze“, sagt der Ahlener noch auf dem Hof von Agrarflug Helilift. Hier sammelten am Dienstagabend zahlreiche Ahlener alle Arten von Spenden für das von Russland überfallene Land.

„Diese Aktion fing eigentlich ganz harmlos an“, freut sich Agrarflug-Chef Dennis Beese über den gewaltigen Erfolg. Denn aus der Idee in der Familie und unter den Mitarbeitern, ein paar Sachen für die Menschen in der Ukraine zu sammeln, wurde in Windeseile eine richtig große Sache. „Wir hatten das ein paar Freunden erzählt und die fanden es toll und machten mit“, berichtet Beese. So entwickelte sich ein Schneeballsystem, immer mehr kamen und füllten die Halle mit hochwertigen Kleidern, Lebensmitteln und Dingen des täglichen Bedarfs.

Dennis Beese

Das Agrarflug-Team war den ganzen Tag damit beschäftigt, die Spenden zu sichten und zu sortieren. Das Spektrum reichte von Babywindeln über Kinderspielzeug bis zu Decken und Matratzen. „Wir mussten nichts aussondern, nur wirklich gute Sachen wurden abgegeben“, sagt Dennis Beese. Gegen Abend wird noch ein Lkw von Dr. Oet­ker erwartet. „Der wird weitere Lebensmittel bringen.“ Der Hof Mertenskötter schickte von der Walstedder Straße 8000 frische Eier zum Sammelpunkt.

So sollen sich im Laufe des Dienstagabends und der Nacht mindestens drei weitere Mercedes-Transporter auf den Weg nach Osten machen. Dort werden die Autos an Freunde in der Ukraine übergeben. Die bringen die Hilfsgüter zu einem Verteilzentrum im Landesinneren. „Ich will nicht, dass unsere Fahrer in irgendeine Gefahr kommen“, hat Beese entschieden. Sind die Fahrzeuge entladen, werden sie an der Grenze wieder den Fahrern übergeben und diese machen sich auf den Heimweg.

Dennis Beese wünschte Felix Schwarte gute Fahrt. Foto: Peter Schniederjürgen

„Neben den Schachspenden haben wir auch Geld und Tankgutscheine bekommen, das ist sehr hilfreich“, so der Unternehmer. „Mit dieser Unterstützung habe ich absolut nicht gerechnet, so können wir mit zwei von unseren Fahrzeugen und je einem von der Dolberger Zimmerei Schröer und von VW Weber fahren, das ist einfach toll“, so Beese.

Für Felix Schwarte, er begleitet sonst Reisen nach Skandinavien, ist es eine große Freude hier mitzumachen. „Wir können etwas tun, was den Menschen in ihrer Not hilft, da kann man schon ein paar Unbequemlichkeiten in Kauf nehmen“, findet der ehrenamtliche Fahrer und schreckt nicht vor der gut 1500 Kilometer langen Strecke zurück. Zur Übernachtung nach den vermutlich mehr als 15 Stunden am Steuer und der noch unbekannten Wartezeit an der Grenze zum Kriegsgebiet hat er sich mit Decken und Schlafsack gerüstet.

Startseite
ANZEIGE