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Ausschuss für Planung, Klima und Umweltschutz beriet über Vorgartengestaltung

Schotter wieder raus und Natur rein oder nach Gusto?

Everswinkel

Sie sind nicht mehr zu übersehen: kleine und große Flächen, belegt mit Kies, Schotter, Split und hier da ragt zwischendrin noch ein kümmerlicher Buchsbaum aus der steinigen Fläche. Manche denken, durch Stein- und Schottergärten hätte man weniger Arbeit. Das Gegenteil ist der Fall, wenn das Unkraut durch die Folie oder auf der Folie zwischen dem steinigen Geröll wächst und das Jäten mühselig wird.

Von Peter Sauer

Bündnis 90 / Die Grünen möchten es den Bauherren in Zukunft schwieriger machen, Kies- und Schottergärten anzulegen. Im Planungsausschuss der Gemeinde Everswinkel wurde darüber beraten Foto: Peter Sauer

Statt grün sehen Vorgärten immer häufiger weiß aus, statt auf Natur setzen manche Hausbesitzer lieber auf scheinbar pflegeleichtere Schottergärten vor ihrer Haustür. Bündnis 90-Die Grünen wollen dies grundlegend ändern.

Schottergärten sind nicht umweltfreundlich

Im Ausschuss für Planung, Klima und Umweltschutz stellte stellte Andreas Franitza das Konzept seiner Partei ausführlich vor, in den Bebauungsplänen festzulegen, dass der Rückbau bestehender und die Vermeidung neuer Schottergärten ein Beitrag zum Umweltschutz sei. In einem Sechs-Punkte-Beschlussvorschlag hatten Bündnis 90/Die Grünen beantragt, künftig nur noch Vorgärten zu genehmigen, die naturnah gestaltet sind,, bestehende Schottergärten nicht zu erweitern, ihren Rückbau finanziell zu unterstützen und Dach- und Fassadenbegrünungen zu fördern. Zudem soll die Gemeinde einen eigenen „Klimaschutzmanager“ installieren.

Manche Vermieter verwandeln ehemals erdige grüne Vorgärten in mausgraue Kies- und Steingärten mit Alibi-Pflänzchen. Mieter haben fann oft das Nachsehen,. Foto: Peter Sauer

CDU-Fraktionsvorsitzender Dirk Folker stimmte zu, dass man in den Bebauungsplänen auch die nachhaltige Nutzung der Vorgärten dokumentieren soll. Auch die Dachbegrünung könnte allgemein angeregt werden, dürfe aber keine grundsätzliche Festlegung in den Plänen sein. Die anderen Forderungen der Bündnisgrünen könne die CDU nicht nachzuvollziehen, weil sie zu viel Verwaltungsarbeit erforderten und auch im Haushalt nur schwer zu vermitteln seien. „Man muss es der Kreativität der Menschen überlassen, wie sie ihre Grundstücke gestalten“, betonte Dirk Folker. Bei Neubauten könnten auch die Architekten Anstöße für Förderanträge geben.

Folgekosten bei der Dachbegrünung

Kirsten Heumann (FDP) will auf Bauherren keinen Druck ausüben, statt auf eine „Festsetzung“ in den Bebauungsplänen eher auf Bewertung und Aufklärung setzen. Heumann rechnete vor, dass Dachbegrünung deutlich teurer sei, bei der Gestaltung und den Folgekosten. „Außerdem eignet sich nicht jedes Gebäude dafür.“

Bauamtsleiter Norbert Reher kennt sich mit den Themen aus. Die Gemeinde Everswinkel habe auch schon die Aktion „Blumen statt Bitumen“ gestartet, die Umweltberater Bernd Schumacher im Rathaus betreut. Zudem überraschte Reher die Grünen mit dem Hinweis, dass es beim Kreis Warendorf bereits einen Klimaschutzmanager gebe. „Warum laden wir den nicht einmal im Jahr ein?“, fragte André Gerbermann (CDU). Es folgte noch weitere Redebeiträge. Ausschussvorsitzender Lars Thiemann (CDU) sorgte für eine diplomatische Zusammenfassung und fand Unterstützung in der Bündnisgrünen Marion Schniggendiller (Grüne). Sie sorgte für ein erfrischendes Ende der zu lang geratenen Diskussion mit den Vorschlägen, dass die Vorgartengestaltung und die Dachbegrünungen in Bebauungspläne aufgenommen werden können, Informationsflyer verteilt werden, der Klimaschutzmanager einmal im Jahr eingeladen wird und auf die übrigen vier Vorschläge verzichtet werden soll. Mit Erfolg. Der Ausschuss für Planung, Klima- und Umweltschutz stimmte quer durch alle Parteien einstimmig dafür.

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